Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

Wolfram Hannemann | Talstr. 11 | D-70825 Korntal | Germany | Phone: +49 (0) 711 838 06 49 | Fax: +49 (0) 711 8 38 05 18
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ALTE SEEGRASSPINNEREI
Ökologisches, soziales und kulturelles Zentrum
Ein Dokumentarfilm von Wolfram Hannemann.
Weltpremiere am 23. Juli beim "Seegras Open Air" in Nürtingen
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KULTOURHELDEN
Der neue abendfüllende Dokumentarfilm von
Wolfram Hannemann.
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In eigener Sache:
Als regelmäßigem Besucher meines Filmblogs ist Ihnen bestimmt schon aufgefallen, dass in letzter Zeit einige Filme nicht rezensiert werden. Das hat seinen Grund. Als ich vor 10 Jahren mit diesem Filmblog begann, bestand die Absicht darin, möglichst alle Filme zu besprechen, denen ein offizieller Start in deutschen Kinos zuteil wurde. Da zur damaligen Zeit praktisch alle Filmverleiher ihre Filme in Stuttgart mit Pressevorführungen bedachten, war dieses hehre Ziel - mit wenigen Ausnahmen - tatsächlich zu erreichen. In den letzten Jahren jedoch verabschiedeten sich immer mehr Filmverleiher aus Stuttgart, d.h. diese Verleiher führen in Stuttgart keine Pressevorführungen mehr durch. Dazu zählen u.a. Warner Brothers, Sony Pictures, Concorde, oder inzwischen auch Disney. All jene Filme, die in Stuttgart keine Pressevorführung erhielten, in regulären Vorführungen "nachzusitzen", ist mir leider momentan aus Zeitgründen nicht möglich; das klappt nur hin und wieder. Die Devise lautet: Mut zur Lücke.

Wolfram Hannemann, im März 2018

LOB IST SCHWERER ALS TADEL
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FÜR IMMER
Im Gespräch mit Pia Lenz

PAMBARA - BRAUCHEN WIR EINEN BOSS?
Im Gespräch mit Matto Barfuss

OSKAR FISCHINGER - MUSIK FÜR DIE AUGEN
Im Gespräch mit Harald Pulch und Ralf Ott

DIE THEORIE VON ALLEM
Im Gespräch mit Timm Kröger, David Bennent und Viktoria Stolpe

VERGISS MEYN NICHT
Im Gespräch mit Fabiana Fragale

JAZZFIEBER - THE STORY OF GERMAN JAZZ
Im Gespräch mit Reinhard Kungel und Andreas Heinrich

DER SOMMER, ALS ICH FLIEGEN LERNTE
In Conversation with Klara Hrvanovic & Radivoje Andric

SIEBEN WINTER IN TEHERAN
Im Gespräch mit Steffi Niederzoll

FOCUS ON ANIMATION: NATHAN FARISS
Der Set Supervisor bei Pixar spricht über seine Arbeit

FOCUS ON VISUAL EFFECTS: AARON WEINTRAUB
Der VFX Supervisor spricht über seine Arbeit

FOCUS ON MUSIC: CHANCE THOMAS
Der Film- und Games-Komponist spricht über seine Arbeit

FOCUS ON VISUAL EFFECTS: TIM WEBBER
Der Oscar-Gewinner spricht über seine Arbeit als VFX Supervisor

LIEBE ANGST
Im Gespräch mit Sandra Prechtel

DER FUCHS
Im Gespräch mit Adrian Goiginger & Simon Morzé

DANIEL RICHTER
Im Gespräch mit Pepe Danquart

WANN KOMMST DU MEINE WUNDEN KÜSSEN
Im Gespräch mit Hanna Doose und Bibiana Beglau

SHARAF
Im Gespräch mit Samir Nasr und Ahmed Al Munirawi

SEASIDE SPECIAL
Im Gespräch mit Jens Meurer

STILLE POST
Im Gespräch mit Florian Hoffmann

NACHTWALD - DAS ABENTEUER BEGINNT!
Im Gespräch mit André Hörmann

ELFRIEDE JELINEK - DIE SPRACHE VON DER LEINE LASSEN
Im Gespräch mit Claudia Müller

WERNER HERZOG - RADICAL DREAMER
Im Gespräch mit Thomas von Steinaecker

MEINE CHAOSFEE & ICH
Im Gespräch mit Jella Haase & Caroline Origer

LIEBE, D-MARK UND TOD
Im Gespräch mit Cem Kaya

MITTAGSSTUNDE
Im Gespräch mit Lars Jessen

UNSERE HERZEN - EIN KLANG
Im Gespräch mit Torsten Striegnitz

WETTERMACHER
Im Gespräch mit Stanislaw Mucha

MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST
Im Gespräch mit Schauspieler Noom Diawara (Englisch)

ALLES IN BESTER ORDNUNG
Im Gespräch mit Natja Brunckhorst

LOVING HIGHSMITH
Im Gespräch mit Eva Vitija

AN IMPOSSIBLE PROJECT
Im Gespräch mit Jens Meurer

THE DYING SWANS PROJECT
Im Gespräch mit Eric Gauthier

THE OTHER SIDE OF THE RIVER
Im Gespräch mit Antonia Kilian

DEAR FUTURE CHILDREN
Im Gespräch mit Regisseur Franz Böhm und Kameramann Friedemann Leis

TRÄUM WEITER! SEHNSUCHT NACH VERÄNDERUNG
Im Gespräch mit Regisseur Valentin Thurn

SUZI Q
Rock-Ikone Suzi Quatro spricht über den Dokumentarfilm SUZI Q

FOCUS ON
Jana und Sophia Münster (HANNI & NANNI)

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Dienstag, 05. Dezember 2023
Ein Underdog wird zum Tiger
Morgen eröffnet die Filmschau Baden-Württemberg mal wieder ihre Pforten. Ich habe mir den Eröffnungsfilm angesehen

ROXY (1:2.35, 5.1)
Verleih: Across Nations
Land/Jahr: Deutschland, Belgien, Zypern 2022
Regie: Dito Tsintsadze
Darsteller: Devid Striesow, Camilla Borghesani, Vakho Chachanidze, Ivan Shvedoff, Thorsten Merten, Sandro Kekelidze, Raphael Zhambakiyev
Kinostart: 25.01.2024

Als Taxifahrer Thomas eines Tages seltsame Typen mitsamt eiem Kampfhund vom Bahnhof mitnimmt, weiß er noch nicht, dass diese Begegnung sein Leben konsequent verändern wird. Seine Gäste heuern ihn für weitere Fahrten an und entpuppen sich als Russen auf der Flucht. Auch die attraktive Liza und ihr kleiner Sohn gehören zu der Clique. Thomas soll ihnen falsche Pässe besorgen... Mit souveränem Understatement mimt Devid Striesow den Taxifahrer Thomas. Nicht aufzufallen, das hat der stille ruhige Mann schon mit der Muttermilch aufgesogen und pendelt seither in einer Endlosschleife – beruflich und privat. Und Unordnung mag er überhaupt nicht. Die Begegnung mit den recht zwielichtigen Russen ist der willkommene Störfaktor, der Thomas aus seinem Kreisverkehr wirft und ganz allmählich über sich selbst hinauswachsen lässt. Der exzellent fotografierte Film (Notker Mahr) orientiert sich in Sachen Skurrilität an amerikanischen Vorbildern, verzichtet aber dankenswerterweise auf die Brutalitäten, die in solchen Filmen gerne ausgespielt werden. Mit leicht schwarzem Humor inszeniert der in Georgien geborene Regisseur Dito Tsintsadze seinen Film ROXY sehr souverän und beweist, dass Genre-Kino auch in Deutschland möglich ist. Zumindest ansatzweise. Warum der Film ausgerechnet den Namen des Kampfhundes als Titel trägt, bleibt indes ein wenig rätselhaft.
Sonntag, 03. Dezember 2023
Wo mit Orangen auf Tauben geschossen wird
Neues aus der Welt des Dokumentarfilms im Doppelpack

KASH KASH (1:1.78, 5.1)
Verleih: Camino Filmverleih
Land/Jahr: Deutschland 2022
Regie: Lea Najjar
Kinostart: 07.12.2023

”Kash Hamam” nennt sich das Spiel, das über den Dächern der libanesichen Hauptstadt Beirut von Taubenzüchtern gespielt wird. Es geht darum, die Tauben des jeweiligen Gegenspielers dem eigeben Schwarm einzuverleiben. Die Züchter dirigieren dabei ihre Vogelschwärme mittels einem langen Stock, an dessen Spirtze sich ein weißes Stück Stoff befindet. Durch Zwitschern und Rufe versuchen sie ihren Taubenschwarm zu kontrollieren. Auch werfen sie teilweise Orangen in die Luft, um den Schwarm in eine bestimmte Richtung zu dirigieren. Filmemacherin Lea Najjar, die selbst Wurzeln im Libanon hat, beobachtet mit ihrer Kamera drei solcher Kash Hamam Spieler und lässt sie ihre Sicht auf die Dinge erzählen. Dabei wird klar, dass ihr Spiel lediglich eine Ablenkung von den tagtäglichen Problemen eines Landes ist, das durch korrupte Politiker herabgewirtschaftet wurde und von einer Inflation von noch nie dagewesener Dimension beherrscht wird. Einer der Spieler erklärt das so im Film: ”Die weißen Tauben stehen für den Frieden. Ich habe viele Arten mitgebracht, die verschiedene Gruppen repräsentieren. Sie alle essen, trinken und schlafen unter einem Dach. Sie streiten sich nie. Wenn wir sie freilassen, fliegen sie alle in dieselbe Richtung. Wir wollen keine Spaltung mehr. Ich will mein Kreuz nicht mehr verstecken müssen, wenn ich in einem anderen Viertel bin oder besorgt um meine Schwestern sein. Ich will nicht, dass Shia Moslems ihre religiösen Symbole verstecken, wenn sie meine Nachbarschaft besuchen. Ich will kein Sektierertum mehr. Ich will eine friedliche Revolution. Friedlich wie diese Tauben. Ich habe die Nase voll vom Sektiererwesen. Die Menschen sind wirklich müde. Von ganz oben bis unten, sollten sie alle zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn sich einer von ihnen als unschuldig herausstellt, dann verstehe ich nichts mehr im Leben.” Najjars Film reicht bis zur großen Explosion im Hafen von Beirut, die zum Symbol für die Konflikte im Libanon wird. Ein beeindruckender Dokumentarfilm jenseits des Mainstream.

LIVING BACH (1:1.78, 5.1)
Verleih: Weltkino Filmverleih
Land/Jahr: Deutschland 2023
Regie: Anna Schmidt
Kinostart: 30.11.2023

Was verbindet einen IT-Spezialisten in Südafrika mit einer Palliativkrankenschwester in den USA? Bach natürlich! Für keinen anderen Komponisten gibt es weltweit derart viele Chor- und Musikervereinigungen, die sich seinem Werk verschrieben haben. Einmal im Jahr gibt es in Leipzig, also jenem Ort, wo Bach hauptsächlich wirkte, ein großes Fest zu Ehren seiner Musik, an dem Menschen aus aller Welt teilnehmen. 2022 gab es dort zum ersten Mal die ”We are Family”-Veranstaltung, zu der sich Amateurmusiker*innen aus der ganzen Welt zusammenfanden, um gemeinsam eines der Stücke von Bach aufzuführen. Filmemacherin Anna Schmidt hat einige dieser Teilnehmer mit ihrer Kamera beobachtet – und das schon lange bevor sie sich auf ihre jeweilige Reise nach Leipzig gemacht haben. Da gibt es einen Singer-Songwriter aus Paraquay, eine Apothekerin aus Japan, einen IT-Techniker aus Südafrika, eine Architektin aus Malaysia, eine Palliativkrakenschwester aus den USA, eine Lehrerin aus Australien und zwei Zwillingsschwestern aus der Schweiz. Sie alle erzählen – manchmal vor der Kamera, oft aus dem Off – was Bachs Musik für sie bedeutet. Da geht es unter anderem um Heilung, um das sich selber Finden, um Entspannung nach der Arbeit oder um das Gemeinschaftsgefühl beim gemeinsamen Musizieren. Schnell wird klar, dass für diese Menschen die Musik von Bach mehr ist als nur Töne und Harmonien – sie ist wesntlicher Bestandteil ihres Lebens und macht sie zu besseren Menschen. Der weltumspannende und exzellent fotografierte und montierte Film gibt tiefe Einblicke in das Wesen ungewöhnlicher Persönlichkeiten, für die Johnann Sebastian Bachs Musik Lebenselexier ist. Auch wenn man seine Musik nicht unbedingt mag, so versteht es der Film dennoch, dessen Bedeutung für die Protagonisten auf sehr sympathische Weise zu vermitteln.

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