Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

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Freitag, 30. August 2013
Menschen in der Landschaft
Zur Abwechslung gab es heute mal wieder einen Dokumentarfilm zu sehen

AM ENDE DER MILCHSTRASSE (1:1.85, 5.1)
Verleih: Neue Visionen
Land/Jahr: Deutschland 2012
Regie: Leopold Grün, Dirk Uhlig
Kinostart: 24.10.2013

Ein kleines Dorf irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern. Blühende Landschaften gibt es hier zuhauf, dafür aber keine Arbeit. Die Regisseure Leopold Grün und Dirk Uhlig porträtieren in ihrer Dokumentation ein paar der Einwohner der 50-Seelen-Gemeinde, die aus ihrer Not eine Tugend machen und sich auf längst vergessene Werte besinnen. Nachbarschaftshilfe und Solidarität macht sich hier breit, weil ein Überleben am Existenzminimum sonst kaum möglich wäre. Der Film bleibt unkommentiert, alleine die Protagonisten kommen zu Wort. Ihr Alltag ist geprägt von harter Arbeit, Erinnerungen an das alte Regime, in dem vieles besser war, und von Verlust. Der über mehrere Jahre entstandene Film weist dabei leider keine Kinoqualitäten auf, sondern bleibt leider extrem dem Fernsehformat verbunden. Schade eigentlich.
Donnerstag, 29. August 2013
Die Liebe ist französisch
Eine sympathische Liebeskomödie hat mir den Morgen versüsst!

UNTER DEM REGENBOGEN (1:1.85, DD 5.1)
OT: Au Bout Du Conte
Verleih: Film Kino Text
Land/Jahr: Frankreich 2013
Regie: Agnès Jaoui
Darsteller: Agnès Jaoui, Jean-Pierre Bacri, Agathe Bonitzer
Kinostart: 17.10.2013

Laura ist 24 Lenze jung und wartet ungeduldig auf ihren Traumprinzen. In Sandro glaubt sie ihn endlich gefunden zu haben. Oder ist es vielleicht Maxime, der kurze Zeit später auftaucht? Derweil hat Sandros Vater Pierre ganz andere Probleme. Nicht nur mit seiner neuen Lebenspartnerin, auch ganz eigene, wurde ihm doch sein Todesdatum vorhergesagt – und dieses naht in Riesenschritten. Lauras Tante Marianne indes nimmt bei Pierre Fahrunterricht, was den ganz und gar nicht aus der Ruhe bringt, weil er ja sein Todesdatum bereits kennt... Wenn ein Völkchen etwas von der Liebe versteht, dann sind es selbstverständlich die Franzosen. Mit ihrer leichtfüßigen Romantikkomödie UNTER DEM REGENBOGEN liefert Regisseurin den Beweis dafür, dass in diesem Klischee tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit liegt. Gemeinsam mit Schauspielerkollege Jean-Pierre Bacri hat sie ein Drehbuch verfasst, das richtig Spaß macht. Hinzu kommt das handverlesene Ensemble, allen voran Jaoui und Bacri, das die Geschichte auf wunderbare Weise mit Leben erfüllt. Es fällt nicht schwer, große Sympathien für alle Figuren zu entwickeln und sich am Ende gemeinsam mit ihnen zu freuen, wenn ein jeder Topf seinen passenden Deckel findet. Besonders schön auch der musikalische Teppich des Films, der von barocken Klängen bis hin zu elektronischen Akkorden reicht.

Dienstag, 27. August 2013
Liebe – mal so, mal anders
Das einzige Presse-Doppel der Woche beleuchtete die verschiedenen Facetten der Liebe

DIE SCHÖNEN TAGE (1:1.66, DD 5.1)
OT: Les Beaux Jours
Verleih: Wild Bunch
Land/Jahr: Frankreich 2013
Regie: Marion Vernoux
Darsteller: Fanny Ardant, Laurent Lafitte, Patrick Chesnais
Kinostart: 19.09.2013

Ihren Job als Zahnärztin hat sie an den Nagel gehängt, ihre beste Freundin ist vor ein paar Monaten gestorben. Die 60jährige Caroline, verheiratet, Mutter zweier erwachsener Töchter, steckt in einer Krise. Ein Schnupperabo für den örtlichen Seniorenclub soll ihr helfen sich neu zu orientieren. Da passiert etwas, womit Caroline nie im Leben gerechnet hätte: Julien, knapp 40 und Leiter des Computerkurses, macht sich an sie heran. Die beiden beginnen eine heimliche Affäre... Der Titel des Films ist doppeldeutig. Nicht nur heisst der Seniorenclub, den Caroline besucht, “Die schönen Tage”, auch erlebt die Protagonistin die schönen Tage mit ihrem jugendlichen Lover. Dass Marion Vernoux‘ Film ganz auf Frankreichs Diva Fanny Ardent zugeschnitten ist, merkt man ihm in jeder Einstellung an. Die Kamera verliebt sich geradezu in diese temperamentvolle Frau, die es gar nicht fassen kann, dass ihr Julien Avancen macht. Vernoux‘ Film ist ein Film über die Liebe, die auch vor dem Alter nicht Halt macht. Und er kommt vollkommen ohne Kitsch und Pathos aus und führt die Geschichte sogar zu einem sehr versöhnlichen Ende. Bravo!

ICH FÜHL MICH DISCO (1:1.85, 5.1)
Verleih: Salzgeber
Land/Jahr: Deutschland 2013
Regie: Axel Ranisch
Darsteller: Frithjof Gawenda, Heiko Pinkowski, Christina Große
Kinostart: 31.10.2013

Florian ist anders. Nicht nur ist der Schüler ziemlich dick, er hätte auch viel lieber ein Klavier als das alte Moped von seinem Vater. Zu dessen vollkommenem Unverständnis. Denn als Turmspringtrainer (mit sehr korpulenter Figur!) hätte er viel lieber einen richtigen Mann zum Sohn gehabt und keinen gefühlvollen Weichling. Der wiederum fühlt sich nur von der Mutter richtig verstanden. Als die jedoch in ein Koma fällt, bleibt den beiden Männern nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren. Richtig schwierig wird es aber erst, als Florian sein Coming Out hat... Da muss man einfach lachen, wenn Papa Hanno seinem Bübchen das Mopedfahren schmackhaft zu machen versucht und das Ganze darin gipfelt, dass nicht nur das Moped zu Bruch geht, sondern auch noch das Familienauto dabei beschädigt wird. Hanno ist ein echtes Original und wird von Heiko Pinkowski auch als solches sehr überzeugend gespielt. Nicht besonders helle, aber liebenswert auf seine ganz eigene Art und Weise. Florian, hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Radu, einem Schüler seines Vaters, und der im Koma liegenden Mutter, die er über alles liebt, wird souverän von Newcomer Frithjof Gawenda porträtiert. Mit seinen vielen skurrilen sowie surrealen Einfällen gestaltet sich der Film sehr unterhaltsam, lässt viel Raum zum Schmunzeln und Lachen, vernachlässigt aber auch gleichzeitig die Gefühlsebene nicht. ICH FÜHL MICH DISCO ist nicht grosses Kino, sondern eher ein kleines Fernsehspiel, das man jedoch gerne anschaut.
Montag, 26. August 2013
Noch mehr Zwielicht
Wer TWILIGHT verpasst hat, der kann jetzt bei den CHRONIKEN DER UNTERWELT voll einsteigen...

CHRONIKEN DER UNTERWELT – CITY OF BONES (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Mortal Instruments: City Of Bones
Verleih: Constantin
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Harald Zwart
Darsteller: Lily Collins, Jamie Campbell Bower, Robert Sheehan
Kinostart: 29.08.2013

Die junge Clary, wohlbehütet aufgewachsen bei ihren Eltern, muss eines Tages erkennen, dass sie gar nicht die Person ist, für die sie sich hält. In Wirklichkeit nämlich existiert eine Parallelwelt, die nur für Wenige sichtbar ist und in der sie eine Schattenjägerin ist, deren Aufgabe darin besteht, Dämonen zu jagen. Von all den neuen Eindrücken und Erfahrungen vollkommen verwirrt, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter, die wie vom Erdboden verschwunden ist. Ihr zur Seite stehen ihr langjäriger platonischer Freund Simon und der blonde, gutaussehende Schattenjäger Jace... Wenn ein Film bereits wie seine eigene Parodie wirkt, dann weiß man eigentlich schon wohin die Reise geht. So begibt sich die Verfilmung des ersten Romans des Fantasy-Bestsellers von Cassandra Clare in das Fahrwasser der TWILIGHT Saga. Nach deren Ende gilt es schließlich die potenziellen Fans bei Laune zu halten und für die nächsten Jahr zu sichern. Allerdings gibt es berechtigte Zweifel daran, dass dieses Konzept auch tatsächlich aufgeht. Auch wenn alles aufgeboten wird was das Fantasy-Genre hergibt – Vampire, Dämonen, Werwölfe, Halbengel – spannend ist diese Geschichte eigentlich zu keiner Sekunde. Und so verkommt die zu Technorhythmen stattfindende Schlacht zwischen Schattenjägern und Vampiren mehr zu einer Lachnummer denn zu einem dramatischen Kampf. Zu allem Überfluss gibt es dann natürlich die ultimative Liebesgeschichte, die nach Erfüllung sucht, diese aber – zumindest vorerst – nicht finden wird, da Clary und Jace sich plötzlich als Bruder und Schwester wiederfinden. Aber keine Bange: es wird ja noch viele Fortsetzungen geben.
Freitag, 23. August 2013
Ein harter Freitag
Als ich nach dem ersten Film dachte, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte, lag ich ziemlich falsch. So wertete der zweite Film heute den ersten quasi zu einem Meisterwerk auf!

AM HANG (1:2.35, 5.1)
Verleih: Arsenal (Central)
Land/Jahr: Schweiz, Deutschland 2013
Regie: Markus Imboden
Darsteller: Henry Hübchen, Martina Gedeck, Maximilian Simonischek
Kinostart: 28.11.2013

Rein zufällig laufen sich zwei Männer über den Weg: Felix, ein älterer Herr mit Suizid-Gedanken, und Thomas, ein junger und attraktiver Mann, der Felix vor einem Fehltritt bewahrt. Die beiden kommen ins Gespräch und landen sehr schnell bei einem Thema: die Frauen und die Liebe. Während Thomas nicht an die einzig wahre Liebe glauben möchte, ist Felix von einer solchen Liebe überzeugt. So erzählt Felix von seiner Frau, deren Tod er noch nicht überwunden hat, und Thomas von einer heissen Affäre mit einer reifen Frau. Noch ahnt Thomas nichts davon, dass die Begegnung der beiden Männer alles andere als Zufall war... Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben, warum sich Markus Imboden in seiner Verfilmung des Bestsellers von Markus Werner um die Hauptpointe bringt. Denn während im Roman erst ganz am Schluss klar wird, dass es sich bei den Frauen in den beiden Geschichten um ein und dieselbe Person handelt, zeigt der Film dies bereits in den Rückblenden, da hier die Frau in beiden Fällen von Martina Gedeck gespielt wird. Ein Überraschungsmoment ist damit ausgeschlossen. Darüber hinaus wirken die Dialoge zwischen den Männern unglaublich künstlich – so unterhalten sich keine Männer! Hier wirkt der Film teilweise schon recht grotesk.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE (1:1.85, DD 5.1)
Verleih: Senator
Land/Jahr: Deutschland 2013
Regie: Helge Schneider
Darsteller: Helge Schneider, Rocko Schamoni, Tyree Glenn Jr.
Kinostart: 10.10.2013

Kriminalpolizist Roy Schneider wird auf den Plan gerufen, als ein entflohener Sträfling einen Kiosk überfällt und die Besitzerin vollspukt. Erbarmungslos skurril und ebenso surreal macht er fortan Jagd auf die zischende Eidechse... Es ist so schön, wenn der Schmerz nachlässt! Das waren zumindest meine ersten Gedanken nach Sichtung dieses Werkes. Helge Schneider, Hauptdarsteller gleich in mehreren Rollen, Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion, demonstriert mit diesem Film auf vortreffliche Weise, dass er alles andere als ein Gespür für Timing hat. Wenn es darum geht, einen Film so langweilig wie möglich zu machen – Herr Schneider wäre mein persönlicher Held! Als jemand, der gut und gerne Filme schaut, muss ich jedoch konstatieren: eine totale Verschwendung von Zeit und Geld. Dass man für derart stümperhafte Filme auch noch Fördermittel genehmigt bekommt, ist extrem grenzwertig. Ich sollte derartige Fördergelder auch schleunigst beantragen – die Chance stehen offensichtlich gut, dass man diese auch tatsächlich bekommt.
Donnerstag, 22. August 2013
Ein Rentner will es nochmal wissen
Das heutige Presse-Doppel stand ganz im Zeichen deutscher Produktion

SEIN LETZTES RENNEN (1:2.35, DD 5.1)
Verleih: Universum Film (24 Bilder)
Land/Jahr: Deutschland 2013
Regie: Kilian Riedhof
Darsteller: Dieter Hallervorden, Tatja Seibt, Heike Makatsch, Frederick Lau
Kinostart: 10.10.2013

Paul und Margot Averhoff sind schon in die Jahre gekommen und noch immer glücklich verheiratet. Als jedoch Margot zum wiederholten Male stürzt, wird das Paar von der Tochter kurzerhand in ein Altersheim einquartiert. Doch Paul findet sich nicht damit ab, Jahr für Jahr mit den anderen Alten zusammen Kastanienmännchen zu basteln. Paul will es nochmal wissen und besinnt sich auf das, wofür er berühmt wurde: der Ex-Marathon-Champion trainiert im Park vor dem Altenheim für den Berlin-Marathon. Der Heimleitung ist das ein großer Dorn im Auge, aber die Mitbewohner und auch seine Frau werden dadurch aus ihrer Lethargie gerüttelt... Kaum liest man den Namen “Dieter Hallervorden” auf einem Filmplakat, schon hört man im inneren Ohr das berühmte “Palim, Palim!”. Umso überraschender ist die Besetzung Hallervordens in Kilian Riedhofs Film. Denn ganz entgegen dem gewohnten Komödiencharakter darf Hallervorden hier endlich einmal in einer dramatischen Rolle brillieren. Und brillieren ist hier definitiv der richtige Ausdruck, denn der Künstler läuft in der Rolle des Ex-Marathon-Läufers und jetzigen Rentners Paul Averhoff zur Höchstform auf. Natürlich darf er hin und wieder auch einen kleinen Witz vom Stapel lassen, doch der gehört zu dem Sarkasmus, den der ins Altersheim abgeschobene Averhoff an den Tag legt. Man kann sich gut in seine Rolle hineinversetzen und versteht, was er denkt und wie er fühlt. Gegen Hallervorden wirken die anderen Darsteller allesamt etwas blass. Insbesondere Heike Makatsch als seine Filmtochter. Sie mag eigentlich gar nicht so recht ins Bild passen. Auch so mancher Bewohner des Altenheims ist in seinem Charakter etwas überzeichnet, doch stört dies nicht weiter den Filmgenuss. Dass hinterher alles wunderbar zusammenpasst und man am Ende mit dem Protagonisten wahrhaftig mitfiebert, ist der Filmmusik von Peter Hinderthür zu verdanken, die sich hinter keinem Hollywood-Score zu verstecken braucht. Freilich wird zum Schluss ziemlich dick aufgetragen, um auch Emotionen im Publikum hervorzurufen, aber bei einem solchen Film geht das durchaus in Ordnung. Lobende Erwähnung verdient auch die ausgezeichnete Kameraarbeit von Judith Kaufmann. Wer ein Wechselbad der Gefühle mag, der sollte sich diesen Film unbedingt anschauen.

SILVI (1:1.85, 5.1)
Verleih: Bildkraft
Land/Jahr: Deutschland 2013
Regie: Nico Sommer
Darsteller: Lina Wendel, Harald Polzin, Ivan Gallardo
Kinostart: 03.10.2013

Das Auto hält an, der Fahrer holt eine Flasche Bier und steigt aus. Zurück bleibt Silvia, 47. Ihr Ehemann hat ihr soeben den Laufpass gegeben, um sich einer Jüngeren zuzuwenden. Silvia ist zum ersten Mal alleine, die Kinder sind schon längst aus dem Haus. Sie beschließt per Kontaktanzeige jemand Neuen kennenzulernen. Schnell muss sie aber erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt... “Nach einer wahren Begebenheit” wird uns erst im Abspann des Films verraten. Mit fast dokumentarischem Stil wie ihn Andreas Dresen gerne einsetzt, erzählt Regisseur Nico Sommer die Geschichte einer Frau auf der Suche nach dem richtigen Partner, um ihre Einsamkeit auszufüllen. Die verschiedenen Typen, auf die sie im Laufe des Films trifft, geben sich anfangs immer sehr nett, doch irgendwann stößt Silvi auf des Pudels Kern und damit auf die teils recht verstörenden und gleichsam witzigen sexuellen Vorlieben ihrer Partner. Die Darsteller im Film wirken allesamt sehr authentisch, fast so, als wären es die realen Personen, auf denen die Geschichte basiert. Genau dadurch erhält der Film seinen ganz besonderen Reiz
Mittwoch, 21. August 2013
Dreck und Elend
Krieg ist niemals schön. Der heutige Film brachte dies unmissverständlich auf den Punkt.

DAS GROSSE HEFT (1:2.35, DD 5.1)
OT: A Nagy Füzet
Verleih: Piffl
Land/Jahr: Deutschland, Ungarn, Österreich 2013
Regie: János Szász
Darsteller: András Gyémánt, László Gyémánt, Gyöngyvér Bognár, Ulrich Matthes, Ulrich Thomsen
Kinostart: 07.11.2013

Zwei 13jährige Zwillingsbrüder werden während des Zweiten Weltkriegs ihrer Großmutter überlassen, die sie vorher noch nie gesehen hatten. Bei der mürrischen Alten, die im Dorf passend “Hexe” genannt wird, haben es die Jungen nicht einfach. Sie müssen hart für Essen und Unterkunft arbeiten. Akribisch schreiben sie alle ihre Erlebnisse in ein Heft, das ihnen der Vater mit auf den Weg gegeben hat. Mit Hilfe einer Bibel und eines Lexikons kommen sie dem Wunsch ihrer Mutter nach, ständig zu lernen. Damit sie in dieser Welt überhaupt überleben können, beschließen die Jungen, sich mittels Übungen abzuhärten: gegen Schmerzen, Hunger, Skrupel... Der von János Szász inszenierte Film entstand nach dem sehr erfolgreichen Roman “Le Grand Cahier” der ungarisch-schweizerischen Autorin Agota Kristof. Die Geschichte, die darin erzählt wird, ereignet sich zwar während eines ganz bestimmten Krieges, nämlich des Zweiten Weltkrieges, doch steht sie gleichsam symbolisch für die grausamen Folgen jedes beliebigen Krieges. Der Film gerät damit zu einer Anklage gegen die Unmenschlichkeit schlechthin. Der Film ist alles andere als angenehm, man wird ihn ganz sicher nicht mit einem Lächeln auf dem Mund verlassen. Die farbreduzierten Bilder von Kameramann Christian Berger unterstreichen hervorragend die gedrückte Stimmung, in der die beiden Jungen ihrem Schicksal überlassen werden. Dargestellt werden die Zwillingsbrüder von András und László Gyémánt, die mit stoischem Blick ihre teilweise höchst grausamen Lektionen fürs Leben lernen. Starker Tobak.
Dienstag, 20. August 2013
Familie auf Probe
Den Einstieg in die aktuelle Pressewoche bewerkstelligte eine Komödie.

WIR SIND DIE MILLERS (1:2.35, DD 5.1)
OT: We’re The Millers
Verleih: Warner
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Rawson Marshall Thurber
Darsteller: Jennifer Aniston, Jason Sudeikis, Emma Roberts
Kinostart: 29.08.2013

Der kleine Drogendealer David steckt in der Klemme: weil er ausgeraubt wurde, kann er seine Schulden nicht mehr tilgen. Sein Hauptlieferant gibt ihm noch eine Chance. Wenn er für ihn eine kleine Menge Stoff von Mexico in die USA schmuggelt, werden ihm seine Schulden erlassen. David lässt sich auf den Deal ein und hat auch sogleich eine Idee für die perfekte Tarnung: als Familie ist man sicher vor dem Zoll. So engagiert er die Stripperin Rose, den Teenager Kenny und das Punk-Girl Casey, um gemeinsam mit ihm die Millers abzugeben, eine ganz durchschnittliche amerikanische Familie auf Mexico-Urlaub. Als sich jedoch herausstellt, dass der zu schmuggelnde Stoff das gesamte Wohnmobil füllt, sieht die Sachlage ganz anders aus und bringt die vier Verrückten in arge Bedrängnis... Kaum hat der Film angefangen, darf auch schon ein Baby sein Geschäft auf dem Drogendealer David verrichten. Allerdings war es das dann auch schon mit dem Fäkalhumor, der durchaus tolerierbar ist. Allerdings werden dafür die Zoten umso heftiger vom Stapel gelassen. Nicht nur dass sich David und Stripperin Rose als Swinger ausgeben müssen, um ihre Tarnung nicht auffliegen zu lassen. Vielmehr muss sich Jennifer Aniston auch noch begrabschen lassen – von der Frau des Drogenfahnders. Und um dem Ganzen auch noch die Krone aufzusetzen, wird Kenny dabei erwischt, wie er von Schwesterchen und Mama eine Lektion im Küssen erhält, während Papa genüsslich zuschaut. Natürlich sind die Charaktere in keiner Art und Weise miteinander verwandt, aber das weiß ja nur der Zuschauer. Ein anderes Kaliber von Gags wird dabei recht stiefmütterlich behandelt. Denn wenn Jennifer Aniston ihr Baby (eine Packung Stoff in eine Wickeldecke gepackt) aus den Armen flutschen lässt und es so auf den Highway gerät und dort mehrfach unter die Räder kommt, hätte man sich hier einen richtig tiefschwarzen Humor gewünscht. Doch Fehlanzeige. Die Szene verpufft reichlich ungenutzt. WIR SIND DIE MILLERS ist nicht unedingt der Film, für den man alles stehen und liegen lassen sollte – es sei denn, man möchte Frau Aniston unbedingt leichtgeschürzt beim Table Dance sehen oder man steht auf frivole Gags mit dem Hang zum Unter-die-Gürtellinie-schauen.
Freitag, 16. August 2013
Heute schon gegoogelt?
Der Abschluss der Pressewoche hat mir echtes Durchhaltevermögen abverlangt.

PRAKTI.COM (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Internship
Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Shawn Levy
Darsteller: Vince Vaughn, Owen Wilson, Rose Byrne
Kinostart: 26.09.2013

Als die Firma, für die sie arbeiten, Pleite macht, versuchen zwei alte Handelsvertreter ihr Glück als Praktikanten bei Google. Nicht etwa, dass die beiden auch nur einen blassen Schimmer davon hätten, was dort abgeht. Doch die beiden haben gegenüber den vielen Jungspunden dort jede Menge Lebenserfahrung und führen damit ihre Praktikantengruppe im firmeninternen Wettbewerb zu neuen Ufern... Es wäre nicht weiter verwunderlich, wenn einer (oder gar mehrere) der Produzenten des Films dem Vorstand von Google angehören würde. Denn was mit diesem Film auf den Kinozuschauer zurollt ist der wohl längste Werbeclip der Kinogeschichte. Hier dreht sich alles um das Wunderland Google, welches jüngst zum besten Arbeitgeber gekürt wurde und in dieser Komödie als eine Art Disneyland verkauft wird. Hier haben sogar noch (unterbezahlte) Praktikanten jenseits der 40 eine reelle Chance auf einen Neubeginn. Hach, was ist Google doch gut! Dass die Wirklichkeit sicherlich ganz anders aussieht steht wohl außer Frage. Doch das interessiert hier nicht weiter, geht es doch einzig um den Fun, den man als Googler (oder Noogler) 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche hat. Entstanden ist hier eine Komödie mit recht magerem Unterhaltungswert, der auf fast zwei Stunden gestreckt wird. Intelligente Amerikaner würden hierzu treffend sagen: “A Waste of Time and Money!”
Donnerstag, 15. August 2013
Die Linien auf der Straße
Das zweite Double Feature dieser Woche reichte vom fast minimalistischen Road-Movie bis hin zu überbordender Phantasie

PRINCE AVALANCHE (1:2.35, 5.1)
OT: Prince Avalanche
Verleih: Kool
Land/Jahr: USA 2013
Regie: David Gordon Green
Darsteller: Paul Rudd, Emile Hirsch, Lance LeGault
Kinostart: 26.09.2013

Eigentlich sind Alvin und Lance zwei grundverschiedene Typen. Alvin liebt die Natur und ist ein wenig pedantisch, Lance mag die Stadt und möchte nur Party machen. Es ist der Job, der die beiden quasi aneinanderkettet. Auf einer kilometerlangen Straße quer durch ein abgebranntes Waldgebiet inmitten der USA müssen sie Markierungsstreifen auftragen und Pfosten setzen. Eine öde und stupide Arbeit. Da ist dann der Brief von Alvins Freundin, in dem sie ihm den Laufpass gibt, nicht gerade stimmungsaufhellend. Schon gar nicht, wenn Lance der Schwager in spe ist... Regisseur David Gordon Green adaptierte mit PRINCE AVALANCHE einen minimalistischen isländischen Film und siedelte ihn im amerikanischen Niemandsland an. Paul Rudd und Emile Hirsch spielen die beiden Straßenarbeiter. Und sie tun es vorzüglich, so dass Identifikationspotenziale entstehen. Mit der Zeit gewinnt man beide Charaktere lieb und mag ihre Ecken und Kanten. Im Verlauf des Films raufen sich Alvin und Lance dann nach anfänglichen Startschwierigkeiten zusammen, besprechen ihre Frauenprobleme und beginnen schließlich mit einem befreienden Alkoholritual. Tim Orr zaubert wunderbare, oft poetische CinemaScope-Bilder und David Wingo sowie Explosions in the Sky liefern passend dazu einen extrem dynamischen Soundtrack. PRINCE AVALANCHE ist ein ungewöhnliches Road-Movie, das irgendwie seltsam berührt.

DER SCHAUM DER TAGE (1:1.85, DD 5.1)
OT: L' écume Des Jours
Verleih: Studiocanal
Land/Jahr: Frankreich, Belgien 2013
Regie: Michel Gondry
Darsteller: Romain Duris, Audrey Tautou, Gad Elmaleh
Kinostart: 03.10.2013

Colin ist ein Tagträumer. Und ein reicher noch dazu. Das Einzige, was ihm noch fehlt, ist die richtige Frau an seiner Seite. Als er auf einer Party Chloe kennenlernt, ist es um ihn geschehen: die beiden verlieben sich Hals über Kopf und heiraten. Doch schon während der Flitterwochen ziehen dunkle Wolken am Horizont auf: in Chloes Lunge wächst eine Seerose. Wie viel Zeit wird den Liebenden noch bleiben? - Mit Filmen wie VERGISS MEIN NICHT oder ANLEITUNG ZUM TRÄUMEN hat das französische Regie-Wunderkind Michel Gondry bereits hinlänglich bewiesen, dass er über außergewöhnliche Phantasie verfügt. Mit DER SCHAUM DER TAGE aber holt er jetzt zum Rundumschlag aus: das dürfte der mit Abstand phantasievollste und originellste Film des Jahres sein! Aber Obacht: die Einfälle sind hier derart überbordend, dass man sich nach dem Film ziemlich “geflashed” fühlen dürfte. Da gibt es nicht nur ein an einen Hörsaal erinnernden Raum voller sich stetig bewegender Schreibmaschinen, auf denen Heerscharen von Menschen die zu erzählende Geschichte schreiben, sondern auch Essen, das sich bewegt, eine mechanische Türklingel, die ganz offensichtlich lebt und die man nur durch Erschlagen zum Schweigen bringen kann, sowie viele weitere höchst skurrile und surreale Objekte und Momente, das man leicht den Überblick in den durchgestylten Bildern verliert. Gondry verfilmte das Kultbuch von Boris Vian, das 1947 erschienen ist und seiner Zeit ziemlich weit voraus war. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, die ein viel zu frühes Ende findet. Oft sind Gondrys Bilder daher auch depressiv, manchmal sogar in Schwarzweiß gehalten. Trotz seiner Absurdität versteht es der Film jedoch emotional zu fesseln und wird wohl auch für das ein oder andere Tränchen im Zuschauerraum sorgen. Kleine Randbemerkung: Regisseur Gondry ließ seinen Film für die internationale Auswertung um 30 Minuten kürzen.

CHENNAI EXPRESS (1:2.35, D 5.1)
OT: Chennai Express
Verleih: Rapid Eye Movies (Rekord-Film)
Land/Jahr: Indien 2013
Regie: Rohit Shetty
Darsteller: Shah Rukh Khan, Deepika Padukone, Satyaraj
Kinostart: 15.08.2013

Eigentlich wollte sich Zuckerbäcker Rahul zusammen mit seinen beiden Freunden eine schöne Zeit auf Goa machen. Doch der letzte Wunsch seines soeben verstorbenen Großvaters macht ihm einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Denn der möchte seine Asche im Meer bei seinem weit entfernten Heimatdorf verstreut wissen. So besteigt Rahul unter den Augen seiner Großmutter gemeinsam mit der Urne seines Großvaters den Chennai Express. Der aber soll ihn heimlich nur bis zur nächsten Station bringen, wo bereits seine Kumpels auf ihn warten, um ihn nach Goa mitzunehmen. Doch daraus wird leider nichts, als die hübsche Meena den Zug betritt – und mit ihr zusammen vier Bodyguards, die das ausgebüxte Mädchen wieder zu ihrem Vater, einem großen Mafiaboss, zurückbringen sollen... Der neueste Blockbuster aus der Traumfabrik Bollywood wartet mit allem auf, was das Herz begehrt: Action, Drama, Humor, Slapstick und natürlich die große Liebe. Allerdings sind die Portionen dieser Ingredienzien recht unvorteilhaft verteilt. So darf Superstar Shah Rukh Khan im ersten Teil des Films ausschließlich sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Erst im zweiten Teil des Films dürfen sich die Bollywood-typischen Gefühle entwickeln, wenn Rahul und Meena, jenes vollkommen ungleiche Paar, ihre gegenseitige Liebe entdecken. Song- und Dance-Einlagen sind in CHENNAI EXPRESS recht spärlich eingesetzt. Im gesamten ersten Teil des Films gibt es davon nur eine einzige Einlage, nach der Pause nimmt die Häufigkeit ein wenig zu. Das ist schade, sind es doch gerade diese musikalischen Einlagen, die den besonderen Reiz eines Bollywood-Films ausmachen. Mit der übertriebenen Komik hingegen hat man als westlicher Betrachter schon so seine Probleme; man kann einfach nicht darüber lachen. Dem überwiegend indischstämmigen Publikum in der heutigen Sondervorführung tat das jedoch keinen Abbruch – die Stimmung war auf dem Siedepunkt und animierte Einige sogar, während des fetzigen Abspann-Video-Clip im Kinosaal das Tanzbein zu schwingen! Wie fast immer im indischen Kino überzeugte auch jetzt wieder die farbenprächtige Bildgestaltung, die von einer fulminanten Tonspur perfekt ergänzt wurde. Die Freigabe des Films ab 12 Jahren indes erscheint aufgrund des sehr brutalen Showdowns als ziemlich grenzwertig. Es ist sicher nicht zuviel verraten, wenn hier erwähnt wird, dass sich die beiden Protagonisten nach vielen Höhen und Tiefen am Schluss kriegen. Interessant dabei ist jedoch die Tatsache, dass die Geschichte des mächtigen Mafiabosses am Ende nicht aufgelöst wird. So heiratet der Gutmensch Rahul quasi in eine Mafia-Familie ein. Was wieder einmal beweist, dass Liebe alle Grenzen überwindet.
Mittwoch, 14. August 2013
Dem amerikanischen Traum nachgeholfen
Mit der heutigen Pressevorführung meldete sich Michael Bay wieder zurück und bewies, dass er es noch immer kann

PAIN & GAIN (1:2.35, DD 5.1 +7.1)
OT: Pain & Gain
Verleih: Paramount
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Michael Bay
Darsteller: Mark Wahlberg, Dwayne Johnson, Rebel Wilson, Anthony Mackie, Ed Harris
Kinostart: 22.08.2013

Daniel Lugo ist der festen Meinung, dass er etwas besseres verdient hat. Tagaus und tagein arbeitet er als Bodybuilder in einem Fitnessstudio in Miami. Da entdeckt er den “Amerikanischen Traum” für sich – jeder kann etwas aus sich machen, man muss es nur wollen. Daniel beschließt ein Macher zu sein. Und weil man an das große Geld illegal wesentlich schneller herankommt als auf ehrliche Art und Weise, will er gemeinsam mit zwei Kollegen einen reichen Geschäftsmann entführen. Nach einigen Fehlversuchen klappt das sogar. Doch Victor Kershaw ist ein harter Brocken, dem die nicht sonderlich intelligenten Muskelpakete nicht das Wasser reichen können... Gestylte Körper, lange Beine, pralle Möpse, gebräunte Haut und viel Sonne – mit knallbunten Bildern entführt Regisseur Michael Bay seine Zuschauer nach Miami. Ungewöhnliche Perspektiven und immer wieder einfrierende Bilder, unterlegt mit einem hämmernden Soundtrack, bestimmen die Hochglanz-Optik dieses nach einer wahren Geschichte inszenierten Films, mit dem Bay endlich wieder zu seinen Wurzeln zurückzufinden scheint. Nach den langweiligen Ausflügen in das TRANSFORMERS Milieu bietet Bay mit PAIN & GAIN nicht nur handfeste Action, sondern auch eine Geschichte. Und die ist so unglaublich, dass sie schlichtweg nur wahr sein kann! Mit seinem Testosteron-Trio Mark Wahlberg, Dwayne Johnson und Anthony Mackie hat der Film zudem eine Idealbesetzung aufzuweisen: Wahlberg als das Hirn der Bande, der sein gesamtes Wissen offensichtlich nur aus dem Kino hat und den amerikanischen Traum für sich entdeckt; “The Rock” Johnson als das Muskelpaket mit dem weichen Herzen; und schließlich Anthony Mackie als Dritter im Bunde, der mit Impotenz zu kämpfen hat. Irgendwie mag man diese drei durchgeknallten Typen, die eigentlich niemandem schaden wollen, aber genau deswegen immer tiefer in den Sumpf des Verbrechens geraten. Wenn man Kritik an Bays Film üben wollte, dann am ehesten noch wegen seiner Länge. Denn was er in 129 Minuten erzählt, hätte ebenso gut in 100 Minuten gepasst. Da die vorzügliche Bild- und Tongestaltung vom Zuschauer einiges abverlangen, wäre eine kürzere Lauflänge wesentlich angenehmer. Nichtsdestotrotz enthält der Film das wohl schmerzhafteste Überfahren-werden der Filmgeschichte. Autsch! Wer Action mag und auf schwarzen Humor steht und dazu noch wahre Geschichten mag, der wird von PAIN & GAIN bestens bedient.
Dienstag, 13. August 2013
Geocaching im Pfälzer Wald
Das erste Double Feature der Woche konfrontierte mich heute mit Genrekost aus deutschen Landen sowie einem Pixar-Ableger

LOST PLACE (1:2.35, 3D, DD 5.1 + Atmos)
Verleih: NFP
Land/Jahr: Deutschland 2013
Regie: Thorsten Klein
Darsteller: François Goeske, Josefine Preuß, Jytte-Merle Böhrnsen
Kinostart: 19.09.2013

Es war einmal in der Pfalz... Zwei Kumpels treffen sich in der Pfalz mit zwei Mädchen, um gemeinsam auf Geocaching-Tour zu gehen. Mitten im Wald entdecken sie einen vollkommen verwahrlosten Campingplatz und werden mit unerklärlichen Phänomenen konfrontiert. Als plötzlich ein Mann wie aus dem Nichts auftaucht und der Gruppe eröffnet, dass sie sich in großer Gefahr befindet, ist es schon zu spät... Hoch anzurechnen ist es jedem deutschen Filmemacher, wenn er sich ans Horror- und Mystery-Genre wagt. Der deutschen Filmkultur mangelt es nach wie vor stark an Produktionen, die sich mit Phantastischem, Gruseligen und Science-Fiction-mäßigem beschäftigen. Regisseur Thorsten Klein, der gemeinsam mit Produzentin Lena Vurma das Drehbuch geschrieben hat, gibt darüber hinaus mit LOST PLACE auch noch sein Kinodebüt. Und dazu noch eines, das sich durchaus sehen und hören lassen kann. Was Bildgestaltung, Sounddesign, Filmmusikeinsatz und Setting angeht, ist LOST PLACE wirklich sehr ambitioniert. Allerdings gibt es zwei Schwachstellen zu bemängeln, die letztendlich den ungetrübten Horrorgenuss zunichte machen: Drehbuch und Darsteller. Das Drehbuch entbehrt oft der notwendigen Logik, um dem Film richtige Spannung zu verleihen. Hier ist man stattdessen viel zu sehr darum bemüht, genre-übliche Klischees aufzutischen: Polizisten kommen nicht wenn man sie ruft und sind zudem totale Dumpfbacken, um nur eines dieser Klischees zu nennen. Die Darsteller sind sehr inhomogen ausgewählt, was ihre Schauspielkunst betrifft. Hier scheinen Profis auf Laien zu stoßen – kein gutes Gemisch. Fazit: mit einem richtig guten Drehbuch und durchweg geschulten Darstellern könnte Thorsten Kleins nächster Film ganz grandios werden! LOST PLACE ist übrigens der erste deutsche Film, der nativ in Dolby Atmos gemischt wurde. Die Atmos-Tonspur ist natürlich nur in entsprechend ausgestatteten Kinos zu hören. Für alle anderen Kinos gibt es eine auf 5.1 reduzierte Tonspur. Warum man sich bei Produktion und Verleih gegen eine Auswertung auch mit 7.1-Ton entschieden hat, bleibt schleierhaft.

PLANES (1:1.85, 3D, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: Planes
Verleih: Walt Disney
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Klay Hall
Kinostart: 29.08.2013

Unter der Anleitung eines ehemaligen Navy-Skippers nimmt ein einfaches Sprühflugzeug an einem Globus umspannenden Flugzeugrennen teil und muss einige Abenteuer bestehen... Pixars CARS haben jetzt Flügel bekommen! So scheint es zumindest und man würde sich nicht wundern, wenn die gesamte Software inklusive Drehbuch von CARS per Upgrade in einen Flugzeugfilm umgewandelt worden wäre. Die Grundidee und auch viele der Charaktere sind identisch mit CARS. Wohl dem also, der CARS noch nicht gesehen hat. Was den computeranimierten Film jedoch ganz grundsätzlich vom Vorbild CARS unterscheidet, ist die Animationstechnik. Denn in PLANES wurde ganz offensichtlich superschnell gearbeitet und so entbehren die Bilder dem gemeinhin von Pixar bekannten Detailreichtum und Farbenvielfalt. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: PLANES ist keineswegs ein Pixar-Film, er wird zumindest nicht unter diesem Logo verkauft. Es handelt sich um eine Disney-Film (zu dessen Stall Pixar inzwischen gehört), der von Pixar-Urgestein John Lasseter produziert und geskriptet wurde. Konzipiert für eine schnelle Durchvermarktung wird der im Abspann angedrohte Fortsetzungsfilm vermutlich direkt auf Heimkinomedien veröffentlicht werden und gar nicht erst im Kino an den Start gehen. Letztendlich hätte man sich das von PLANES auch gewünscht.
Montag, 12. August 2013
Rivalität auf der Rennstrecke
Mit einem Biopic startete heute die neue Pressewoche.

RUSH – ALLES FÜR DEN SIEG (1:2.35, DD 5.1)
OT: Rush
Verleih: Universum Film (Walt Disney)
Land/Jahr: USA, Großbritannien, Deutschland 2013
Regie: Ron Howard
Darsteller: Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Olivia Wilde, Alexandra Maria Lara
Kinostart: 03.10.2013

Um eine Karriere als Rennfahrer zu beginnen, überwirft sich Niki Lauda mit seinem Vater und kauft sich beim Rennsport ein mit dem Ziel Weltmeister zu werden. Auch der Engländer James Hunt, als Formel-2-Fahrer recht erfolgreich, hat den großen Traum Formel-1-Weltmeister zu werden. Von Stund an ergibt sich zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Männern eine Rivalität, die sie nicht nur auf der Rennstrecke austragen... In seinem zu großen Teilen in Deutschland gedrehten Rennfahrerfilm konzentriert sich Regisseur Ron Howard auf die jahrelange Rivalität zwischen dem amtierenden Weltmeister Niki Lauda und seinem schärfsten Konkurrenten James Hunt. Der anfangs etwas zäh anlaufende Film gewinnt leider erst im letzten Drittel an Tempo und Dramatik. Bis dahin sind die Rennen eigentlich eher eine Nebensache, die sich dann aber ins Gegenteil umkehrt. Mit seinen beiden Hauptdarstellern hat Howard einen guten Griff getan. Chris Hemsworth überzeugt als ein das Leben auskostender Playboy James Hunt, während Kollege Daniel Brühl den eher arroganten und sehr von sich überzeugten Österreicher Lauda gibt. Dessen österreichischer Akzent in der Originalfassung des Films ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. In Bild- und Tongestaltung überzeugt der Film insbesondere in den Rennsequenzen, obgleich hier nach wie vor andere Filme als wegweisend zu betrachten sind (etwa John Frankenheimers GRAND PRIX). Chefkameramann Anthony Dod Mantle (SLUMDOG MILLIONÄR) beschwört mit der sorgsam ausgewählten Farbgebung die 1970er-Jahre perfekt herauf.
Donnerstag, 08. August 2013
Wut im Bauch
Die einzige Pressevorführung, die ich in dieser Woche besuche, bescherte mir einen Film, der zu großen Teilen in Stuttgart gedreht wurde.

SCHERBENPARK (1:1.85, 5.1)
Verleih: Neue Visionen
Land/Jahr: Deutschland 2012
Regie: Bettina Blümner
Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Ulrich Noethen, Max Hegewald
Kinostart: 21.11.2013

Die junge Sascha hat genau zwei Träume: erstens möchte sie ihren Stiefvater umbringen und zweitens ein Buch über ihre vom Stiefvater ermordete Mutter schreiben. Doch der Stiefvater sitzt hinter Gittern und ihr Schreibtalent leidet unter einer Blockade. Ein Zeitungsartikel über den Inhaftierten führt Sascha mit dem Chefredakteur Volker Trebur zusammen, bei dem sie für ein paar Tage Unterschlupf findet, um das triste Wohnsilo und die alles andere als aufmunternden Lebensumstände für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Dazu gehört auch ein Techtelmechtel mit Felix, dem Sohn des geschiedenen Zeitungsmannes. Aber die Wut in ihrem Bauch verebbt nicht so schnell... Bettina Blümner inszenierte das Drama nach dem gleichnamigen Roman von Alina Bronsky. Was möglicherweise im Buch vorzüglich funktioniert, das wirkt auf der Leinwand stellenweise leider ziemlich bemüht. So wird die Sequenz, in der Sascha und Felix ihr erstes Mal miteinander haben, derart in die Länge gezogen, dass darüber hinaus offensichtlich der Anschluss an den Film verpasst wird. Ohne Zweifel ist jedoch Jungdarstellerin Jasna Fritzi Bauer ein Lichtblick in dem fast grau in grau gehaltenen Film. Wie schon in EIN TICK ANDERS darf die junge Dame auch heuer nicht nur gekonnt Kraftausdrücke zum Besten geben, sondern beweist aufs Neue ihr schauspielerisches Talent. Die 17-jährige, die durch die Umstände dazu gezwungen wird, erwachsen zu sein und gleichzeitig eine unbändige Wut in sich spürt, mimt sie sehr authentisch. An Bauers Seite ist Ulrich Noethen in der Rolle des Chefredakteurs zu sehen, eine Rolle, die Noethen souverän wie immer spielt. Insgesamt mutet der Film eher wie eine Fernsehspiel an, was nicht weiter verwundert, wurde er doch vom SWR produziert.

Video: SCHERBENPARK - Deutschlandpremiere in Stuttgart
Freitag, 02. August 2013
Die Seele dem digitalen Teufel verschrieben
Die letzten beiden Filme für diese Woche luden in ein angenehm klimatisiertes Kino ein.

ZWEI LEBEN (1:2.35, DD 5.1)
Verleih: farbfilm (24 Bilder)
Land/Jahr: Norwegen, Deutschland 2012
Regie: Georg Maas
Darsteller: Juliane Köhler, Liv Ullmann, Sven Nordin
Kinostart: 19.09.2013

Man schreibt das Jahr 1990. Katrines Familienleben ist so wie es sein soll. Gemeinsam mit ihrem Mann Bjarte und ihrer Mutter lebt sie in einem Häuschen am Meer irgendwo in Norwegen und darf für ihr Enkelkind Oma spielen. Das Idyll gerät jedoch zunehmend aus den Fugen, als eines Tages plötzlich ein Anwalt auftaucht und sie nach ihrer Vergangenheit befragt. Denn Katrine wurde von den Nazis nach Deutschland verschleppt und wuchs während des DDR-Regimes in einem Kinderheim auf. Erst die abenteuerliche Flucht mit dem Boot nach Dänemark brachte sie wieder mit ihrer Familie zusammen. Doch Katrine hütet ein dunkles Geheimnis, das nach und nach gelüftet wird... Georg Maas nimmt dem Film leider schon von Anfang an viel von seiner Spannung weg, indem er dem Zuschauer Katrines Doppelleben als Stasi-Spitzel preisgibt. Zwar hält das Drehbuch zum Ende hin noch eine kleine Überraschung parat, doch die fällt da nicht mehr so sehr ins Gewicht. Handwerklich unterscheidet sich der Film – abgesehen vom breiteren Bildformat – leider nicht wesentlich von Fernsehkost.

THE CONGRESS (1:1.85, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: The Congress
Verleih: Pandora
Land/Jahr: Deutschland, Israel, Polen, Frankreich, Belgien, Luxemburg 2013
Regie: Ari Folman
Darsteller: Robin Wright, Harvey Keitel, Kodi Smit-McPhee, Paul Giamatti
Kinostart: 12.09.2013

Sie verkauft ihre Seele dem digitalen Teufel: Robin Wright, einst gefeierte Newcomerin in Hollywood, hat kaum noch Angebote für gute Filme. Miramount, jenes Studio, das sie unter Vertrag hatte, bietet ihr noch eine allerletzte Chance: sie soll sich komplett scannen lassen, damit das Studio sie nach Belieben in seine Filme einbauen kann. Einzige Voraussetzung: sie darf nie wieder selbst in einem Film oder einer Show mitwirken. Weil ihr die Genesung ihres kranken Sohnes wichtiger ist als die eigene Karriere, willigt sie ein. Zwanzig Jahre später nimmt sie – animiert - an einem futurologischen Kongress teil und muss erkennen, dass sie eine falsche Entscheidung getroffen hat... Bereits im Titelvorspann erfahren wir es. Da heisst es nicht etwa “Robin Wright in The Congress”, sondern ganz bewusst “Robin Wright at The Congress”. Die amerikanische Schauspielerin, die mit DIE BRAUT DES PRINZEN bekannt wurde, spielt sich in Ari Folmans neuestem Film selbst. Eine mutige Entscheidung. Denn sie spielt hier nicht etwa eine Überfliegerin, der Hollywood zu Füßen liegt, sondern eine gescheiterte Darstellerin, deren Wahl der Rollen sie stets tiefer sinken ließ und deren einziges Interesse ihrem kranken Sohn Aaron gilt. Wie bereits in WALTZ WITH BASHIR verwendet Folman auch jetzt wieder eine Mischung aus Real- und Animationsfilm. In THE CONGRESS geht es ums Filmemachen. Allerdings nicht um das der Gegenwart, sondern jenes der nahen Zukunft. Der Zeitpunkt könnte kaum besser passen als jetzt, wo sich die gesamte Filmbranche durch die Digitalisierung im Umbruch befindet. Dadurch eröffnen sich vollkommen neue Möglichkeiten der Filmerstellung sowie Distribution. Das ist auf der einen Seite zwar gut, doch geht es Folman in seinem speziellen Fall um die Schattenseiten moderner Technik. Die Grundstimmung seines Films ist daher extrem depressiv. Hier wird eine (Schein)Welt aufgebaut, die alles andere als lebenswert ist. Großen Anteil daran hat die Musik von Max Richter, der mit seinem Score die perfekte Atmosphäre schafft. Auch das in den Animationssequenzen überbordende Sounddesign tut ein Übriges, um die schöne neue Digitalwelt in all ihrer Künstlichkeit zu verdeutlichen. Folmans Film basiert auf Stanislaw Lems Roman “Der futurologische Kongress” und ist vor seinem regulären Kinostart als Eröffnungsfilm beim Fantasy Filmfest zu sehen.
Donnerstag, 01. August 2013
Helen – Powergirl mit Ekelfaktor
Kontrastprogramm zum Auftakt einer sehr kurzen Pressewoche.

PERCY JACKSON: IM BANN DES ZYKLOPEN (1:2.35, 3D, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: Percy Jackson: Sea Of Monsters
Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Thor Freudenthal
Darsteller: Logan Lerman, Brandon T. Jackson, Alexandra Daddario, Stanley Tucci
Kinostart: 15.08.2013

Als jener Baum, dessen magische Kraft seit Jahrzehnten Poseidon-Sohn Percy Jackson und seine Gefährten vor den bösen Mächten schützt, vergiftet wird und damit den unsichtbaren Schutzwall durchlässig macht, müssen Percy & Co. losziehen, um das Goldene Vlies zu finden. Nur dieses kann den Baum und damit Percys Heimat retten... Drei Jahre ist es her, dass Percy Jackson mit seinem ersten Abenteuer über die Bildwände flimmerte. Jetzt also Teil 2 der mehrbändigen Saga. Wie bereits der erste Teil, so weckt auch die Fortsetzung Erinnerungen an die HARRY POTTER Reihe. Bei all den Parallelen zwischen den beiden Stoffen sei die Frage erlaubt, wer denn da von wem abgeschrieben hat. Doch letztlich tut dies nichts zu Sache, denn PERCY JACKSON bleibt erwartungsgemäß hinter den Erwartungen. Da wird man förmlich zugekleistert mit visuellen Effekten, deren Sinn vermutlich einzig darin besteht, von der dürftigen Story abzulenken. Ein mechanischer Riesenbulle, ein menschlicher Zyklop, ein riesiger Zyklop, Seemonster usw. – da wird reichlich Munition aufgefahren, doch interessiert es nicht wirklich. Alternativ hätte man auch einfach irgendwelche bunten Lichteffekte auf die Leinwand zaubern können – der Zielgruppe der Aktivsimser fällt das sowieso nicht auf.

FEUCHTGEBIETE (1:2.35, DD 5.1)
Verleih: Majestic (Fox)
Land/Jahr: Deutschland 2013
Regie: David Wnendt
Darsteller: Carla Juri, Christoph Letkowski, Meret Becker, Axel Milberg, Peri Baumeister
Kinostart: 22.08.2013

Körperhygiene ist ihr fremd. Schließlich sollen ja die Männer ihre weiblichen Lockstoffe riechen! Und wer Sperma, Schwänze und andere Körperflüssigkeiten ekelhaft findet, kann das mit dem Sex auch direkt bleiben lassen. Die junge Helen, ein Scheidungskind, nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es um ihr Lieblingsthema geht. Dabei möchte sie aber eigentlich nur ihre Eltern wieder vereint sehen, eine intakte Familie haben. Und das obwohl die Mutter ihr eine Überdosis Hygiene anerziehen wollte und der Vater stets unachtsam mit ihr umgegangen ist. Als sich Helen bei einer Intimrasur eine höchst schmerzhafte Analfissur zuzieht und operiert werden muss, sieht sie eine große Chance, ihre Eltern wieder zusammenzubringen. Gleichzeitig verguckt sie sich in den sensiblen Pfleger Robin... FEUCHTGEBIETE beginnt mit einer der genialsten Eröffnungsszenen der Neuzeit: was man erst unweigerlich als eine Pospalte in Großaufnahme interpretiert, wird durch Drehen der Kamera um 90 Grad und anschließendes Wegzoomen korrigiert. Mehr sei noch nicht verraten. Was man allerdings laut sagen darf: ein solches Mädchen hat die Leinwand vermutlich noch nie gesehen! Die junge Helen ist das, was man wohl gemeinhin als zeigefreudig und tabulos bezeichnen würde. Weder hat sie irgendein Problem damit, sich nackt zu zeigen, noch damit, mit Gott und der Welt über ihre intimsten Dinge zu reden. Die Stimme aus dem Off gehört Jungtalent Carla Juri und sie spricht als Helen vornehmlich zum Kinopublikum. Und das wird vermutlich ziemlich geschockt sein über die Kommentare und weit mehr noch über die teilweise krassen Bilder, die mehr als nur einmal für Unbehagen in der Magengegend sorgen. Wenn Helen beispielsweise ihr selbst gebasteltes Tampon mit der Grillzange aus der Vagina ihrer Freundin holen muss und selbige Grillzange ungewaschen am Grill beim Steakwenden ihren Dienst tut, dann ist das richtig ekelig. David Wnendt, der seinen Film nach dem Skandalroman von Charlotte Roche inszenierte, hat jede Menge solcher Sequenzen auf Lager. Seine Bildsprache (Kamera: Jakub Bejnarowicz) und das fulminante, aggressiv-dynamische Sounddesign machen FEUCHTGEBIETE zu einer wahren Tour-de-Force! Nicht zuletzt auch dank der großartigen Darsteller ist der Film ein Gewinner. Man sollte allerdings schon einiges ertragen können, um diesen Film unbeschadet zu überstehen. Dem Rezensent, geübt in Blutorgien jeglicher Art, hat der Film übrigens prima gefallen. Aber auch er verspürte hin und wieder ein flaues Gefühl im Magen. Ob man sich nach diesem Film je wieder eine Pizza anliefern lässt, bleibt fraglich. Versprochen.

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