Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

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Donnerstag, 30. September 2010
Kino der großen Gefühle
Die letzte Pressevorführung vor meiner Reise zum 70mm-Festival nach Karlsruhe entpuppte sich als durchaus akzeptables Gefühlskino mit Taschentucheffekt.

MAOS LETZTER TÄNZER (1:1.85, DD 5.1)
OT: Mao’s Last Dancer
Verleih: Capelight (Central)
Land/Jahr: Australien 2009
Regie: Bruce Beresford
Darsteller: Bruce Greenwood, Kyle MacLachlan, Joan Chen
Kinostart: 04.11.2010

In den siebziger Jahren wird Li Cunxin im Knabenalter von seinen in ärmlichen Verhältnissen lebenden Eltern im maoistischen China weggenommen, um an der Kunstakademie in Peking klassisches Ballett zu erlernen. Durch harte Arbeit unter harten Bedingungen wird aus dem kleinen Li nach vielen Jahren ein äußerst begabter Tänzer. Als er mit Genehmigung der Regierung für drei Monate nach Amerika reisen darf, um dort in Houston an der Ballettschule unter Ben Stevenson weiter zu studieren, lernt er ein freies Leben kennen und lieben. Als er wieder abreisen soll, kommt zu einem Politikum... Die wahre Geschichte des chinesischen Startänzers Li Cunxin wird mit viel Gefühl auf sehr ergreifende Art und Weise erzählt. Einen großen Anteil daran hat die sehr emotionale, orchestrale Filmmusik von Christopher Gordon. Auch die Darsteller geben ihr Bestes, um die Charaktere authentisch erscheinen zu lassen. Und sie tun dies nicht nur mit ihrem Spiel, sondern auch mit ihrem virtuosen Balletttalent. Störend hingegen wirkt sich das Bildformat auf die Geschichte aus. Anstelle des verwendeten kaschierten 1:1.85 Formats hätte das CinemaScope-Format nicht nur die reizvollen Landschaftsaufnahmen aus China oder das Großstadtflair Houstons weitaus besser transportiert, sondern auch die Ballettsequenzen, die im Film zu sehen sind. Wer Kino der großen Gefühle mag, der wird bei diesem Film bestens aufgehoben sein.
Mittwoch, 29. September 2010
Dumpfbacken-Cops und Nahostler ohne Emotionen
Nachdem ich gestern aufgrund eines aufwändigen zahnchirurgischen Eingriffs zwei Pressevorführungen ausfallen lassen musste, ging’s heute mit dicker Backe gleich in die nächsten zwei!

DIE ETWAS ANDEREN COPS (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Other Guys
Verleih: Sony Pictures
Land/Jahr: USA 2010
Regie: Adam McKay
Darsteller: Will Ferrell, Mark Wahlberg, Eva Mendes
Kinostart: 14.10.2010

Allen und Terry gelten bei Ihren Kollegen bei den New Yorker Cops als die absoluten Verlierer. Undankbare Aufgaben erhalten stets die beiden. Von rasanten Ausseneinsätzen können sie nur träumen. Denn die übernehmen grundsätzlich Highsmith und Danson, zwei knallharte Cops, die wissen, wie man Gangster spektakulär und mit möglichst viel Materialeinsatz zur Strecke bringt. Doch als die Helden bei einem Einsatz getötet werden, wittern die beiden Loser ihre große Chance. Doch Allen und Terry verstehen sich nicht sonderlich... Was diese typisch amerikanische Action-Komödie wohltuend von ähnlichen Komödien unterscheidet, sind ein paar richtig witzige Dialoge und Einfälle. Wenn Allen seinem Kollegen beispielsweise eine perfekte multimediale Einführung in den neuen Fall gibt, die nur so vor “Apps” – teilweise selbst entwickelt, versteht sich – strotzt, dann darf man zumindest als Insider herzhaft lachen. Wo das Lachen allerdings wieder aufhört, sind die Schläge unter die Gürtellinie. Denn wenn die Oma auf ihre Gehhilfe gestützt zwischen Allen und seiner schönen Frau vermitteln und deren eindeutige “Schweinereien” aussprechen muss, dann ist das einfach nicht mehr lustig, sondern nur noch peinlich. Nach dem fulminanten Auftakt mit Samuel L. Jackson und Dwayne Johnson in den Rollen der bisherigen Super-Cops, wird man den Rest des Films als relativ langsam empfinden und verspürt nach spätestens 90 Minuten den Drang, das Kino zu verlassen. Wer es allerdings bis zum Schluss aushält, der darf sich während des Abspanns noch ein paar interessante Statistiken zu Gemüte führen und wird schließlich noch mit einer allerletzten Szene belohnt.

MIRAL (1:2.35, DD 5.1)
OT: Miral
Verleih: Prokino (Fox)
Land/Jahr: Frankreich, Israel, Indien, Italien 2010
Regie: Julian Schnabel
Darsteller: Willem Dafoe, Freida Pinto, Alexander Siddig, Hiam Abbass
Kinostart: 18.11.2010

Nach dem Freitod ihrer Mutter kommt die Palästinenserin Miral im Alter von sieben Jahren in die Schule von Hind Husseini. Mit 16 Jahren, auf dem Höhepunkt der Infitada, wird sie in ein Flüchtlingslager geschickt, um dort zu unterrichten. Dort erst werden ihr die Kämpfe und Probleme bewusst, die ihrer Heimat anzuhaften scheinen. Die Liebe zu einem Aktivisten bringt die junge Frau in einen persönlichen Zwiespalt: selbst zur Aktivistin zu werden oder weiter zu lehren... Der Nahost-Konflikt aus der Sicht einer jungen Frau, die mit sich selbst zu kämpfen hat, beruht auf einem Roman Rula Jebreal, der nach einer wahren Geschichte entstand. Was für mich dabei leider etwas enttäuschend war, ist die Distanz, mit der Mirals Geschichte erzählt wird. Eine richtige emotionale Bindung zur Hauptfigur wird dadurch nicht hergestellt. Freida Pinto als Miral spielt ihre Rolle sehr gut, wie auch alle anderen Darsteller. Doch ohne richtige Emotionen, die auch auf den Zuschauer überspringen, lässt einen der Film relativ kalt und man empfindet ihn als etwas zu lang geraten. Zum Thema Nahost-Konflikt gab es schon wesentlich eindringlichere Werke.
Freitag, 24. September 2010
Roboter und Verlierer
Eine beängstigende Zukunftsvision, die momentan “in the Making” ist, sowie eine sehr menschliche Geschichte rundeten die Pressewoche für mich heute ab.

PLUG & PRAY (1:1.85, DD 5.1)
Verleih: farbfilm (24 Bilder)
Land/Jahr: Deutschland 2008-2010
Regie: Jens Schanze
Kinostart: 11.11.2010

Wer glaubt, dass Szenarien wie jene in BLADE RUNNER noch lange keine Realität sein werden, der sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Forschung schon weiter ist als man denkt. Die Entwicklung im großen Bereich “künstliche Intelligenz” verläuft nach Aussage Raymond Kurzweils, einem renommierten amerikanischen Wissenschaftler, derzeit exponentiell. Jens Schanze zeigt in seinem Dokumentarfilm einige der Projekte aus dem Bereich Robotik und auch Nanorobotik (oder einfach Nanobots), die einem wirklich Angst einjagen können. Der künstliche Mensch ist bald genauso Realität wie der Hybrid, der menschliche und künstliche Teile miteinander vereint. Joseph Weizenbaum, ein führender Computerwissenschaftler, hat die Situation schon längst erkannt und versucht, die Menschen aufzurütteln und wirft ethnische und moralische Fragen auf, die die Wissenschaftler bei ihrer Forschungsarbeit nur allzu gerne vergessen. Denn was machbar ist wird gemacht. PLUG & PRAY rüttelt auf und animiert zum Nachdenken über einen Forschungszweig, der außer Kontrolle zu geraten droht. Sehenswert.

EIN GUTES HERZ (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Good Heart
Verleih: Alamode
Land/Jahr: Island, Dänemark, USA 2009
Regie: Dagur Kári
Darsteller: Brian Cox, Paul Dano, Isild Le Besco, Stephanie Szostak
Kinostart: 25.11.2010

Als er mit seinem fünften Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird, lernt der ungehobelte und mieslaunige New Yorker Kneipenbesitzer Jacques den jungen, gutmütigen Lucas kennen. Der ist obdachlos und hat gerade einen gescheiterten Selbstmordversuch hinter sich. Jacques beschließt, den jungen Mann zu seinem Nachfolger zu machen und weist ihn in das Universum seiner heruntergekommenen Kneipe ein... Die mit Brian Cox und Paul Dano perfekt besetzte Tragikomödie lebt von ihren Figuren, die man trotz ihrer treudoofen Weltfremdheit (Lucas) und desillusionierenden Griesgrämigkeit (Jacques) gleich von Beginn an in sein Herz schließt. Denn alles an diesen Typen ist menschlich. Wenn der Eine während des Films gewisse Züge des Anderen annimmt und umgekehrt, dann ist das echt und wirkt nicht gekünstelt. Die tristen CinemaScope-Bilder von Rasmus Videbaek passen hervorragend zu den beiden Verlierern, deren gesamtes Leben sich alsbald in der heruntergekommenen Kneipe abspielt. Ein lohnenswerter, kleiner Film. Eine Warnung sei jedoch ausgesprochen: wenn Jacques am Ende des Films ein neues Herz benötigt, erspart und die Kamera die Operation mit ein paar blutigen Details nicht. Warum dies in solcher Drastik gezeigt wird, ist unerklärlich. Es passt nicht zum Rest des Films.
Donnerstag, 23. September 2010
Schön langsam
Dass langsam kein Synonym für langweilig ist, hat die heutige Pressevorführung bewiesen...

STILL WALKING (1:1.85, Dolby SR)
OT: Aruitemo Aruitemo
Verleih: Kool
Land/Jahr: Japan 2008
Regie: Hirokazu Kore-eda
Darsteller: Yui Natsukawa, Kazuya Takahashi, You
Kinostart: 18.11.2010

Am Todestag des ältesten Sohnes versammelt sich der Rest der Familie im elterlichen Haus zu einer Feier. Doch die Feier ist alles andere als still und andächtig. Im Untergrund brodeln unausgefochtene Streitigkeiten... Der mit extrem langen Einstellungen ganz ruhig gestaltete Film besticht durch die Authentizität, mit der Regisseur Hirokazu Kore-eda seine Personen präsentiert. Man muss schon den Mut zur Langsamkeit haben, um die ungewohnte Erzählweise zu würdigen. Wenn man sich dann irgendwann dabei erwischt dass man denkt “Genau so laufen auch meine Familienfeiern ab!”, dann dürfte das ein großes Lob für den Film sein. Und man wird nicht umhin können, als über die eigenen Probleme im elterlichen Kreise nachzudenken.
Mittwoch, 22. September 2010
Skurriles und Verwirrendes
Schwarzhumoriges Kino aus Norwegen als Vorspeise und dann ein österreichisch-amerikanischer Thriller als Hauptgang. Fehlt noch mein Nachtisch...den gibt’s heute abend im Heimkino.

EIN MANN VON WELT (1:1.85, DD 5.1)
OT: En Ganske Snill Mann
Verleih: Neue Visionen
Land/Jahr: Norwegen 2010
Regie: Hans Petter Moland
Darsteller: Stellan Skarsgård, Bjørn Floberg, Gard B. Eidsvold
Kinostart: 09.12.2010

Nach 12 Jahren Gefängnis kommt Ulrik wieder aus dem Knast. Wegen Mordes hatte er eingesessen. Seine alten Kumpels von damals besorgen ihm eine notdürftige Unterkunft und einen Job. Das Allerwichtigste aber: sie haben jenen Typen ausfindig gemacht, der Ulrik damals verpfiffen hat. Ulrik will jetzt Rache nehmen... Die Handlung liest sich wie die eines harten Thrillers. Doch weit gefehlt. Hans Petter Molands Film ist eine schwarze Komödie mit liebenswerten, skurrilen Charakteren. Ulrik, der gerne seinen Sohn und seine Frau wieder sehen möchte, ist ein wortkarger, dufter Kumpel. Jensen, sein Komplize von damals, ist ein bisschen psychopathisch und gefällt sich darin, Schwächere zu quälen. Karen Margarete, Jensens Schwester, die Ulrik das Zimmer zur Verfügung stellt, will von ihm Sex als Belohnung für die warmen Mahlzeiten. Eigentlich könne einem alle Personen Leid tun – man findet sie irgendwie sympathisch. Dass der Film aber trotzdem nicht so richtig zündet, liegt wohl am Drehbuch. Dem Film fehlt es mitunter einfach am richtigen Timing. Nichtsdestotrotz: wenn man Stellan Skarsgård gerne sieht, dann sollte man den Gang ins Kino für diesen Film auf sich nehmen.

SOUTH (1:1.85, DD 5.1)
Verleih: W-film
Land/Jahr: Österreich 2009
Regie: Gerhard Fillei, Joachim Krenn
Darsteller: Matthew Mark Meyer, Claudia Vick, Sal Giorno
Kinostart: 11.11.2010

Ein geheimnisvolles Tagebuch, in dem eine junge Frau ihr Leben auf einer verlassenen Orangenfarm in Südamerika beschreibt und ein brutaler Banküberfall sind Dreh- und Angelpunkt der Gedanken eines schwer verletzten Mannes. Er weiß nicht, warum er jenes Tagebuch in Händen hält und dennoch kommt ihm alles dort Beschriebene so vertraut vor. Ganz langsam fügt sich das Puzzle zusammen... Genauso ratlos wie der Protagonist des Films überlassen die beiden Regisseure das Publikum ihrem Film. Betörende Schwarzweißbilder, nervöse Schnitttechnik und extrem kurze Detailaufnahmen prägen den Thriller, der eine ganz eigenartige, fast schon surreale Qualität ausstrahlt. Der Film lässt sich mit dem Zusammenbau des Puzzles extrem viel Zeit, vielleicht sogar ein bisschen zuviel Zeit. Denn der nicht geradlinige Aufbau des düsteren Thrillers beansprucht die volle Aufmerksamkeit. Hat man aber erst einmal drei Viertel des Films überstanden, wird man mit einer in ihrem Spannungsaufbau atemlos angelegten Sequenz belohnt. Von Gerhard Fillei und Joachim Krenn darf man getrost noch viel erwarten! Die heutige Pressevorführung hatte leider ein ganz gewaltiges Manko, das eine finale Beurteilung des Film eigentlich nicht zulässt: es wurde ein DVD- oder Blu-ray Screener gezeigt, dessen Tonspur auf apokalyptisches Mono zusammengeschrumpft war und damit die mühevolle Arbeit der Toningenieure zunichte machte. Und als kleinen Bonus gab es dann mitten im Film plötzlich das Logo des Filmverleihers zu beäugen. So nicht, meine Damen und Herren vom Verleih!
Dienstag, 21. September 2010
Ach Du meine Goethe!
Deutschlands berühmtester Dichter und ihre Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Holy Spirit gaben sich heute die Ehre.

GOETHE! (1:2.35, DD 5.1)
Verleih: Warner
Land/Jahr: Deutschland 2010
Regie: Philipp Stölzl
Darsteller: Alexander Fehling, Miriam Stein, Moritz Bleibtreu
Kinostart: 14.10.2010

Mit 23 Jahren lernt der angehende Jurist und damals noch vollkommen unbekannte Johann Goethe Lotte Buff kennen und lieben. Unglückliche Umständen zufolge hält jedoch sein Vorgesetzter um die Hand der Dame an – mit Erfolg wie es scheint... Philipp Stölzls zweigeteilter Film zeigt die Entstehungsgeschichte von Goethes großem Durchbruch als Schriftsteller: “Die Leiden des jungen Werther”. Zweigeteilt deshalb, weil in der ersten Hälfte der Film fast schon als lausbübische Slapstick-Klamotte daherkommt, um dann in der zweiten Hälfte zu einem Liebesdrama mutiert. Dabei punktet genau dieser zweite Teil – zumindest bei mir. Alexander Fehling als der junge Goethe in seiner Sturm- und Drangzeit ist die Idealbesetzung wie auch Moritz Bleibtreu als dessen Kontrahent. Leider fehlt es der orchestralen Filmmusik an Transparenz, was sicherlich dem Musiktonmeister anzulasten ist. Vollkommen daneben empfand ich jedoch die beiden Songs in englischer Sprache, die während des Abspanns zu hören sind. Einen eklatanteren Stilbruch kann man sich nicht vorstellen.

3FALTIG (1:2.35, DD 5.1)
Verleih: Falcom (24 Bilder)
Land/Jahr: Österreich, Deutschland 2010
Regie: Harald Sicheritz
Darsteller: Roland Düringer, Christian Tramitz, Matthias Schweighöfer
Kinostart: 17.02.2011

Weihnachtsabend in einem beschaulichen Bergdorf. Hage, der heilige Geist, der sich seit fast 2000 Jahren mehr schlecht als recht durch das Leben kämpft, möchte groß herauskommen. Sein Musical “Holy Spirit Megastar” soll an Silvester Premiere feiern. Da klopft es plötzlich an der Tür und kein Geringerer als Jesus steht vor ihm. Der wurde vom Gottvater geschickt um die Apokalypse just am Silvesterabend durchzuziehen... Rabenschwarzer Humor gepaart mit Gotteslästerung kann eigentlich nur aus Österreich kommen! Die pointiert eingesetzten Seitenhiebe auf die Kirche und die Religion für sich betrachtet sind herrlich. Doch leider birgt der Film derart viele Durchhänger, dass die Pointen nicht recht zünden wollen. Eine flottere Inszenierung wäre dem Film gut bekommen.
Freitag, 17. September 2010
Verliebter Räuber
Ein Krimi sollte meine laue Pressewoche abschließen...

THE TOWN (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Town
Verleih: Warner
Land/Jahr: USA 2010
Regie: Ben Affleck
Darsteller: Ben Affleck, Rebecca Hall, Jon Hamm
Kinostart: 23.09.2010

Während eines brutalen Banküberfalls verliebt sich einer der Gangster (Ben Affleck) in die Bank-Managerin (Rebecca Hall) und schafft sich dadurch nicht nur Probleme mit dem FBI, sondern auch mit seinen Komplizen... Ein im Bostoner Stadtteil Charlestown angesiedelter Krimi. Jenem Stadtteil also, der laut Statistik die meisten Bankräuber beherbergt. Hier wird das dreckige Handwerk vom Vater an den Sohn übergeben. Ben Affleck, der selbst Regie führte, inszeniert seinen Film über weite Passagen sehr ruhig, weiß aber auch um den sehr effektvollen Einsatz von Action. Es gibt eine wilde Verfolgungsjagd mit einer noch wilderen Schießerei mitten in Charlestown, die Dank der Kameraarbeit von Robert Elswit richtig an Fahrt aufnimmt. Wer Krimis mit besonderer Note mag, dem könnte THE TOWN durchaus gefallen.
Donnerstag, 16. September 2010
Kein Appetit
Eine europäische Dramödie wurde mir heute kredenzt. Doch es fehlten leider die exotischen Gewürze...

BON APPETIT (1:1.85, DD 5.1)
OT: Bon Appetit
Verleih: Warner
Land/Jahr: Spanien, Deutschland, Schweiz 2010
Regie: David Pinillos
Darsteller: Unax Ugalde, Nora Tschirner, Herbert Knaup
Kinostart: 25.11.2010

Der junge Spanier Daniel kommt nach Zürich, um als Koch in einem Gourmet-Restaurant zu arbeiten. Da verliebt er sich in seine Kollegin Hanna, die schon ein kurzes Verhältnis mit dem italienischen Kollegen hinter sich hat und aktuell mit dem verheirateten Chef des Restaurants liiert ist. Und ausgerechnet von diesem arroganten Typen erwartet sie ein Kind... Wenn es in letzter Zeit einen Film gab, der konsquent vorhersehbar ist, dann dürfte es BON APPETIT sein! Die Geschichte um die Gratwanderung zwischen Freundschaft und Liebe hat mich nicht überzeugen können. Und wenn das Ganze schon in guter Gastronomie angesiedelt wird, dann könnte man doch wenigstens opulente Bilder aus der Küche erwarten. Da wird zwar emsig gekocht, es stellen sich aber keinerlei Gaumenfreuden ein (die gibt es dafür reichlich in EAT PRAY LOVE!).
Dienstag, 14. September 2010
Loser und Amazonen
Morgens froh gelaunt ins Kino gegangen und vollkommen deprimiert heimgekehrt...abends nochmals ins Kino und wieder geärgert...

DIE ENTBEHRLICHEN (1:1.85, Dolby SR)
Verleih: Drei-Freunde (Kinostar)
Land/Jahr: Deutschland 2009
Regie: Andreas Arnstedt
Darsteller: Oskar Böckelmann, Mathieu Carrière, Kathi Hahn
Kinostart: 30.09.2010

Im winterkalten Berlin findet der 11jährige Jakob seinen Vater tot in der Wohnung. Aus Angst davor, in ein Heim gesteckt zu werden, sagt er niemandem etwas. Immer wieder lässt er sein bisheriges Leben Revue passieren... Ein Sozialdrama aus deutschen Landen. Aber was für eines! Regisseur Andreas Arnstedt packt einfach zuviel hinein in sein komplett depressives Werk. Ob Neo-Nazis, Alkohol, Gammelfleisch, Harz IV – alles wird genommen. Dass so etwas den Zuschauer möglicherweise überfordert, mag dem jungen Filmemacher wohl gar nicht in den Kopf kommen. Hier gilt: weniger ist manchmal mehr. Ich rate vom Besuch des Films ab.

RESIDENT EVIL: AFTERLIFE (1:2.35, 2k Digital, 3D, PCM 5.1)
OT: Resident Evil: Afterlife
Verleih: Constantin
Land/Jahr: Großbritannien, Deutschland, USA 2010
Regie: Paul W.S. Anderson
Darsteller: Milla Jovovich, Ali Larter, Wentworth Miller
Kinostart: 16.09.2010

Stahlharter, ungetrübter Blick. Hautenges, schwarzes Outfit mit den passenden Stiefeln und Waffengürteln. Dazu eine trendige Kurzhaarfrisur. Mit einem Wort: Alice ist zurück! Die “Lara Croft” der Apokalypse geht wieder auf die Suche nach Überlebenden eines missglückten Experiments, das fast die ganze Menschheit in fleischfressende Zombies verwandelt hat. Ein Funkspruch führt die Amazonen-Kriegerin schließlich in das verwüstete Los Angeles. Dort hat sich eine Hand voll nicht Infizierter in ein Hochsicherheitsgefängnis gerettet. Gemeinsam mit ihnen muss sie sich nun gegen eine gigantische Horde von Untoten zur Wehr setzen. Der bereits vierte Teil des erfolgreichen Franchise katapultiert sich jetzt erstmals in die dritte Dimension. Und Dank der in James Camerons “Avatar” bereits erfolgreich eingesetzten “Pace Fusion” 3D-Kamera gelingt das recht beeindruckend. Weit weniger beeindruckend allerdings gibt sich die Story des Films. Die bleibt vollkommen substanzlos und entlarvt dadurch rasch ihre Herkunft: “Resident Evil” basiert auf einem bekannten Video-Spiel. Bei all seiner visuellen Opulenz hat der vom Ehegatten der Hauptdarstellerin inszenierte Film leider nichts Neues zu bieten. Die aufgespannten Regenschirme in der Eröffnungssequenz rufen Bilder aus “Blade Runner” hervor. Perfekt choreographierte Slow-Motion-Sequenzen erinnern an “Matrix”. Alices Schwertkampf gegen eine Überzahl von Gegnern ist ein Abklatsch aus “Kill Bill”. Und das belagerte Gefängnis schließlich könnte direkt aus “Dawn of the Dead” entsprungen sein. Die ewig gleiche Miene der Milla Jovovich, eine seelenlose deutsche Synchronisation und die Androhung einer weiteren Fortsetzung geben dem Film den Rest. Wenn Alices Säuselstimme dann ganz am Ende des Abspanns aus dem Off noch einmal ins Publikum ruft “Behandelt man so eine Lady?”, dann sei eine Gegenfrage erlaubt: “Darf man sein Publikum derart langweilen?”
Freitag, 10. September 2010
Freches Mädchen
Den Wochenausklang bereitete die kleine Ramona, die man am liebsten einmal knuddeln möchte...

SCHWESTERHERZEN – RAMONAS WILDE WELT (1:2.35, DD 5.1)
OT: Ramona And Beezus
Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2010
Regie: Elizabeth Allen
Darsteller: Joey King, Selena Gomez, John Corbett
Kinostart: 14.10.2010

Die neunjährige Ramona ist ein sehr phantasievolles Kind und bekommt dadurch immer wieder Probleme mit ihrer Umwelt, von der sie sich meist unverstanden fühlt. Zusammen mit ihrer großen Schwester und dem ganz kleinen Sprössling wohnt sie mit ihren liebenden Eltern in einem kleinen Häuschen. Als ihr Vater eines Tages den Job verliert, beschliesst sie, der Familie auf ihre ganz eigene Art und Weise zu helfen... Ein liebevoll gestalteter Familienfilm nach Buchvorlagen von Beverly Cleary, die zu den Bestsellern im Kinderbuchmarkt gehören. Joey King als Ramona ist dabei eine echte Entdeckung. Sie spielt ihre Rolle absolut köstlich, dass man gar nicht anders kann als sie zu mögen. Es gibt sie also tatsächlich noch: intelligente Komödien mit viel Gefühl.
Donnerstag, 09. September 2010
Slapstick und unerfüllte Liebe
Am ersten Tag nach dem Fantasy Filmfest gab’s für mich gleich wieder ein gemischtes Doppel!

REINE FELLSACHE (1:1.85, DD 5.1)
OT: Furry Vengeance
Verleih: Concorde
Land/Jahr: USA 2010
Regie: Roger Kumble
Darsteller: Brendan Fraser, Ricky Garcia, Eugene Cordero
Kinostart: 14.10.2010

Im Auftrag eines Investors soll ein Familienvater Dan Sanders ein ganzes Waldstück roden, um darauf eine seelenlose Siedlung zu bauen. Doch Dan hat die Rechnung ohne die Waldtiere gemacht. Schon bald muss er sich gegen Eichhörnchen, Dachs und viele andere Vierbeiner zur Wehr setzen... Typisch amerikanische Slapstick-Komödie, die schon nach einer halben Stunde bereits schwer zu ertragen ist und den Blick auf die Uhr lenkt.

IN IHREN AUGEN (1:2.35, DD 5.1)
OT: El Secreto De Sus Ojos
Verleih: Camino (Fox)
Land/Jahr: Argentinien 2009
Regie: Juan José Campanella
Darsteller: Ricardo Darín, Soledad Villamil, Pablo Rago
Kinostart: 28.10.2010

Noch 25 Jahre nachdem der damalige Ermittlungsbeamte Benjamin einen Mordfall bearbeitete, lässt ihn dieser Fall auch im Rentenalter nicht mehr los. Benjamin entschließt sich dazu, ein Buch darüber zu schreiben. Er nimmt wieder Kontakt zu seiner damaligen Kollegin Irene auf, die inzwischen Staatsanwältin ist. Seine ihr gegenüber nie eingestandene Liebe flammt wieder auf... Der mit exzellenten Darstellern besetzte Liebes-Thriller wurde mit dem Auslands-Oscar ausgezeichnet. Dabei steht die Mordgeschichte, die in Rückblenden erzählt wird, gar nicht im Fokus des Films, sondern die Liebesbeziehung, die nie ausgelebt wurde und die auf Erfüllung wartet. Die schön fotografierten Bilder sind unterlegt mit einem Score, der teilweise an die Filmmusiken von Ennio Morricone erinnert und die Gefühlsebene des Films intensiviert. Sehenswert.
Mittwoch, 08. September 2010
Ja ist denn schon Weihnachten?
Heute gab’s gleich zwei Filme, die zur Weihnachtszeit spielen. Beim ersten habe ich Rotz und Wasser geheult, beim zweiten wurde ich sehr melancholisch.

OSKAR UND DIE DAME IN ROSA (1:2.35, DD 5.1)
OT: Oscar et la Dame Rose
Verleih: Kinowelt
Land/Jahr: Frankreich, Belgien 2009
Regie: Eric-Emmanuel Schmitt
Darsteller: Michèle Laroque, Mylène Demongeot, Amir
Kinostart: 07.10.2010

Der 10jährige Oskar ist krebskrank und liegt ein einer Kinderklinik. Er hat nicht mehr lange zu leben. Seine Eltern können damit nicht umgehen und meiden ihn. Da lernt Oskar zufällig die freche Pizzaverkäuferin Rose kennen, die sich äußerst phantasievoll um den kleinen Patientin kümmert... Eine Warnung gleich vorweg: wer in diesem Film nicht zum Taschentuch greifen muss, der sollte sein Gefühlsleben dringend untersuchen lassen! Eric-Emmanuel Schmitt hat hier seinen eigenen Roman verfilmt, der selbst bereits seine Leser zu vielen Tränen gerührt hat. Wie erklärt man einem Kind das Sterben? Und wie seinem eigenen Kind? Der Film schafft dies in beeindruckender Weise. Der kleine Amir in der Rolle des Oskar und Michèle Laroque als Rose sind die Idealbesetzung für diesen sehr gefühlvollen Film. Die einfühlsame Musik stammt aus der Feder von Michel Legrand. Unbedingt ansehen.

HOME FOR CHRISTMAS (1:2.35, DD 5.1)
OT: Hjem Til Jul
Verleih: Pandora
Land/Jahr: Norwegen, Deutschland 2010
Regie: Bent Hamer
Darsteller: Fritjof Såheim, Tone Mostraum, Nina Zanjani
Kinostart: 02.12.2010

Ein kleines Dorf in Norwegen an Heiligabend. In parallel laufenden Episoden erzählt Bent Hamer in seinem Film traurige und auch vergnügliche Geschichten, deren Dreh- und Angelpunkt das Weihnachtsfest ist. Hier werden natürlich Erinnerungen wach an den großartigen Film TATSÄCHLICH LIEBE. Doch im Gegensatz zu diesem Film versprüht HOME FOR CHRISTMAS fast ausschließlich Melancholie. Ganz sicher nicht der “08/15 Feel Good Weihnachtsfilm”, sondern einer der den Zuschauer zum weiteren Nachdenken über das Fest der Liebe animieren möchte.
Dienstag, 07. September 2010
Zwei Nieten
Eröffnet wurde die für mich parallel zum Fantasy Filmfest stattfindende Pressewoche mit zwei Werken, die nicht sonderlich überzeugen konnten.

GAINSBOURG – DER MANN, DER DIE FRAUEN LIEBTE (1:2.35, DD 5.1)
OT: Gainsbourg, vie héroïque
Verleih: Prokino (Fox)
Land/Jahr: Frankreich, USA 2010
Regie: Joann Sfar
Darsteller: Eric Elmosnino, Lucy Gordon, Doug Jones, Laetitia Casta
Kinostart: 14.10.2010

Eigentlich habe ich einen Film erwartet über den Chansonier Serge Gainsbourg, der mit seinem Hit “Je t’aime”, den er zusammen mit Ehefrau Jane Birkin aufnahm, einen waschechten Skandal provozierte. Doch handelt es sich bei GAINSBOURG um kein Biopic im üblichen Sinn, das mit vielen Fakten den Werdegang eines Menschen dokumentiert, sondern ist am ehesten noch als eine Art Interpretation des Phänomens “Gainsbourg” zu betrachten. Diese Interpretation wird teilweise mit surrealen Bildern ausgestattet wie z.B. die optische Darstellung von Gainsbourgs Alter Ego als vollkommen überzeichnete Karikatur, mit der er in Dialog tritt. Ich möchte fast so weit gehen zu behaupten, dass man dem Film streckenweise nur folgen kann, wenn man sich mit Serge Gainsbourg bereits im Vorfeld beschäftigt hat. Fazit: der Regisseur hat es “vergeigt”. Nichtsdestotrotz verblüffen die Darsteller, die optisch sehr nahe an die Originale heranreichen.

ORLY (1:2.35, DD 5.1)
OT: Orly
Verleih: Piffl
Land/Jahr: Deutschland, Frankreich 2010
Regie: Angela Schanelec
Darsteller: Natacha Régnier, Bruno Todeschini, Maren Eggert
Kinostart: 04.11.2010

Ein auf dem Pariser Flughafen Orly angesiedelter Episodenfilm, der eigentlich nur von Belanglosigkeiten erzählt und diese mit symbolträchtigen Bildern zu retten versucht. Einzig unter dem Aspekt interessant, dass an Originalschauplätzen gedreht wurde. Die Darsteller (mit Ausnahme der Deutschen, die sehr laienhaft wirken) geben zwar ihr Bestes, können den Film dadurch aber auch nicht mehr retten. Kultivierte Langeweile.

Freitag, 03. September 2010
Terroristensaga
Ein Film gigantischen Ausmaßes hielt mich heute in Atem...

CARLOS – DER SCHAKAL (1:2.35, DD 5.1)
OT: Carlos
Verleih: NFP (Warner)
Land/Jahr: Frankreich, Deutschland 2010
Regie: Olivier Assayas
Darsteller: Edgar Ramirez, Alexander Scheer, Nora von Waldstätten
Kinostart: 04.11.2010

In den siebziger Jahren steigt der in Caracas geborene Illich Ramirez Sanchez als “Carlos” zum internationalen Top-Terroristen auf. Er zeichnet unter anderem für die spektakuläre Geiselnahme während der OPEC-Konferenz in Wien verantwortlich. Der an Fakten orientierte Film von Olivier Assayas erklärt gleich zu Beginn seiner 330 Minuten Spielzeit, dass viele der Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren Fiktion sind. Nichtsdestotrotz gestaltet sich das überlange Gangster-Biopic als äußerst faszinierend und lässt Zeitgeschichte wieder aufleben. Edgar Ramirez überzeugt in der Rolle des Carlos, die immerhin zwei Jahrzehnte umfasst, und mutiert vom schlanken Frauenhelden zum übergewichtigen Vater. Assayas‘ Film legt viel Wert auf Details. So ist die Originalfassung mehrsprachig angelegt und mit stets mit Schauspielern besetzt, die die jeweilige Sprache beherrschen. Eingeblendete Namen und Funktionen erleichtern dem Zuschauer das Zurechtfinden in diesem Epos. Mit seiner Spielzeit von 5 ½ Stunden dürfte es sich der als 3-Teiler fürs Fernsehen produzierte Film allerdings mit seinem Publikum sehr schwer tun. Fraglich ist, ob die zusätzlich geplante 148-Minuten-Version dem Gesamtwerk überhaupt noch gerecht werden kann.
Donnerstag, 02. September 2010
Mailänder Liebe und blutige Narben
Als ob das Fantasy Filmfest nicht schon genügend Filme auf dem Programm hätte, durfte ich mir heute zuvor noch zwei Pressevorführungen anschauen.

I AM LOVE (1:1.85, DD 5.1)
OT: Io Sono L’Amore
Verleih: MFA (24 Bilder)
Land/Jahr: Italien 2009
Regie: Luca Guadagnino
Darsteller: Tilda Swinton, Flavio Parenti, Edoardo Gabbriellini
Kinostart: 28.10.2010

Emma, Gattin eines mächtigen Mailänder Modefabrikanten, verliebt sich in den Koch Antonio, einen Freund ihres Sohnes... Die etwas banal erscheinende Geschichte wird mit grandiosen Bildern und in epischer Breite erzählt. Eine sehr eigenwillige Kameraführung, kurze Schnitte und die an die Kompositionen Michael Nymans erinnernde dynamische Filmmusik von John Adams verlangen dabei einiges vom Betrachter ab. Es braucht seine Zeit, sich in diesen kunstvollen Film hineinzufinden. Doch danach entwickelt er eine ungeheure Faszination. Nicht jedermanns Sache.

SCAR 3D (1:1.85, 2k Digital, 3D, PCM 5.1)
OT: Scar
Verleih: Fantasia Film
Land/Jahr: USA 2007
Regie: Jed Weintrob
Darsteller: Angela Bettis, Kirby Bliss Blanton, Devon Graye
Kinostart: 21.10.2010

Viele Jahre nachdem sie einem sadistischen Mörder entkommen ist, kehrt Joan in ihre Heimatstadt zurück, um ihren Bruder und dessen Tochter zu besuchen. Doch das anfängliche Idyll wird schon bald von einer neuen Mordserie getrübt. Ist ihr alter Peiniger zurückgekehrt? SCAR lässt keine Chance ungenutzt, sich von einer Peinlichkeit zur nächsten zu bewegen! Das vollkommen absurde Drehbuch verwandelt sich binnen kurzer Zeit ungewollt in eine richtige Lachbombe. Die unterdurchschnittlichen Darsteller und die an Porno-Filme der siebziger Jahre erinnernde deutsche Synchronfassung lassen den Film vollkommen seelenlos auf den Zuschauer los. Gespickt wird dieses Machwerk übelster Art mit extrem blutigen Folterszenen, bei denen die 3D-Technik zum vollen Einsatz kommt. Und die ist immerhin als gelungen zu bezeichnen, sieht man einmal ab von der schlampigen Ausleuchtung der Bilder. Die deutsche Fassung des Films wurde offensichtlich an einigen der harten Stellen gekürzt, was Genre-Fans auf die Palme bringen dürfte. Wenn dann irgendwann im Film plötzlich der Satz fällt “Die Zeit läuft uns davon!”, dann wird der Zuschauer bejahend seinen Kopf nicken und wissen, dass er mit diesem Film kostbare Lebenszeit vergeudet hat.

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