Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

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Freitag, 21. Dezember 2012
Amerikanische Geschichte(n)
Falls heute die Welt untergegangen ist – ich habe davon nichts mitbekommen, weil ich mir die letzten beiden Pressevorführungen des Jahres angesehen habe.

ZERO DARK THIRTY (1:1.85, DD 5.1)
OT: Zero Dark Thirty
Verleih: Universal
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Kathryn Bigelow
Darsteller: Jessica Chastain, Jason Clarke, Joel Edgerton, Jennifer Ehle, Mark Strong, Kyle Chandler, Edgar Ramirez, Taylor Kinney, Scott Adkins, Mark Duplass, Chris Pratt, Harold Perrineau jr., Frank Grillo, James Gandolfini, Stephen Dillane
Kinostart: 31.01.2013

Zwei Jahre nach dem Anschlag auf das World Trade Center geht der CIA ein Fang ins Netz, der offenbar über Informationen verfügt, die direkt zu Osama Bin Laden führen. Agentin Maya Lambert heftet sich an den Fall, der sie mehrere Jahre auf Trab halten und durch viele Länder führen wird... Vermutlich wird man Kathryn Bigelows teilweise minutiös genaue Inszenierung der fieberhaften Jagd nach Osama Bin Laden in den USA mit vollkommen anderen Augen betrachten als hierzulande. Wenn der Film mit der ausführlichen Schilderung einer Folter beginnt, durch die der CIA Informationen bekommen möchte und dann damit endet, dass der Leichnam von Bin Laden von der CIA-Agentin positiv abgenickt wird, wird in Amerika niemand auf den Gedanken kommen, dass Folter schlecht wäre. Schließlich hat man ja den Übeltäter dadurch in seinem Versteck entdeckt. Bigelow stellt hier weder die Frage nach der Rechtmäßigkeit einer Folter noch danach, ob denn nun tatsächlich Bin Laden erschossen wurde oder nicht irgend jemand anderes. Auch wenn es zu Beginn des Films auf einer Schrifttafel heisst, dass der Film auf authentischen Protokollen beruht, so darf man doch gesichert davon ausgehen, dass die Öffentlichkeit mit Sicherheit nicht die ganze Wahrheit erfahren wird. Seit es die gefälschten Fotos im Irak-Krieg gibt, ist man zumindest hierzulande nicht uneingeschränkt gewillt, alles zu glauben. Auch die Folter als Mittel zum Zweck wird bei deutschen Zuschauern mit Sicherheit auf breite Ablehnung stoßen. Von einer Regisseurin wie Kathryn Bigelow hätte man sich eine wesentlich bessere und kritischere Aufarbeitung des Stoffes gewünscht. So bleibt ihr Film aber leider sehr oberflächlich und teilt die Welt auf ganz einfache Art und Weise in Gut und Böse ein. Auch dramaturgisch lässt der überlange Film zu wünschen übrig. Die Unterteilung in verschiedene Kapitel beispielsweise macht keinen Sinn. Immerhin hat der Film mit Jessica Chastain in der Rolle der erbarmungslosen CIA-Agentin Maya Lambert die optimale Besetzung aufzuweisen.

LINCOLN (1:2.35, DD 5.1 + 7.1)
OT: Lincoln
Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Tommy Lee Jones
Kinostart: 24.01.2013

1865. Während seiner zweiten Amtsperiode als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika will Abraham Lincoln nicht nur die Sklaverei abschaffen, sondern auch den Bürgerkrieg beenden. Doch um den Zusatzartikel in die amerikanische Verfassung aufzunehmen, fehlen ihm noch 20 Stimmen. 20 Stimmen, für die er kämpfen wird... Mit “History in the Making” könnte man Steven Spielbergs Biopic überschreiben. Das zweifelsfrei hochkarätig besetzte Epos ist freilich speziell für Amerikaner von großem Reiz. Ob der Film auch ein Publikum in Deutschland finden wird, wird sie zeigen. Der Film zeigt die letzten Monate im Leben des Abraham Lincoln, zeigt ihn als geschickten Taktierer, aber auch als Vater und Ehemann. Er endet mit dem tödlichen Attentat, das Lincoln endgültig unsterblich machte.
Donnerstag, 20. Dezember 1012
Schwedenkrimi weit unter Potenzial
Meine Lektion für heute: nicht alles, was aus Schweden kommt, ist automatisch gut. Zum Glück gab es zuvor noch einen guten Film.

SIGHTSEERS (1:2.35, DD 5.1)
OT: Sightseers
Verleih: MFA
Land/Jahr: Großbritannien 2012
Regie: Ben Wheatley
Darsteller: Alice Lowe, Steve Oram, Eileen Davis
Kinostart: 28.02.2013

Der Mutter gefällt es gar nicht, als Tina zusammen mit ihrem neuen Freund Chris mit dessen Wohnwagen auf Tour geht. Doch Tina findet es klasse, endlich einmal einen Freund zu haben und die über fürsorgliche Mutter hinter sich lassen zu können. So steht einem erotischen Urlaub im englischen Yorkshire nichts mehr im Wege. Was Tina jedoch noch nicht ahnt: Chris ist ein Serienkiller... Die triste braune Landschaft dominiert die Bilder in Ben Wheatleys neuem Film. Weitaus zurückhaltender als in seinem Film KILL LIST präsentiert er zwei ganz normale Menschen, die Gefallen am Morden finden. Chris‘ Opfer haben den Tod verdient – so zumindest seine Meinung. Denn wenn jemand einfach Abfall auf den Boden wirft oder sich über das Häufchen des kleinen Hündchen Poppy aufregt, dann sieht er einfach rot. Tinas Gründe hingegen sind ganz egoistischer Natur: sie eliminiert Konkurrentinnen. Augenzwinkernd und mit einer großen Portion schwarzen Humors schildert der Film den Wettkampf im Morden, dem Tina und Chris schon bald verfallen sind. SIGHTSEERS macht Spaß und ist durch den eigenwilligen Umgang mit Bild und Ton, die nicht immer korrespondieren, darüber hinaus auch noch interessant anzuschauen. SIGHTSEERS war der Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2012 und hielt auch einer erneuten Sichtung nach wie vor Stand.

DER HYPNOTISEUR (1:2.35, DD 5.1)
OT: Hynotisören
Verleih: Prokino (Fox)
Land/Jahr: Schweden 2012
Regie: Lasse Hallström
Darsteller: Mikael Persbrandt, Lena Olin, Tobias Zilliacus
Kinostart: 21.02.2013

Als eine Familie fast komplett einem unbekannten Mörder zum Opfer fällt, überlebt nur der Sohn. Weil dieser im Koma liegt, soll der in Ungnade gefallende Arzt und Hypnotiseur Erik Bark Kontakt mit ihm aufnehmen. Mit Erfolg: unter Hypnose erzählt der Sohn von einem Brief. Hat ihn seine wie vom Erdboden verschwundene ältere Schwester verfasst? Während sich der ermittelnde Kriminalbeamte auf die Suche nach der Schwester macht, geschieht ein weiteres Unglück: Eriks kleiner Sohn wird entführt. Die Forderung des Entführers: er darf nicht weiter Hypnotisieren, sonst stirbt der kleine Benjamin... Schwedenkrimis sind in. Oder sie waren es zumindest eine ganze Zeit lang. Jetzt springt auch Regisseur Lasse Hallström auf diesen Zug auf. Mit der Bestseller-Verfilmung DER HYPNOTISEUR von Lars Kepler jedoch scheint er sich den falschen Stoff gegriffen zu haben. Denn der überlange Film langweilt leider mehr als das er unterhält. Das liegt insbesondere an der extrem konventionellen Inszenierung sowie an den Ungereimtheiten in der Geschichte. Die macht es sich ziemlich einfach: wenn die Mutter verrückt ist, dann ist es der Sohnemann selbstverständlich auch. Und der ist dann sogar so verrückt, dass er aus dem Koma erwacht und von Null auf Hundert loslegt, als wäre nichts gewesen. Alle Welt weiß zudem, dass in einem Entführungsfall immer Polizisten im Hause des Entführten verweilen, um eingehende Erpresseranrufe abzufangen. Warum im vorliegenden Fall diese Polizisten nur am allerersten Tag vor Ort sind und sich danach in Luft auflösen, versteht vermutlich nur der Drehbuchautor. Ein weiteres Manko ergibt sich durch die Besetzung. So wird beispielsweise Mikael Persbrandt (KOMMISSAR BECK) für die Rolle des Erik Bark weit unter seinem Potenzial eingesetzt. Es bleibt rätselhaft, warum sich Lasse Hallström nach vielen internationalen Erfolgen ausgerechnet mit diesem sehr durchschnittlichen Krimi wieder in seiner schwedischen Heimat zurückmeldet.
Mittwoch, 19. Dezember 2012
Ein Flüchtling als Samenspender
Ein deutsches Drama machte meinen Mittwochvormittag zu einem richtigen Drama.

ENDE DER SCHONZEIT (1:1.85, DD 5.1)
Verleih: farbfilm (24 Bilder)
Land/Jahr: Deutschland, Israel 2012
Regie: Franziska Schlotterer
Darsteller: Hans-Jochen Wagner, Brigitte Hobmeier, Christian Friedel
Kinostart: 14.02.2013

Ein Bauernhof im Schwarzwald 1942. Seit zehn Jahren sind Emma und Fritz verheiratet, aber nach wie vor kinderlos. Die Arbeit bestimmt den Alltag, Zeit für Zärtlichkeiten gibt es nicht. Eines Nachts entdeckt Fritz beim Wildern den jungen Albert im Unterholz. Er nimmt ihn mit auf den Bauernhof und gewährt im Unterschlupf, wohl wissend, dass Albert ein Jude ist. Emma geht auf Distanz, aber Fritz findet Gefallen an Albert und lässt ihn heimlich auf dem Hof arbeiten. Eines Tages bittet er ihn um einen Gefallen: Albert soll an seiner Stelle Emma schwängern, damit endlich ein Stammhalter nachkommt. Anfangs noch zögern willigt Albert schließlich ein. Dann jedoch passiert etwas Unvorhergesehenes: Emma verliebt sich in den Juden... Die Bilder wirken farblos und matt und der Bauernhof wird von einer deprimierender Stimmung dominiert. Regisseurin Franziska Schlotterer und Kameramann Bernd Fischer visualisieren nicht nur die Beziehung zwischen den Eheleuten perfekt, sondern gleichzeitig auch die drückende Stimmung im Dritten Reich, die bis ins letzte Bergdorf reicht. Erzählt wird die tragische Geschichte rückblickend aus der Sicht von Albert, der Anfang der siebziger Jahre von seinem vermeintlichen Sohn Bruno in einem israelischen Kibbuz zur Rede gestellt wird. Es ist eine jener schon so oft erzählten Geschichten, für die offenbar gerade deutsche Filmemacher prädestiniert sind sie zu erzählen. Und sie ist ziemlich vorhersehbar – auch für ungeübte Kinogänger. Womit dann eigentlich nicht mehr viel bleibt, was den Film interessant machen und ihn von einem durchschnittlichen Fernsehfilm unterscheiden würde.
Dienstag, 18. Dezember 2012
Frauenpower und Alkoholprobleme
Nach dem Hochgefühl, das mir der erste Film verursachte, wurde ich vom zweiten Film schnell wieder auf den Boden geholt.

WILLKOMMEN IN DER BRETAGNE (1:1.85, DD 5.1)
OT: Bowling
Verleih: Alamode
Land/Jahr: Frankreich 2011
Regie: Marie-Castille Mention-Schaar
Darsteller: Mathilde Seigner, Catherine Frot, Firmine Richard
Kinostart: 31.01.2013

Als die Personalmanagerin Catherine ihre Stelle in einem Krankenhaus im bretonischen Carhaix antritt, macht das die Belegschaft bereits misstrauisch. Denn Catherines große Aufgabe besteht darin, das Krankenhaus rentabel zu machen. Das Problemkind ist ausgerechnet die Entbindungsstation – es gibt einfach zu wenig Geburten. Trotz ihrer heiklen Aufgabe gelingt es Catherine, mit den Frauen dieser Station ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen und wird von ihnen sogar in das örtliche Bowling-Team aufgenommen. Als jedoch von oberster Management-Ebene beschlossen wird, die Entbindungsstation zu schließen, kippt die gute Stimmung. Aber Bretonen wären keine Bretonen, wenn sie einfach kampflos aufgeben würden... Mit dem etwas unglücklich gewählten deutschen Titel möchte der deutsche Verleiher vermutlich suggerieren, dass es sich um eine ähnlich herzhafte Komödie wie WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS handelt. Aber weit gefehlt. In Marie-Castille Mention-Schaars Komödie (entstanden nach einer wahren Geschichte) geht es nur vordergründig um die Eigenheiten der Bretonen, deren markanteste Eigenschaft die Sturheit ist. In seinem Grundaufbau könnte der Film so etwas wie Frankreichs Antwort auf den vorzüglichen WE WANT SEX (ebenfalls nach einer wahren Geschichte entstanden) sein. Und es ist ein richtig hübsche Antwort dazu. Sturheit und vor allem Frauenpower zahlen sich aus – so die klare Botschaft des im Original schlicht BOWLING betitelten Films. Es macht großen Spaß, gemeinsam mit dem sorgfältig ausgewählten Ensemble gegen die Schließung der Entbindungsstation aufzubegehren. Großen Anteil daran hat die Filmmusik von Erwann Kermorvant, der mit großem Orchester und an schottische Klänge erinnernden bretonischem Einschlag für große Emotionen sorgt. Auch flicht die Regisseurin immer wieder nette kleine Pointen in ihre Geschichte ein wie etwa den extrem neurotischen Fahrlehrer, bei dem Catherine ihre Fahrprüfung ablegen muss. WILLKOMMEN IN DER BRETAGNE ist Kino mit hohem Wohlfühlfaktor, nach dem man liebend gerne Bäume ausreißen möchte!

FLIGHT (1:2.35, DD 5.1)
OT: Flight
Verleih: Studiocanal
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Robert Zemeckis
Darsteller: Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly, John Goodman
Kinostart: 24.01.2013

Flugkapitän Whip Withaker ist es zu verdanken, dass nur sechs von mehr als Hundert Passagieren einen verheerenden Flugzeugabsturz nicht überlebt haben. Whitaker, der die Absturzursache auf Materialmängel schiebt, wird routinemäßig zum Gegenstand einer Untersuchung. Was bislang noch niemand weiß: Whitaker hat ein Alkoholproblem und hatte auch am Tag des Unglücks Alkohol im Blut. Um diesen Makel nicht öffentlich machen zu müssen, versucht er, dem Alkohol abzuschwören. Doch er scheitert und kommt schließlich an einen Punkt, an dem er sich entscheiden muss: soll er mit der Lüge weiterleben oder soll er sich seinen eigenen Dämonen stellen? - Dass sich hinter Robert Zemeckis neuestem Film nichts weiter verbirgt als ein Alkoholiker-Drama, versteht der Regisseur während der ersten halben Stunde sehr gut zu kaschieren. Da schildert er mit viel Liebe zum Detail und unter brachialem Bild- und Tonaufgebot den katastrophalen Flugzeugabsturz, bei dem Flugkapitän Whip Whitaker das Schlimmste gerade noch verhindern kann. Was sich daran anschließt, gibt sich in der Inszenierung leider recht bieder und wirft die Frage auf, warum für dieses Drama weitere zwei Stunden benötigt werden. Als willkommene Abwechslung gibt es zwei kurze Auftritte von John Goodman mit Vollbart, Sonnenbrille und kurzer Hose, der den skurrilen Kumpel von Whitaker mimt. Das ist zwar ganz lustig, wirkt aber im Gesamtkonzept wie ein Fremdkörper. Fazit: den langen Weg eines Trinkers bis hin zu seiner Läuterung haben andere Filme schon wesentlich packender inszeniert (erinnert sei an Billy Wilders THE LOST WEEKEND). Zemeckis‘ Film hingegen ist da fast schon langweilig.
Montag, 17. Dezember 2012
Der einsame Held
Blickt man auf die Pressewoche, so hat man nicht gerade das Gefühl, dass bald schon Weihnachten ist: acht weitere Screenings warten auf mich.

JACK REACHER (1:2.35, DD 5.1 + 7.1)
OT: Jack Reacher
Verleih: Paramount
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Christopher McQuarrie
Darsteller: Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, Werner Herzog
Kinostart: 03.01.2013

Das Blutbad, das ein Scharfschütze am hellichten Tag unter zufällig ausgewählten Passanten anrichtet, ist für die ermittelnden Kriminalbeamten schon innerhalb kürzester Zeit aufgeklärt. Die Indizien führen alle zu dem ehemaligen Armee-Scharfschützen James Barr. Doch anstatt ein Geständnis abzulegen, verlangt er nach einem gewissen Jack Reacher. Offensichtlich soll ihn der große Unbekannte entlasten. Doch der scheint wie vom Erdboden verschollen zu sein. Umso überraschter sind die Cops, als er plötzlich leibhaftig vor ihnen steht. Schon einmal hatte der ehemalige Militärpolizist gegen den Scharfschützen ermittelt – ohne Erfolg. Gemeinsam mit der Anwältin Helen Rodin macht er sich daran, den Fall zu lösen. Und der erscheint plötzlich nicht mehr so einfach und trivial wie anfangs gedacht. Nicht nur Reacher, auch die Anwältin schweben jetzt in Lebensgefahr... Die Skepsis, mit der ich in diese Pressevorführung ging und die das Ergebnis des zuvor gesichteten Trailers war, erwies sich als unbegründet. Vielmehr entpuppte sich JACK REACHER als handwerklich vorzüglich gestalteter Action-Thriller, der sich darüber hinaus auch noch wohltuend von ähnlichen Filmen abhebt. Denn anders als bei der Konkurrenz brennt diesem Film an keiner Stelle die Sicherung durch. Die Inszenierung läuft sehr entspannt ab und – jetzt kommt’s! – Tom Cruise und Rosamund Puke steigen nicht ins Bett. Allerdings sei auch gesagt, dass sich Tom Cruise (seines Zeichens Produzent des Films) in der Rolle des Jack Reacher als der einsame und über alles erhabene, durch und durch gute Held inszenieren lässt. Eine Rolle, in der er sich sichtlich gefällt. Der Spannung tut das aber keinesfalls einen Abbruch und der Unterhaltungswert ist stets gegeben. Bild- und vor allem tontechnisch mangelt es an Nichts. Regisseur Christopher McQuarrie weiß die Surrounds auch wirklich effektvoll zu nutzen. Interessant ist die Besetzung des Bad Guys mit Star-Regisseur Werner Herzog. Offensichtlich versucht er jetzt das Loch zu füllen, das Klaus Kinski hinterlassen hat. Und wer könnte das besser als sein erklärter Lieblingsfeind. Dass die Amerikaner den Start des Films aufgrund des neuerlichen Amoklaufs an einer amerikanischen Grundschule verschoben haben, ist verständlich.
Freitag, 14. Dezember 2012
Der Weltuntergang findet an einem Dienstag statt
Zum Abschluss der Woche ging es im Kino noch einmal richtig rund.

THE SAPPHIRES (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Sapphires
Verleih: Senator
Land/Jahr: Australien 2012
Regie: Wayne Blair
Darsteller: Chris O'Dowd, Deborah Mailman, Jessica Mauboy
Kinostart: 20.06.2013

Australien 1968. Noch immer gelten die Aborigines im eigenen Land als Menschen zweiter Klasse, als Fauna und Flora. Trotzdem träumen Gail, Cynthia und Julie von einer großen Karriere als Country & Western Trio. Bei einem lokalen Wettbewerb wird der Musiker und Manager David Lovelace auf die Mädchen aufmerksam. Da kommt eines zum anderen und die drei Girls – ergänzt durch die sehr hellhäutige Kay – gehen auf Tour. In Vietnam sollen sie die amerikanischen Truppen mit Soul-Musik begeistern. Liebe, Eifersucht und Ruhm werden zu ihren ständigen Begleitern... Hier ist es endlich – das Feel Good Movie der Saison, das so wunderbar in die Weihnachtszeit gepasst hätte, aber dem deutschen Publikum erst im Februar zugänglich gemacht wird. Die durch eine wahre Geschichte inspirierte Story hat alles, was einen guten Film ausmacht: Musik, Tanz, Gefühl, Drama und – ganz wichtig! – ein glückliches Ende. Vom großartigen Darsteller-Ensemble beeindruckt insbesondere Chris O’Dowd als Entdecker und Manager der Aborigines-Sängerinnen. Eine exzellente Auswahl an Soul-Klassikern wird den Musikliebhaber begeistern (und zum Kauf des Soundtrack-Albums animieren).

JESUS LIEBT MICH (1:2.35, DD 5.1)
Verleih: Warner
Land/Jahr: Deutschland 2012
Regie: Florian David Fitz
Darsteller: Jessica Schwarz, Florian David Fitz, Henry Hübchen, Hannelore Elsner
Kinostart: 20.12.2012

Gerade eben noch hat Marie ihre eigene Hochzeit platzen lassen, da läuft ihr Jeshua über den Weg. Die Gute kann natürlich nicht ahnen, dass es sich um Jesus handelt, der sich kurz vor dem Tag des jüngsten Gerichts (ein Dienstag übrigens) noch einmal die Menschen auf der Erde anschauen möchte. Prompt verliebt sich Marie in den Beau – und er in sie. Ob das vielleicht die Welt retten könnte? Florian David Fitz, als Drehbuchautor und Hauptdarsteller mit VINCENT WILL MEER sehr erfolgreich, gibt mit der Romanverfilmung von David Safier sein Regie-Debüt – und erleidet damit leider gleich eine Bruchlandung. Der Film wirkt wie eines der vielen Event-Movies der privaten TV-Kanäle. Sprich: ein kleines bisschen Feeling, etwas mehr visuelle Effekte mit Peng! und ganz viel Klamotte. Wäre da nicht Marcel Barsottis fulminanter Score gewesen, ich wäre in arge Versuchung geraten, die Pressevorführung rechtzeitig zu verlassen. Seine Filmmusik hält einmal mehr Stand mit den besten Scores aus Übersee und verleiht dem missratenen Film wenigstens noch Anstand und Würde. Fitz gibt sicherlich einen Bilderbuch-Jesus und Nicholas Ofczarek einen herrlich schmierigen Teufel ab, aber das genügt einfach nicht für einen richtigen Kinofilm. Aber Schwamm drüber – beim nächsten Mal wird es bestimmt richtig gut.
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Gruseln und Lachen
Heute gab es zwei Filme aus deutscher Produktion, aber aus vollkommen entgegengesetzten Filmgenres.

ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN? (1:2.35, DD 5.1)
AT: 205 – Zimmer der Angst
Verleih: NFP (Filmwelt)
Land/Jahr: Deutschland 2011
Regie: Rainer Matsutani
Darsteller: Jennifer Ulrich, Julia Dietze, Inez Björg David
Kinostart: 04.04.2013

Um endlich auf eigenen Beinen zu stehen, entschließt sich die junge Katrin, Psychologie zu studieren. Im Studentenwohnheim bezieht sie ausgerechnet jenes Zimmer, dessen Vorbewohnerin auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ist. Fast scheint es so, als würde der Geist der verschollenen Studentin nach wie vor Zimmer 205 bewohnen. Oder ist es nur in Katrins Einbildung, hervorgerufen durch ihre abgesetzte Medizin? Als jedoch plötzlich ausgerechnet jener Student, mit dem sie eine Nacht verbracht hat, unter geheimnisvollen Umständen in der Waschküche des Heims ums Leben kommt, beginnt Katrin mit Nachforschungen und begibt sich damit in tödliche Gefahr... Es ist ein Jammer, dass deutsche Genre-Filme fast immer am Drehbuch scheitern. Ein Jammer deshalb, weil eben alles andere souverän beherrscht wird. Wenn in Rainer Matsutanis Mystery-Thriller die Kamera beispielsweise auf ein Loch in der Wand zoomt, aus dem dickflüssiges Blut quillt, und dieser Zoom unmerklich übergeht in einen anderen, bei dem aus einer Waschmaschine heraus auf die Protagonistin gezoomt wird, die gerade Wäsche einfüllt, dann macht das richtig Spaß und generiert Spannung. Zu diesem Zeitpunkt ist man dann auch noch durchaus gewillt, über Logikprobleme hinwegzusehen. Doch im Verlauf des Films überwiegen diese leider und das Licht flackert einfach zu oft, als dass man sich darüber noch gruseln könnte. Wenigstens lässt es der Film weitgehend offen, ob man als Zuschauer nur die subjektive Wahrnehmung von Katrin sieht oder ob es sich um objektive Bilder handelt. Aber möglicherweise ist sich das Drehbuch hierin selbst nicht ganz im Klaren. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass derlei technische Handwerkskunst, wie sie hier gezeigt wird, ein weitaus besseres Drehbuch verdient.

SCHLUSSMACHER (1:2.35, DD 5.1)
Verleih: Fox
Land/Jahr: Deutschland 2012
Regie: Matthias Schweighöfer, Torsten Künstler
Darsteller: Matthias Schweighöfer, Milan Peschel, Catherine De Léan, Nadja Uhl, Heiner Lauterbach
Kinostart: 10.01.2013

Bringen Sie es nicht übers Herz ihre aktuelle Beziehung zu beenden? Kein Problem. Denn dafür ist Paul genau der richtige Mann. Im Auftrag einer Trennungsagentur bringt er es Ihrer Beziehung mehr oder weniger schonend bei, dass es aus ist – und kümmert sich auch sonst um alles, was dazu gehört. So teilt er beispielsweise dem armen Toto nicht nur mit, dass seine Liebste mit ihm Schluss gemacht hat, sondern auch, dass er bitte sofort die Wohnung zu räumen hat. Damit aber hat Paul erst recht ein Problem. Denn um zu verhindern, dass sich das Sensibelchen Toto umbringt, muss er ihn fürs Erste bei sich aufnehmen. Und als ob das nicht schon genug wäre, macht auch noch Pauls Freundin mit ihm kurzerhand Schluss... “Liebe ist nichts für Feiglinge”, sagt Toto irgendwann im Film zu Paul, der das zu diesem Zeitpunkt aber noch lange nicht nachvollziehen kann. Doch diese Erkenntnis wird ihn am Ende des Films auch noch ereilen. Aber vielleicht ist es ja dann bereits zu spät? Auch seine zweite Regiearbeit führt Matthias Schweighöfer wieder in die Welt der Komödie. Jedoch ist nicht immer alles so richtig lustig in diesem romantischen Road-Movie, das seine Protagonisten quer durch die Republik schickt. Immer wieder erliegen die Filmemacher der Versuchung, es genauso gut (oder besser: schlecht) zu machen wie ihre großen Vorbilder in Hollywood. Die wohl beleibte Dame ohne jedwedes Lächeln etwa, mit der Toto unfreiwilligerweise in der Disco anbandeln muss, könnte direkt aus BRAUTALARM entsprungen sein. Und die Landung mit dem Auto auf Drahtseilen in schwindelerregender Höhe ist ebenfalls typisch amerikanisch. Als ob es nicht auch typisch deutschen Humor gäbe. Und tatsächlich gibt es ihn – wenn auch nur für einen kurzen Moment: in Form des Comedy-Duos “Badesalz”, das in die Uniformen einer Hotelrezeption schlüpft und mit englisch-hessischer Mundart zum Lachen animiert. Mehr davon und der Film wäre richtig gut geworden. So aber wirkt er nur halbgar. Dem Spiel von Schweighöfer und Kollege Milan Peschel tut das natürlich keinen Abbruch – sie meistern ihre Rollen bravourös.
Dienstag, 11. Dezember 2012
Muttertag
Im ersten Film eine alles unter Kontrolle haltende Mutter, im zweiten eine an Alzheimer leidende – in der Presse war heute Muttertag.

STAUB AUF UNSEREN HERZEN (1:1.85, 5.1)
Verleih: Movienet (24 Bilder)
Land/Jahr: Deutschland 2012
Regie: Hanna Doose
Darsteller: Susanne Lothar, Stephanie Stremler, Michael Kind
Kinostart: 17.01.2013

Kathi, alleinerziehend mit einem kleinen Sohn, versucht sich als Schauspielerin. Doch ihre langsame Art ist dafür leider kontraproduktiv. Ihrer Mutter Chris kommt das gerade recht. Denn die Lebensberaterin will die volle Kontrolle über ihre Tochter haben. Nicht ohne Hintergedanken hat sie die Wohnung unter ihrer Wohnung gekauft, in die Kathie mit ihrem Kind einziehen soll. Als plötzlich Kathis Vater wieder auftaucht, um sich mit seiner Ex, Kathis Mutter, wieder zu versöhnen, führt dies dazu, dass Mutter und Tochter ihren Konflikt nicht länger unterdrücken können... Hanna Doose inszenierte ihren Film ohne große Kinkerlitzchen, dafür aber umso authentischer. Das allerdings macht das Duell zwischen Mutter und Tochter zu einer Zerreißprobe für den Zuschauer. Will man das wirklich im Kino sehen? Wenn man auf Heile-Welt-Filme gepolt ist, dann sollte man STAUB AUF UNSEREN HERZEN tunlichst vermeiden. Ist man jedoch an psychologisch interessanten Themen interessiert und kann vielleicht sogar auf ähnliche Probleme aus dem eigenen Umfeld zurückgreifen, dann bietet der Film mit Sicherheit eine große Menge an Wiedererkennungspotenzial. “Das geht anderen also genauso so,” wird sicher einer der Gedanken sein, der sich dann manifestieren wird. Getragen wird der Film von einem überzeugenden Ensemble, allen voran Susanne Lothar als Mutter und Stephanie Stremler als Tochter.

VERGISS MEIN NICHT (1:1.85, DD 5.1)
Verleih: farbfilm
Land/Jahr: Deutschland 2012
Regie: David Sieveking
Kinostart: 31.01.2013

Vollkommen unvorbereitet trifft David Sieveking die Nachricht, dass seine Mutter an Alzheimer erkrankt ist. Der Dokumentarfilmer entschließt sich daraufhin, in die Heimat zu reisen und die ganze Angelegenheit im Film zu dokumentieren. Herausgekommen ist dabei ein sehr persönlicher, fast schon intimer Film nicht nur über Davids Mutter, sondern über die ganze Familie. Sein Vater, ein pensionierter Mathematiker, hatte sich seinen Ruhestand eigentlich ganz anders vorgestellt. Doch seit die 73-jährige Gretel an ihrer Demenzkranheit leidet, bestimmt die Pflege seiner Frau seinen gesamten Tagesrhythmus. Was dies tatsächlich bedeutet, bekommt David am eigenen Leib zu spüren, als sich sein Vater eine Auszeit nimmt und in die Schweiz reist und ihm die Pflege der Mutter überlässt. Die Szenen, die er in seinem Film zeigt, sind manchmal zum Lachen komisch, jedoch bleibt einem dieses Lachen oft im Halse stecken angesichts der Tragödie, die über die Familie hereinbricht. Als David realisiert, dass er über seine Mutter, die nichts mehr weiß, eigentlich selber gar nichts weiß, wird in ihm der Wunsch geweckt, mehr über seine Mutter zu erfahren. Nach und nach beginnt David die gesamte Familiengeschichte aufzuarbeiten und macht dabei erstaunliche Entdeckungen. Es lässt sich natürlich schwer abschätzen, wieviel von dem, was David Sieveking in seinem Film zeigt, tatsächlich echt ist oder nicht. Zweifelsfrei leidet seine Mutter, der er diesen Film gewidmet hat, an der unheilbaren Krankheit. Doch sind seine Reaktionen und die Art und Weise, wie er mit seiner Mutter umgeht, echt oder für die Kamera inszeniert? Unabhängig davon gelingt es dem Film, für Gretel Sympathien aufzubauen und ermöglichen es dem Zuschauer, sich nicht nur in ihre Lage hineinzuversetzen, sondern auch in die der Angehörigen.

Video: im Gespräch mit Regisseur David Sieveking
Video: Q&A mit David Sieveking in Stuttgart
Montag, 10. Dezember 2012
Zurück in Mittelerde
Mit großem Blockbuster-Kino startete heute die vorletzte Pressewoche des Jahres.

DER HOBBIT – EINE UNERWARTETE REISE (1:2.35, 3D, HFR, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: The Hobbit: An Unexpected Journey
Verleih: Warner
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Sir Ian McKellen, Martin Freeman, Richard Armitage, Christopher Lee, Elijah Wood
Kinostart: 13.12.2012

Nichts liebt er so sehr wie sein kuscheliges Zuhause. Doch als eines Tages Zauberer Gandalf bei ihm aufkreuzt und ihn zu einem Abenteuer einlädt, befindet er sich schon bald in Gesellschaft eines verwegenen Haufen von Zwergen, die ihr einstiges Zuhause wieder zurückerobern wollen. Da ist dann die Tatsache, dass er sein Taschentuch zuhause vergessen hat, noch das kleinste Problem... Eines ist klar: es bedarf schon an echtem Sitzfleisch, um Peter Jacksons erneuten Ausflug nach Mittelerde zu überstehen. Denn mehr als 160 Minuten ohne Pause können Coach Potatoes nicht mehr aushalten – sind sie doch schon seit Jahren von der Werbeindustrie auf Werbeunterbrechungen im Fernsehen konditioniert. Doch wer sich in eine pausenlose Vorführung von DER HOBBIT wagt, der wird reichhaltig belohnt. Die Action in dieser Vorgeschichte zu der HERR DER RINGE Trilogie ist derart furios, dass eine Pause ihren adrenalintreibenden Fluss extrem stören würde! Es ist unglaublich, was mittels modernster Computertechnik im Film inzwischen möglich ist. Da fliegen die Kameras quasi schwerelos durch die gigantische Szenerie, wie etwa in der Szene, in der die tapferen Gefährten gegen eine Überzahl greußlicher Gestalten antreten müssen. Neben solchen actiongeladenen Szenen haben die Drehbuchautoren allerdings auch den Humor nicht vergessen. Wenn der arme Bilbo beispielsweise von einem riesigen Troll kurzerhand als Taschentuch verwendet wird, dann darf gekichert und auch geschmunzelt werden – auch wenn das total ekelig ist. Darsteller, Musik, Kameraarbeit (hervorragend in 3D, speziell in dafür ausgestatteten HFR-Kinos) und Tonmischung lassen keine Wünsche offen. Keine Frage: DER HOBBIT wird die Kinokassen klingeln lassen und das Publikum bereits jetzt auf die Fortsetzung heiss machen.
Freitag, 07. Dezember 2012
Zoo und Altenheim
Geschafft – die letzten beiden Pressevorführungen dieser Woche sind absolviert. Und heute war es sogar noch anstrengend.

DIE NACHT DER GIRAFFE (1:1.85, DD 5.1)
OT: Kebun Binatang
Verleih: Neue Visionen
Land/Jahr: Indonesien, Deutschland, Hongkong, China 2011
Regie: Edwin
Darsteller: Ladya Cheryll, Nicholas Saputra, Adjie Nur Ahmad
Kinostart: 17.01.2013

Schon als kleines Mädchen lernt Lana den Zoo kennen. Hier hat sie ihr Vater ausgesetzt und hier wächst sie auf. Sie liebt die Tiere über alles. Als sie zu einer attraktiven jungen Frau herangereift ist, taucht ein geheimnisvoller Typ mit Cowboyhut im Zoo auf, der sie mit magischen Tricks begeistert. Lana folgt dem Zauberer und verlässt erstmals den Zoo. Als sich der Geheimnisvolle bei einem Zaubertrick in Rauch auflöst, taucht Lana in einem Erotik-Massage-Salon unter. Doch ihr Herz schlägt noch immer für ihr Zuhause – den Zoo. Um ganz ehrlich zu sein: ich habe diesen Film nicht ganz verstanden. Er macht es einem aber auch wirklich nicht einfach. Da werden mittels brutal eingeschnittenen Texttafeln Begriffe aus der Zoologie und der Tierhaltung definiert und sollen vermutlich in direkten Bezug zu der Handlungsweise der Protagonistin gesetzt werden. Dann gibt es stundenlange Einstellungen mit nervtötender Musik, die den Film auf gefühlte vier Stunden aufblähen (keine Sorge: er dauert unter zwei Stunden). In solchen Fällen pflege ich immer davon auszugehen, dass ich wieder ein kleines Stückchen Filmkunst sehen durfte.

DAS LIED DES LEBENS (1:1.85, 5.1)
Verleih: Lichtfilm (Filmagentinnen)
Land/Jahr: Deutschland 2012
Regie: Irene Langemann
Kinostart: 17.01.2013

Seit er seine Begeisterung für alte, “faltige” Stimmen gefunden hat, pendelt der Komponist Bernhard König ständig zwischen Stuttgart und Köln. Im Stuttgarter Generationenzentrum Sonnenberg interviewt er alte Menschen und versucht, deren verschüttete Träume und Traumata freizulegen und diese in Musik zu verwandeln. Dasselbe Projekt führt er mit dem Experimentalchor “Alte Stimmen” in Köln fort, einem Chor, bei dem das Mindestaufnahmealter 70 beträgt. Die Filmemacherin Irene Langemann begleitete den Komponisten über mehrere Monate bei seiner Arbeit. So werden wir Zeuge, wie die 78-jährige Magdalena Reisinger mit dem Lied “Kann denn Liebe Sünde sein” ihre schwere Kindheit verarbeitet oder die traurigen Erinnerungen des 91-jährigen Adam Adamszak Einzug in die Musik halten. Bernhard König entwickelt mit seinen alten Stimmen gemeinsam seine Kompositionen und verhilft damit den Altenheimbewohnern zu neuem Lebensmut. Auch wenn Irene Langemanns Dokumentarfilm längst nicht so mitreissend und emotional ist wie der vergleichbare YOUNG @ HEART, so zeigt er ganz deutlich, dass es oft nur einer bestimmten Begeisterung bedarf, um sich gegen die Widrigkeiten des Alters durchzusetzen. Und Musik kann in diesem Zusammenhang wahre Magie bewirken.
Donnerstag, 06. Dezember 2012
Sextourismus und Wellenreiten
Zwei Hobbys, zwei Filme...

PARADIES: LIEBE (1:1.85, DD 5.1)
Verleih: Neue Visionen
Land/Jahr: Österreich, Deutschland, Frankreich 2012
Regie: Ulrich Seidl
Darsteller: Margarethe Tiesel, Peter Kazungu, Inge Maux
Kinostart: 03.01.2013

Teresa kommt mit einem ganz bestimmten Ziel ins Ferienressort nach Kenia: die korpulente Mittfünfzigerin will endlich einmal wieder Zärtlichkeiten haben. Und was ihre beste Freundin kann, das kann sie doch sicher auch. Denn die hat dort einen festen schwarzen Lover, von dem sie Teresa ständig vorschwärmt. Tatsächlich findet Teresa auch schon bald einen geeigneten Kandidaten für sich. Oder besser: Er findet Sie. Was die naive Teresa jedoch noch nicht ahnt: ihrem Beachboy geht es nicht um Liebe, sondern nur um das Geld... Eigentlich ist die Protagonistin in Ulrich Seidls erstem Teil einer Trilogie auf der Suche nach Liebe, der echten, der wahren. Doch sie bekommt nur Sex. Und für den wird sie sogar zur Kasse gebeten. Die Entwicklung, die Teresa im Verlaufe des Films durchmacht, also von der Suche nach Liebe, die unerfüllt bleibt, bis hin zu einem abgeklärten, dekadenten Verhalten, wird von Margarethe Tiesel bravourös gemeistert (und sehr freizügig dazu). Auch ist die Perspektive in Seidls Film eine ganz andere als die üblicherweise im Kino gezeigte. Denn hier sind es nicht etwa ein paar Männer, die für sexuelle Abenteuer in ein fremdes Land reisen, sondern es sind Frauen jenseits der 50, die alle mit Übergewicht zu kämpfen haben. Für sie ist Kenia der letzte Zufluchtsort, um das zu bekommen, was ihnen die Heimat verwehrt. Seidls Film wirkt streckenweise dokumentarisch – so echt manchmal, dass man lieber nicht wissen möchte, ob tatsächlich alles nur gestellt ist. Der mit 120 Minuten überlange Film ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

MAVERICKS (1:1.85, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: Chasing Mavericks
Verleih: Senator
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Curtis Hanson, Michael Apted
Darsteller: Gerard Butler, Jonny Weston, Elisabeth Shue, Leven Rambin
Kinostart: 17.01.2013

Als ihm sein Nachbar Frosty mit seinem Surfbrett das Leben rettet, ist es um den achtjährigen Jay geschehen: er hat seine Bestimmung gefunden – das Wellenreiten. Sieben Jahre später überredet der nur bei seiner Mutter aufwachsende Jay Frosty, ihm das Surfen der “Mavericks” genannten, haushohen Wellen beizubringen. Schon bald wird Frosty zu einem Ersatzvater für Jay und auch Frosty, selbst Familienvater, gewinnt durch die Beziehung zu seinem Schüler: hier kann er der Vater sein, den er selbst gerne gehabt hätte... MAVERICKS erzählt die wahre Geschichte des Jay Moriarty, der Mitte der neunziger Jahre zur Surfer-Legende wurde. Was an der visuellen Umsetzung der Geschichte leider vollkommen misslungen ist, ist das Bildformat. Denn die Filmemacher entschieden sich für das in der Breite eingeschränkte 1:1.85 Seitenverhältnis. Das lässt zwar die gigantisch hohen Wellen recht imposant aussehen, aber längst nicht so spektakulär, wie das ein bildwandfüllendes CinemaScope gemacht hätte. Die Vermutung liegt nahe, dass hier die digitale Kameratechnik das kleine Bildformat diktiert hat. Was übrig bleibt ist ein Film ohne einen richtigen “Impact”, er bietet viel zu wenig Drama. Auch wenn die Geschichte auf Tatsachen beruht, so wirkt sie dennoch abgedroschen. Die Story vom Meister und seinem Schüler, mit dem man am Ende als Zuschauer richtig mitfiebert, wurde in KARATE KID Mitte der achtziger Jahre hervorragend durchexerziert. Und irgendwie erinnert MAVERICKS in seiner Grundkonstellation an diesen Klassiker – was nicht nur daran liegt, dass in beiden Fällen Elisabeth Shue mit von der Partie ist. Die dominierende Figur im Film wird von Gerard Butler gespielt, dem man durchaus die Besessenheit für die Wellen abnimmt. Ganz im Gegensatz zu Jonny Weston, bei dem sich die Begeisterung für das Wellenreiten nicht so ganz nachvollziehen lässt. Er besitzt schlicht zu wenig Charakter. Letztendlich bietet der Film insgesamt nicht sonderlich viel Substanz, so dass nur noch die Bilder der riesigen Wellen übrigbleiben. Und die hätten, wie bereits eingangs erwähnt, wesentlich beeindruckender sein können.
Mittwoch, 05. Dezember 2012
Tsunami und Folklore
Halbzeit in der Pressewoche: ein Katastropendrama und eine Musikdoku standen heute auf dem Terminplan.

THE IMPOSSIBLE (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Impossible
Verleih: Concorde
Land/Jahr: Spanien, USA 2012
Regie: Juan Antonio Bayona
Darsteller: Naomi Watts, Ewan McGregor, Geraldine Chaplin
Kinostart: 31.01.2013

Gemeinsam mit ihren drei Söhnen genießen Henry und Maria Bennett die Weihnachtszeit in einem Ferienressort an der Küste Thailands. Wie aus dem Nichts bebt die Erde eines Morgens und ein riesige Flutwelle rollt auf die Küste zu. Die Familie wird jäh getrennt. Als Maria wieder zu sich kommt, treibt sie mit ihrem ältesten Sohn Lucas zusammen im Wasser – um sie herum ist alles zerstört, Henry und die beiden jüngeren Söhne unauffindbar. Schwer verletzt wird Maria von Einheimischen geborgen und zusammen mit Lucas in ein Krankenhaus gebracht. Werden die beiden jemals wieder den Rest der Familie sehen? - Bereits das Sounddesign der ersten Szenen des Films lassen schon erahnen, welche Katastrophe auf die fünfköpfige Familie hereinbrechen wird. Es sind bedrohliche, unheimliche Laute. Die Katastrophe selbst – jener Tsunami, der Tausenden von Menschen im Jahre 2004 das Leben kostete – ist höchst beeindruckend in Szene gesetzt, verliert jedoch ihren Schrecken etwas, weil wir als Zuschauer schon darauf vorbereitet waren. Viel schlimmer anzuschauen sind die Momente, nachdem das Wasser wieder zurückgegangen ist und das ganze Ausmaß der Zerstörung häppchenweise freigibt. Mit großer emotionaler Wucht, an der die Filmmusik von Fernando Velazquez erheblichen Anteil hat, zeigt Regisseur Juan Antonio Bayona am Beispiel einer einzigen Familie die Folgen dieser Naturkatastrophe. Er nimmt seine Zuschauer mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, an deren Ende dann immerhin die Hoffnung steht. Im Gegensatz zu den großen Katastrophenfilmen der siebziger Jahre unterscheidet sich Bayonas Film darin, dass er auf einer wahren Begebenheit beruht und weniger auf Suspense als vielmehr auf Gefühle setzt. THE IMPOSSIBLE fesselt 114 Minuten.

BALKAN MELODIE (1:1.85, 5.1)
Verleih: Ventura
Land/Jahr: Deutschland, Bulgarien, Schweiz 2012
Regie: Stefan Schwietert
Darsteller: Marcel Cellier, Catherine Cellier
Kinostart: 07.02.2013

In den siebziger Jahren bereiste der Schweizer Musikliebhaber Marcel Cellier gemeinsam mit seiner Frau den Balkan. Fasziniert von der Musik Rumäniens und Bulgariens besuchten die beiden immer wieder diese beiden Ostblockländer. Mit Tonbandaufnahmen, die Cellier vor Ort machte und in unzähligen Radiosendungen verwendete, machte er die osteuropäische Musik international bekannt. Er war es auch, der den Panflöten-Virtuosen Gheorghe Zamfir entdeckte und ihn im Westen weltberühmt machte. Aber auch die Schallplatten, die Cellier mit den Frauenstimmen von “Le Mystere Des Voix Bulgares” produzierte, verkauften sich millionenfach und bescherten dem Schweizer sogar einen Grammy. In seinem Dokumentarfilm porträtiert Stefan Schwietert nicht nur den Mann, dessen Passion die Musik ist, sondern bietet auch gleichzeitig einen Streifzug durch die osteuropäische Folklore, die sich letztendlich als das beste Produkt, das der Kommunismus hervorbrachte, entpuppte. Angereichert mit authentischem Filmmaterial, das Celliers Frau Catherine auf den gemeinsamen Reisen aufgenommen hat, dürfte diese Doku nicht nur Freunden folkloristischer Musik gefallen.
Dienstag, 04. Dezember 2012
Blutige Action und freizügige Gefühle
Erst holt sich Jason Statham eine blutige Nase und danach entblößt sich Helen Hunt – mein dienstägliches Kontrastprogramm.

PARKER (1:2.35, DD 5.1)
OT: Parker
Verleih: Constantin
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Taylor Hackford
Darsteller: Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chiklis, Nick Nolte
Kinostart: 07.02.2013

Nachdem Parker (Jason Statham) gemeinsam mit vier anderen Kriminellen erfolgreich das Geldbüro des Jahrmarkts von Ohio überfallen hat, wollen ihn seine Kumpels zu einem weitaus größeren Coup überreden. Als Parker nicht einwilligt, versuchen sie ihn umzulegen. Doch Parker überlebt. Als seine Komplizen ihr großes Ding vorbereiten, ahnen sie nicht, dass Parker ihnen bereits auf den Fersen ist... Einmal mehr schlüpft Jason Statham in die Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben zu sein scheint: die des gutherzigen Kriminellen, der immer alles im Griff hat und sich gerne prügelt. “This is not about money!” sagt er dann auch folgerichtig dem Oberschurken ins Gesicht, bevor er ihn kaltblütig exekutiert. Natürlich geht es nicht um das liebe Geld (als ob es schon jemals nur um das Geld gegangen wäre!), sondern nur um Ehre und Gerechtigkeit – eben jenen Tugenden, die einen Kleinkriminellen, wie ihn Statham verkörpert, ausmacht. PARKER gehört zu der Kategorie von Filmen, die einem das Popcorn-Essen im Kinosaal recht angenehm gestalten, den man aber nach Verlassen des Saals auch gleich wieder komplett vergessen hat. Regisseur Taylor Hackford und sein Kameramann J. Michael Muro geben sich große Mühe, ihren Film wenigstens optisch aufzupolieren, was ihnen durchaus gelingt (insbesondere während der Titelsequenz). Alles andere läuft nach vorgegebenen Mustern ab. Jennifer Lopez in der Rolle der Immobilienmaklerin, die ein Auge auf den Action-Helden geworfen hat, wirkt da leider irgendwie fehl am Platz. Da kommt sofort der Gedanke auf, dass ihre Rolle erst hinterher ins Drehbuch geschrieben wurde, weil noch ein weiblicher Star fehlte. Nichtsdestotrotz wird das den Fan von oberflächlichen Action-Filmen nicht weiter stören. Das Statham jedoch weitaus besser kann, hat er mit THE BANK JOB bereits bewiesen.

THE SESSIONS – WENN WORTE BERÜHREN (1:1.85, DD 5.1)
OT: The Sessions
Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Ben Lewin
Darsteller: John Hawkes, Helen Hunt, William H. Macy
Kinostart: 03.01.2013

Er geht schnurstracks auf die 40 zu und hatte noch nie im Leben Sex: Mark O’Brien lebt seit seiner Kindheit mit einer “Eisernen Lunge” – ein echter Hemmschuh für Zärtlichkeiten. Weil er nicht weiß, wie lange er noch zu leben hat, vertraut er sich schließlich einer Sextherapeutin an. Cheryl ist auf Fälle wie ihn spezialisiert und will ihm mit ganzem Körpereinsatz in insgesamt sechs Sitzungen alles beibringen, was er über Sex wissen muss. Da geschieht das Unvermeidliche: Mark verliebt sich in seine Therapeutin... Der auf einer wahren Geschichte beruhende Film besticht vor allem durch seine extreme Offenheit. Hier wird Sex in verbaler und auch bildlicher Form ohne Hemmungen praktiziert! Für einen amerikanischen Film ist das schon fast eine Sensation. Noch erstaunlicher ist, dass Helen Hunt in der Rolle der Sex-Therapeutin ohne Scham im Evaskostüm agiert (bei dem Körper bedarf es aber auch wirklich keines Schamgefühls!). Der offene Umgang mit der Sexualität in THE SESSIONS macht diesen Film dadurch nicht etwa zu einer schlüpfrigen Angelegenheit, sondern macht es überhaupt erst möglich, dass er sich seinem Thema auf eine höchst sensible Weise nähert – dem Sex mit körperlich behinderten Menschen. Am Extrembeispiel des kalifornischen Journalisten und Poeten Mark O’Brien, der fast sein ganzes Leben paralysiert verbringen muss, zeigt er, dass auch solche Menschen ein Verlangen nach Lust und Liebe haben – vielleicht sogar mehr noch als körperlich Gesunde. Der offene Umgang mit Sexualität findet darüber hinaus auch noch zwischen Mark und dem katholischen Pfarrer Brendan, der Mark ständig die Beichte abnehmen muss – und Mark nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ben Lewin hat mit THE SESSIONS einen sehr einfühlsamen Film mit einer großartigen Besetzung geschaffen.
Montag, 03. Dezember 2012
Nein zur Diktatur
Die bis zum Bersten gefüllte Pressewoche startete heute mit einem nach Tatsachen entstandenen Politthriller

NO (1:1.33, DD 5.1)
OT: No
Verleih: Piffl
Land/Jahr: Chile, Mexiko 2012
Regie: Pablo Larraín
Darsteller: Gael García Bernal, Alfredo Castro, Antonia Zegers
Kinostart: 07.03.2013

Chile 1988. Auf internationalen Druck hin lässt Diktator Pinochet eine Volksabstimmung durchführen, die über den Fortbestand seiner Regierung entscheiden soll. Die Führungsriege der Opposition engagiert daraufhin den jungen Werbefachmann René Saveedra, der die Fernsehspots für ihr “No!” zur Diktatur inszenieren soll. Was sich anfangs noch als ein guter Job anfühlt, entwickelt sich während der 27 Tage bis zur Abstimmung zu einem zunehmend gefährlichen Spiel für René und sein Team... Eine Verschmelzung von Raum und Zeit nennt Regisseur Pablo Larrain den visuellen Stil, den er für seinen auf tatsächlichen Begebenheiten beruhenden Film gewählt hat. Gemeint ist damit die Tatsache, dass er mit uralten, analogen Umatic-Kameras hat drehen lassen – derselben Technik also, mit der seinerzeit die im Film gezeigte Werbekampagne hergestellt wurde. So nobel seine künstlerischen Absichten auch sein mögen, man kann sich als Zuschauer nur sehr schwer an diese suboptimale Bildästhetik gewöhnen. Mit ihrem dunklen, oft ins Schwarzweiße tendierenden Bild strengt sie die Augen extrem an. Warum Larrain allerdings nicht auch tonseitig eine passende Ästhetik gewählt hat, sondern hier mit modernstem 5.1-Sound aufwartet, bleibt ein Rätsel. Konsequent ist das auf keinen Fall. Die unorthodoxe Bildwahl soll es dem Zuschauer darüber hinaus auch erschweren, zwischen Archivmaterial und Nachdrehs zu unterscheiden. So zumindest sieht das der Regisseur; der Zuschauer hingegen wird sehr wohl eine Unterscheidung machen können. Abgesehen von der eigenwilligen, inhomogenen Gestaltung des Films erweist sich dieser als eine höchst interessante Parabel über die Macht der Werbung und wie diese gezielt für politische Zwecke eingesetzt werden kann.

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