Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

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Mittwoch, 28. Februar 2018
David sucht den Impfpass
Eine nette Doku über das Für und Wider des Impfens sowie eine Dramödie über ein Paar in einer Beziehungskrise sorgten dafür, dass ich dem Dauerfrost dank kuschelig warmer Kinosäle den kalten Rücken zeigen konnte

EINGEIMPFT (1:1.85, 5.1)
Verleih: farbfilm
Land/Jahr: Deutschland 2017
Regie: David Sieveking
Kinostart: 13.09.2018

Mit seinen Dokumentarfilmen DAVID WANTS TO FLY und VERGISS MEIN NICHT hat sich Filmemacher David Sieveking bereits als ernstzunehmender Dokumentarfilmer etabliert. Mit seinem neuen Film EINGEIMPFT schließt er direkt an VERGISS MEIN NICHT an, jenem Film, in dem er seine an Alzheimer erkrankte Mutter bis zu ihrem Tod dokumentarisch begleitete. Jetzt ist Sieveking stolzer Familienvater einer kleinen Tochter, Zaria, und der erfolgreichen Filmkomponistin Jessica de Rooji an seiner Seite. Noch während Jessica mit Zaria schwanger ist, kommt die Frage auf, ob sich die Mutter vorsorglich impfen lassen soll. Jessica ist dagegen, David ist dafür. Ein Konflikt, der den perfekten Ausgangspunkt für eine Dokumentation über das Impfen bildet. Die Stärke von Sievekings Film liegt wie bereits bei seinem vorherigen Film an der ganz persönlichen Note, die er ihm gibt. Er präsentiert sich als fürsorglicher Vater, der durch seine ganz persönliche Situation heraus die Idee für eine neue Doku entwickelt. Er kommt quasi zu seinem neuen Thema wie die Jungfrau zu ihrem Kind. Und er dokumentiert alles. Ob es nun (Streit)Gespräche mit seiner Frau Jessica sind, in denen es für und wider das Impfen geht, ob die ersten Gehversuche seiner Tochter Zira oder Vater/Sohn-Gespräche darüber, wie seine Mama das mit dem Impfen gehalten hat. Während des Films entwickelt sich sein neuer Film Schritt für Schritt. Als Zuschauer ist man die ganze Zeit bei David und seiner Familie, erfährt von ihren Sorgen, hört die Ratschläge der Ärzte und lauscht irgendwann schließlich den Experten, die der Filmemacher für seine Dokumentation auftut. Statt altbackener Erklärungen zu den verschiedenen Impfmethoden und ihrer Wirkungen gibt es witzige anarchich angehauchte Animationen, die alles wunderbar verdeutlichen. EINGEIMPFT verzichtet auf Schulmeisterliches und präsentiert sein Thema stattdessen hautnah, extrem persönlich, verständlich und vor allem sehr unterhaltsam. Dass der Film den Zuschauer auch emotional anspricht, ist vor allem der Filmmusik zu verdanken. Und die stammt – wie könnte es anders sein – aus der Feder von Jessica de Rooij.



ZWEI IM FALSCHEN FILM (1:1.85, 5.1)
Verleih: farbfilm
Land/Jahr: Deutschland 2017
Regie: Laura Lackmann
Darsteller: Laura Tonke, Marc Hosemann, David Bredin
Kinostart: 31.05.2018

Hans und seine Freundin Heinz leben schon seit Jahren zusammen im Hinterzimmer von Hans‘ Kopiershop. Für Hans ist das alles okay, mehr will er nicht. Doch Heinz findet, dass da im Leben noch mehr sein sollte. Vielleicht eine Familie und so? Als plötzlich Heinz‘ alte Liebe wieder auftaucht, realisieren beide, dass sie sich in einer handfesten Beziehungskrise befinden... Zu Beginn des Films sitzen Hans und Heinz im Kino und schauen einen Liebesfilm. Als der Abspann beginnt und Heinz sitzen bleibt, fragt Hans seine Freundin ungläubig: “Wartest Du auf den Unterwasserkameramann?”, worauf sie erwidert: “Ja, aus Respekt”. Will heissen: es ist zwar nicht gut, aber man muss das Handwerkliche trotzdem loben. So ähnlich verhält es sich auch mit Laura Lackmanns neuem Film. Denn kann man der Geschichte nicht viel abgewinnen, muss (oder darf) man wenigstens den Hut ziehen angesichts der logistischen Leistung, die ein solcher Film abverlangt. Es ist wirklich schade, dass sich ihr Film über ein Paar in der Krise so extrem zäh entwickelt. Gäbe es das im Fernsehen, hätte man spätestens nach 30 Minuten den Sender gewechselt. Hier heisst es aber: Durchhalten! Sicherlich sind ein paar der Dialoge sowie ein paar kleinere Szenen so manchem Zuschauer aus dem eigenen Leben bekannt, doch wirkt das alles hier extrem bemüht. Wenn sich dann am Ende des Films während des Abspanns Hans und Heinz aus dem Off darüber unterhalten, wie viele Menschen denn an so einem Film mitgearbeitet haben und irgendwann feststellen, dass sie noch die Einzigen im Kino wären (weil alle anderen bereits gegangen sind), wünschte man sich als Zuschauer, dass dem wirklich so wäre.
Dienstag, 27. Februar 2018
Abenteurer und dysfunktionale Familie
Das Dienstagsdoppel hätte unterschiedlicher nicht ausfallen können

VOR UNS DAS MEER (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Mercy
Verleih: Studiocanal
Land/Jahr: Großbritannien 2018
Regie: James Marsh
Darsteller: Rachel Weisz, Colin Firth, David Thewlis
Kinostart: 29.03.2018

1968 setzt sich der Brite Donald Crowhurst in den Kopf, das von der Sunday Times veranstaltete “Golden Globe Race” zu gewinnen. Eine Prämie von 5000 Pfund winken demjenigen, der als schnellster eigenhändig, ohne Halt und vollkommen alleine per Segelboot die Welt umsegelt. Mit einem selbstgebauten Boot sticht Crowhurst vollkommen siegessicher in See und lässt Frau und Kinder zurück... Eigentlich ist man es ja inzwischen gewohnt, dass es in Filmen nach wahren Begebenheiten stets einen Gewinner gibt. Denn warum sonst sollte man dessen Geschichte verfilmen? Ganz anders jedoch verhält es sich mit James Marshs VOR UNS DAS MEER, der uns die Geschichte eines Scheiterns nahebringt. Colin Firth spielt diesen Verlierer, der in gutem Glauben, er könne den Segelwettbewerb gewinnen, aufbricht und aufgrund der Umstände scheitert. Weil er weder sich selbst noch seiner Familie dieses Scheitern eingestehen will, beginnt er zu lügen, indem er falsche Koordinaten in die Heimat sendet. Firth gelingt es überzeugend, die Handlungsweise seiner Figur darzustellen, für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen – in ihrer gesamten Konsequenz. Die Einsamkeit, der sich Crowhurst aussetzt, vermitteln die oft klaustrophobisch wirkenden Bilder in Perfektion, unterstrichen von Johann Johannssons feinfühligem Score. Marsh hat seinen Film bis in kleinste Rollen hinein wunderbar besetzt: die Gesichter passen hervorragend in jene Zeit, in der sich die Geschichte zuträgt. Der Film ist ein berührendes Abenteuer-Drama über ein heldenhaftes Scheitern.

BACK FOR GOOD (1:2.35, 5.1)
Verleih: NFP (Filmwelt)
Land/Jahr: Deutschland 2017
Regie: Mia Spengler
Darsteller: Kim Riedle, Juliane Köhler, Leonie Wesselow
Kinostart: 12.04.2018

Eigentlich wollte TV-Sternchen Angie direkt vom Drogenentzug ins Dschungelcamp, doch sie erntet eine Absage. Und nicht nur dort – niemand aus ihrem Bekanntenkreis will sie bei sich aufnehmen. Widerwillig quartiert sie sich deshalb wieder bei Muttern und der kleinen Schwester ein. Als die dominante Mutter plötzlich nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus kommt, liegt es an Angie, sich um die mit einer Epilepsie geknechteten Schwester zu kümmern... Regisseurin und Ko-Autorin Mia Spengler macht es sich mit ihrem Film nicht gerade einfach: es gibt keine geeigneten Identifikationsfiguren in ihrem Mikrokosmos einer dysfunktionalen Familie. Denn wer möchte sich schon mit einer nur auf Äußerlichkeiten bedachten Diva oder einer alles bestimmenden Mutter identifizieren? Am ehesten bietet noch die kleine Schwester einen Bezugspunkt, aber die steckt mitten in ihrer Pubertät. Aufgrund des fehlenden Identifikationspotenzials will es nicht gelingen, in den Film emotional einzutauchen. Stattdessen ärgert man sich über Angies Rumgezicke, ihre stets exravaganten und recht frivolen Outfits, ärgert sich über die herrschsüchtige Mutter und über die mobbenden Mitschüler der kleinen Schwester. Dazu gesellt sich eine “Ich bin ein Diplomfilm”-Aura, die ein sicheres Zeichen für ein etwas missglücktes Timing darstellt. Hochachtung in diesem Film gebührt zumindest der makellosen Kameraarbeit und dem klinisch reinen Sounddesign. Darstellerisch punktet der Film zumindest in der Besetzung der Hauptrollen.
Montag, 26. Februar 2018
Jesus und die Frauen
Pünktlich zu Ostern gibt es wieder eine Bibelgeschichte zu sehen

MARIA MAGDALENA (1:2.20, 5.1)
OT: Mary Magdalene
Verleih: Universal
Land/Jahr: Großbritannien 2018
Regie: Garth Davis
Darsteller: Rooney Mara, Joaquin Phoenix, Chiwetel Ejiofor
Kinostart: 15.03.2018

Als sich die junge und sehr einfühlsame Maria Magdalena dem Wunsch ihres Vaters, einen von ihm ausgewählten Mann zu ehelichen, widersetzt, sieht sie für sich selbst nur noch den Ausweg, mit der ganzen Familie zu brechen. In ihrer Trauer und ihrem Ärger darüber schließt sie sich dem charimatischen Jesus von Nazareth und seinen Jüngern an und wird so Zeugin seiner Kreuzigung, Grablegung und Wiederauferstehung... Garth Davis hat einen in mancher Hinsicht ungewöhnlichen Film geschaffen. Entgegen herkömmlichen Hollywood’schen Bibel-Filmen hat sein Jesus beispielsweise alles andere als einen Kitschfaktor. Joaquin Phoenix spielt ihn als einen etwas verklärten, abgewrackt wirkenden Mann, der oft in Rätseln spricht. Maria Magdalena scheint die Einzige in seiner Gefolgschaft zu sein, die versteht, worum es dem Prediger überhaupt geht. Sie ist es am Ende dann auch, die nach Jesus‘ Tod und Wiederauferstehung seinen Jüngern die Worte Jesu näherbringt und ihnen die Augen öffnet für das, was er tatsächlich gepredigt hat. Sie ist die starke Figur in diesem Kosmos und sie wird wunderbar von Rooney Mara dargestellt. Einst von der Katholischen Kirche als Hure abgestempelt, wurde sie vom Vatikan erst im Jahre 2016 rehabilitiert, wie wir im Abspann erfahren. Die farbentsättigten Bilder (Kamera: Greig Fraser, im 70mm Aspect Ratio) sowie die außergewöhnliche Filmmusik (Hildur Guðnadóttir, Jóhann Jóhannsson) sind zwei weitere Stilelemente, mit denen Davis seine Jesus-Geschichte ganz bewusst vom Hollywood-Kitsch abgrenzt. Sein Film ist gleichzeitig auch ein beeindruckender Beitrag zur Rolle der Frau in der Geschichte und zeigt ganz deutlich, dass hinter jedem großen Mann eine ebenso große Frau steht.
Donnerstag, 22. Februar 2018
(Un)Heilstätten
Horror made in Germany ist nach wie vor Mangelware. Heute gab es Nachschub.

HEILSTÄTTEN (1:2.35, DD 5.1 + 7.1)
Verleih: Fox
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Michael David Pate
Darsteller: Sonja Gerhardt, Tim Oliver Schultz, Emilio Sakraya
Kinostart: 22.02.2018

Die Entscheidung ist ganz einfach: wer als erstes die Hosen voll hat, hat verloren! Und die Challenge? Eine Nacht im Horrorhaus zu überstehen. Und Deutschlands erfolgreichste YouTuber haben dafür die perfekte Location gefunden: die Heilstätten in der Nähe von Berlin, eine komplett verwitterte Kurklinik, in der zu NS-Zeiten die Nazis grauenvolle Versuche an Tuberkulosepatienten durchgeführt haben. Bald schon müssen die Youngster erkennen, dass es in dem mit langen Gängen, vielen Türen und dunklen Zimmern ausgestatteten und verwahrlosten Gebäude nicht mit rechten Dingen zugeht... Hier kommt also jetzt BLAIR WITCH PROJECT für die Generation YouTube. Regisseur Michael David Pate bemüht leider zu sehr die berühmten Vorbilder wie eben BLAIR WITCH oder viele andere “Wir verbringen eine Nacht im Geisterhaus”-Filme, ohne tatsächlich eigene Ideen zu entwickeln. Zugegeben: Pate macht das ganz gut, offenbart er doch ein feines Gespür für Timing. Und genau diesem Timing ist es zu verdanken, dass da etwas Bewegung in den Kinosaal kommt: kollektives Erschrecken ist angesagt. Bildgestalter Pascal Schmit rückt das abgewrackte Ambiente (man hat tatsächlich in den Heilstätten bei Oranienburg und nahe Berlin gedreht!) stets ins richtige Licht und generiert dadurch von Anfang an eine bedrohliche Atmosphäre. Ganz wichtig: das Sounddesign, das auf die Zehntelsekunde genau dafür sorgt, dass man sich beim Zuschauen auch tatsächlich erschrickt. Allerdings nervt die (dramaturgisch bedingte) wackelige Kameraarbeit und das ewige Geplapper und Geschrei der YouTuber auf Dauer. Identifikationsfiguren gibt es hier eigentlich nur für Teenager. Und selbst die werden sich hin und wieder fragen “Wie dumm kann man denn sein?” ob der oft recht fragwürdigen Handlungsweisen der Protagonisten. Dass der Film dann kurz vor Ende noch eine 180-Grad-Wende hinlegt, bricht ihm schließlich das Genick und lässt ihn vollkommen absurd erscheinen. Zwar versucht er genau dann Gesellschaftskritik im Hinblick auf Klicks und Likes anzubringen, doch wirkt das derart aufgesetzt, dass man das nicht mehr ernst nehmen kann. Zumindest ich habe mir da die Frage gestellt, ob dies eventuell eine Auflage war, um Fördergelder zu kassieren? Wie dem auch sei – ich möchte den Film nicht tot reden, zumal es sowie schon viel zu wenige Genre-Filme aus Deutschen Landen gibt. Insofern kann man Pate und seinem Team dafür gratulieren, ein solches Werk auf die Beine gestellt zu haben und es auch noch in die Kino zu bringen. Wem würde ich jetzt also diesen Film empfehlen? All denjenigen, die die Vorbilder nicht kennen. Übrigens: die Freigabe ab 16 Jahren ist etwas untertrieben.
Freitag, 09. Februar 2018
Russian Atomic Blonde
Das Doppel zum Wochenausklang bescherte mir unter anderem ein Date mit JLaw

1000 ARTEN REGEN ZU BESCHREIBEN (1:2.35, 5.1)
Verleih: Film Kino Text
Land/Jahr: Deutschland 2017
Regie: Isabel Prahl
Darsteller: Bibiana Beglau, Bjarne Mädel, Emma Bading, Louis Hofmann
Kinostart: 22.03.2018

Er kommt einfach nicht mehr aus seinem Zimmer heraus. Was Vater, Mutter und Schwester anfangs noch für einen kleinen Scherz hielten, wird bitterer Ernst: Mike verbarrikadiert sich in seiner Bude. Die einzige Verbindung zur Außenwelt hält er mittels Zetteln, die er unter der Zimmertüre durchschiebt und auf denen verstörende Angaben zu Niederschlägen zu lesen sind. Im Laufe der Zeit wird die Situation für die Familie zu einer echten Belastungsprobe... Man kann Regisseurin Isabel Prahl ein gutes Gespür für interessante Bilder und eine beachtenswerte Filmmusik bescheinigen – da kommt keine Langeweile auf. Schade nur, dass sie einen derart künstlichen Film inszeniert hat. So künstlich, dass man achselzuckend aus dem Kino kommt und sich fragt, was es damit wohl alles auf sich hat. Vielleicht liegt es auch einfach an dem zu wenig ausgeprägten Intellekt meinerseits. Aber man muss ja nicht alles verstehen auf dieser Welt. Wo mag die Zielgruppe für Prahls Film wohl liegen? Die Antwort darauf werden die Zuschauerzahlen geben müssen, die nach Kinostart registriert werden. Glaubt man dem Presseheft, so thematisiert der Film ein japanisches Phänomen namens Hikikomori, bei dem sich Jugendliche von der Außenwelt komplett abschotten. Und was den Regen angeht, so sagt die Regisseurin in einem Interview: “Der Regen steht für das Leben, das der Eingeschlossene nur noch aus der Distanz beobachtet. Auch die anderen Figuren im Film haben den Bezug zum Regen als Momentum verloren. Am Ende lernen sie, den Regen in seiner Unterschiedlichkeit und damit auch das Leben neu zu betrachten.”. Gut zu wissen.

RED SPARROW (1:2.35, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: Red Sparrow
Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Francis Lawrence
Darsteller: Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Mary-Louise Parker, Jeremy Irons, Ciarán Hinds, Matthias Schoenaerts, Charlotte Rampling, Joely Richardson, Douglas Hodge, Thekla Reuten
Kinostart: 01.03.2018

Die Ballettkarriere der attraktiven Russin Dominika Egorova ist jäh beendet, als es auf der Bühne zu einem Unfall kommt. Um einer trostlosen Zukunft für sich und ihrer Mutter zu entkommen, lässt sie sich von ihrem Onkel dazu überreden, als Rekrut bei einer Geheimorganisation anzufangen. In einem extrem harten Training lernt die junge Frau ihren Körper dafür einzusetzen, um an geheime Informationen zu kommen. Ihr erstes Ziel: ein CIA-Agent in Budapest... Jennifer Lawrence darf als russische Spionin wieder einmal vollen Körpereinsatz zeigen. Im wahrsten Sinne des Wortes. JLaw-Fans wird vermutlich das Herz in die Hose rutschen! Francis Lawrences (nein, er ist nicht mit Jennifer verwandt) Spionagethriller ist ganz auf die attraktive Heldin zugeschnitten, die hier quasi eine Art “Russian Atomic Blonde” abliefert. Zart Besaitete seien gleich vorgewarnt: die Operation am offenen Schienbein zu Beginn des Films ist noch eine der harmlosen Szenen. Mit seinen 140 Minuten Spielzeit ist der Film etwas zu lang geraten, die Spannung ist nur mäßig. Sämtliche Ostblock-Klischees werden natürlich bedient, aber das kann man verschmerzen. James Newton Howards Score erinnert ziemlich an Bernard Herrmanns epochale Musik zu Alfred Hitchcocks VERTIGO, passt aber perfekt zur Spionage-Geschichte. RED SPARROW ist kein großer Wurf und JLaw hatte gewiss schon bessere Rollen. Für einen netten Abend in Begleitung mitsamt Popcorn-Eimer geht das aber alles in Ordnung.
Donnerstag, 08. Februar 2018
Sie schauen die Sterne bei Nacht
Ein Romantik-Drama mit Arnold Schwarzeneggers Brut erwartete mich heute im Kino

MIDNIGHT SUN – ALLES FÜR DICH (1:2.35, 5.1)
OT: Midnight Sun
Verleih: SquareOne/Universum (Fox)
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Scott Speer
Darsteller: Bella Thorne, Patrick Schwarzenegger, Rob Riggle
Kinostart: 22.03.2018

Die 17jährige Katie leidet an einer unheilbaren Krankheit: XP. Schon der geringste Kontakt mit Sonnenlicht kann tödlich für sie sein. So wächst sie von der Außenwelt hermethisch abgeriegelt im Haus ihres Vaters auf und hat keinen Kontakt zu anderen Jugendlichen. Einzige Ausnahme ist ihre Freundin Morgan. Katies Herz schlägt für Musik. Mit eigenen Songs verdient sie sich am Bahnhof der Stadt nach Sonnenuntergang ein kleines Taschengeld. Genau dort trifft sie Charlie, jenen Jungen, den sie schon immer aus ihrem Fenster heraus auf seinem Weg zur Schule beobachtete und in den sie seither verliebt ist. Und Charlie findet großen Gefallen an der hübschen Katie. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf. Katie beschließt, ihr Leben nicht länger von ihrem Schicksal bestimmen zu lassen und verschweigt Charlie die tödliche Krankheit, indem sie sich immer nur nachts mit ihm trifft. Doch die Stunde der Wahrheit rückt unausweichlich näher... Das Herz-Schmerz-Drama von Scott Speer gehört in die Kategorie von Unterhaltungsfilmen, die man als verkopfter Filmkritiker eigentlich schon aus Prinzip ablehnen müsste. Da werden sämtliche Klischees bedient, die bedient werden müssen, um auch noch die allerletzten Tränen aus den Drüsen zu locken. Außerdem verläuft die Suche nach einer verschlüsselten Botschaft in einer schwer zugänglichen Metaebene ziemlich ergebnislos. Also haken wir es ab. Aber Moment mal – so einfach sollte man es sich dann doch wieder nicht machen. Das Leben hat schließlich mehr zu bieten als versteckte Botschaften. Und das Leben ist auch nicht immer gerecht. Die Geschichte dieser unglücklichen Liebe, eine Art Update zur 1970er Jahre LOVE STORY, vergegenwärtigt auf sehr schöne Weise, dass einem Jeden auf Erden nur ein Zeitschlitz zur Verfügung steht. Für manche ist er länger, für andere viel kürzer. Da gilt es tagtäglich das Beste daraus zu machen. Wie heisst es doch in einem dieser weisen Sprüche: Lebe jeden Tag so als wäre es dein letzter. Und plötzlich erhält die Geschichte von Katie und Charlie eine ganz neue Bedeutung. Also lassen wir uns doch einfach darauf ein. Schließlich handelt es sich ja zumindest im Falle der von Bella Thorne gespielten Katie um eine verdammt gute Sympathieträgerin, die ihr Schicksal zu meistern versteht. An ihrer Seite wirkt sogar Schwarzenegger-Sprössling Patrick wie ein noch nicht ganz ausgereiftes Bübchen! Die beiden machen jedenfalls ein wirklich hübsches Paar, mit dem sich natürlich vor allem Teenager identifizieren können. Und denen wird das ganz bestimmt gefallen. Viel Romantik, Sterne schauen bei Nacht, Songs auf der Gitarre, die erste echte Liebe – da schmilzt man doch glatt dahin. Aber Obacht: Taschentücher nicht vergessen. Fazit: ein prima Date-Movie, nach dessen Besuch der Partner oder die Partnerin ganz viel Zuwendung braucht. Probieren Sie es aus.
Mittwoch, 07. Februar 2018
Wo Gleichgültigkeit regiert
Der Regisseur von LEVIATHAN hat nachgelegt

LOVELESS (1:2.35, 5.1)
OT: Nelyubov
Verleih: Alpenrepublik (Central)
Land/Jahr: Russland, Frankreich, Deutschland 2017
Regie: Andrej Swjaginzew
Darsteller: Marjana Spiwak, Alexei Rozin, Matwej Nowikow
Kinostart: 15.03.2018

Er ist vollkommen unschuldig, doch leidet er am meisten: der 12jährige Alyosha fühlt sich mutterseelenallein, seit sich seine Eltern scheiden lassen. Tagtäglich muss er deren Streitereien mit anhören und weint heimlich in seinem Zimmer. Längst sind beide Elternteile neue Beziehungen eingegangen, jetzt muss nur noch die gemeinsame Wohnung verkauft werden. Eines Tages ist Alyosha plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Um ihn wiederzufinden, müssen sich die Eltern wider Willen noch einmal zusammentun... Mit starren, gefühlskalten Bildern schildert Andrej Swjaginzew die Suche nach dem vermissten Alyosha und bringt damit perfekt zum Ausdruck, aus welchem Grund der kleine Junge abgetaucht ist. Seine Eltern interessieren sich nicht für ihn und sind stattdessen nur damit beschäftigt, ihre jeweils neue Beziehung aufzubauen. Es ist eine Geschichte erkalteter Beziehungen, mit der der Regisseur auch gleichzeitig einen persönlichen Kommentar zur modernen russischen Gesellschaft abliefert. Gut gespielt und sehr realitätsnah ist LOVELESS deprimierend wie packend und bestens für Arthouse-Fans geeignet. Interessant: die spärlich eingesetzte, aber extrem dynamische Filmmusik von Evgueni und Sacha Galperine.
Dienstag, 06. Februar 2018
Drei auf einen Streich
Die neue Pressewoche überraschte heute mit einem wahren Film-Tsunami

MOLLY’S GAME – ALLES AUF EINE KARTE (1:2.35, DD 5.1)
OT: Molly’s Game
Verleih: SquareOne (Fox)
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Aaron Sorkin
Darsteller: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner
Kinostart: 08.03.2018

Nachdem sie ihre Karriere als Skifahrerin aufgrund eines Unfalls aufgeben muss, schlägt die hoch intelligente Molly Bloom eine neue Laufbahn ein: in der Underground-Pokerszene von Hollywood! Sie veranstaltet bald schon das exklusivste Pokerturnier für die Reichen der Stadt. Ohne es zu wollen kommt sie dabei auch in Kontakt mit der Russenmafia – und hat bald das FBI auf dem Hals... Ganz schön anstrengend, dieser Film! Irgendwie scheint Jessica Chastain darauf gebucht zu sein, Rollen zu spielen, die einen extrem hohen Wortdurchsatz pro Minute erfordern! Das war bereits in DIE ERFINDUNG DER WAHRHEIT der Fall und jetzt auch wieder in MOLLY’S GAME, den Drehbuchautor Aaron Sorkin nach dem autobiographischen Buch von Molly Bloom inszeniert hat. Da gilt es höllisch gut aufzupassen um den Anschluss nicht zu verpassen! Bei einer Länge von 140 Minuten ist das allerdings ziemlich ermüdend, da kann die Story noch so packend sein. Und wer von Poker nicht viel Ahnung hat, der hat ein zweites Problem bei diesem Film. Schauspielerisch glänzt Chastain natürlich wieder und zeigt sich in Topform. Wie schon in HIDDEN FIGURES zeigt sich Kevin Costner einmal mehr in einer Nebenrolle – und meistert Mollys Vater bravourös.

WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN (1:2.35, 5.1)
OT: Winchester
Verleih: Splendid (24 Bilder)
Land/Jahr: Australien, USA 2018
Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Darsteller: Helen Mirren, Sarah Snook, Jason Clarke
Kinostart: 15.03.2018

Anfang des 19. Jahrhunderts wird der Psychologe Dr. Eric Price damit beauftragt, ein psychiatrisches Gutachten über Sarah Winchester zu erstellen, der Erbin des Winchester-Waffenimperiums. In San Jose lässt sich die nach außen exzentrisch wirkende Frau in Tag- und Nachtarbeit ein riesiges Haus mit einer unübersichtlichen Anzahl von Zimmern, voller Irrwege und falscher Türen errichten – als Gefängnis für rachsüchtige Geister und gequälte Seelen, die durch Winchester-Waffen zu Tode kamen. Schon bald muss Price feststellen, dass sich tatsächlich unerklärliche Dinge in dem Haus abspielen... Das neueste Werk der dem Genre-Film verschriebenen deutschstämmigen Spierig-Brüder hat leider nur den Charme eines TV-Films, obgleich mit CinemaScope-Format und effektvollem 5.1 Sound gearbeitet wird. Richtiges Gänsehaut-Feeling mag sich hier erst gar nicht einstellen. Die immer wieder eingesetzten brachialen Toneffekte nutzen sich ziemlich schnell ab und man mag dann einfach nicht mehr im Kinosessel zusammenzucken. Jason Clarke in der Rolle des Dr. Eric Price passt nicht in die Zeit, in welcher der von tatsächlichn Ereignissen inspirierte Film spielt – er hat einfach ein zu modernes Gesicht! Ganz anders sieht das bei Helen Mirren aus – sie wirkt so, als hätte sie das letzte Jahrhundert noch nie verlassen und passt damit wirklich perfekt in ihre Rolle als Sarah Winchester. Fazit: Poltergeist-Gruselmär auf Sparflamme.

FÜNF FREUNDE UND DAS TAL DER DINOSAURIER (1:2.35, 5.1)
Verleih: Constantin
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Mike Marzuk
Darsteller: Allegra Tinnefeld, Marinus Hohmann, Ron Antony Renzenbrink, Amelie Lammers, Jacob Matschenz, Peter Prager, Melika Foroutan, Jürgen Tarrach, Milan Peschel, Dagmar Sachse, Manuel Cortez, Bernadette Heerwagen, Ruby O. Fee, Dirk Borchardt, David Baalcke, Alexander Schubert, Norman Hacker
Kinostart: 15.03.2018

Eigentlich waren George, Julian, Dick, Anne und ihr Hund Timmy zusammen mit ihrer Tante auf dem Weg zur Hochzeit eines Cousins. Doch als unterwegs der Wagen streikt und die Tante auch noch krankheitsbedingt das Bett hüten muss, sitzt die Kinderschar in einem kleinen Kaff fest. Da lernen sie den etwas seltsamen Marty kennen, den Sohn eines Dinosaurierforschers. Als dem eines nachts eine geheime Karte gestohlen wird, auf der sein verstorbener Vater den Weg zu einem legendären Dinosauriertal eingezeichnet hat, beschließen die Freunde, dem Forschersohn zu helfen. Damit beginnt ein neues und gefährliches Abenteuer... Aller guten Dinge sind fünf. Bereits zum fünften Mal dürfen die frei nach Enid Blyton inspirierten fünf Freunde ein Kinoabenteuer erleben. In neuer Besetzung, versteht sich. Was jedoch gleich geblieben ist, sind die dümmlichen Erwachsenen, die offenbar aus einer ganz anderen Welt stammen als unsere kindlichen Freunde. Vermutlich wirken diese unbeholfenen Erwachsenen auf kleine Zuschauer ganz anders und animieren diese zu großem Gelächter. Einzig der von Jacob Matschenz gespielte Marty wirkt authentisch – auch oder vielleicht gerade weil es sich um einen etwas zurückgebliebenen Charakter handelt. Ob Marty Authist ist oder ein anderes Leiden hat, wird leider nicht aufgeklärt. Trotzdem dürfte davon eine Art Signalwirkung ausgehen, die Kindern deutlich zeigt, dass man einen Menschen vollkommen ungeachtet seines Äußeren beurteilen sollte. Alleine damit hat der fünfte “Fünf Freunde”-Film eine pädagogisch wertvolle Botschaft. Dass dabei auch Spaß und Spannung nicht zu kurz kommen versteht sich fast von selbst. Hinweis: Da uns der Film leider in einer nicht finalen Fassung gezeigt wurde, kann
Montag, 05. Februar 2018
Ein Loblied auf die Lehrerzunft
Mit zwei Jahren Verspätung findet nun doch noch ein kleiner aber feiner Film den Weg in die deutschen Kinos

DIE GRUNDSCHULLEHRERIN (1:1.85, 5.1)
OT: Primaire
Verleih: Alamode (Filmagentinnen)
Land/Jahr: Frankreich 2016
Regie: Hélène Angel
Darsteller: Sara Forestier, Vincent Elbaz, Albert Cousi
Kinostart: 15.02.2018

Dass sie mit ihrem kleinen Sohn in der Schule wohnt, in der sie unterrichtet, ist typisch für Grundschullehrerin Florence. Denn niemand liebt ihren Beruf so sehr wie sie. Florence ist Lehrerin mit Leib und Seele. Als jedoch ein neuer Schüler aus extrem schwierigen Verhältnissen in ihre Klasse kommt, wird das Leben der alleinerziehenden Mutter ziemlich aufgemischt... In einer sehr bewegenden Szene bringt es Sara Forestier in der Rolle der Grundschullehrerin Florence auf den Punkt: “Auf gewisse Weise habe ich auch von euch gelernt. Von euren kindlichen Eigenschaften, von eurer Neugierde, eurer Zuversicht und eurem Mut. Diese Eigenschaften sind wichtig im Leben damit ihr euren Platz findet in der Welt. Aber wenn es stimmt, dass die Lehrer auch von den Schülern lernen, dann gibt es keine Lehrer mehr, nur noch Schüler. Wir lernen jeden Tag etwas Neues. Denn die Lehrerausbildung reicht nicht aus.” – Wenn Flo (wie sie von ihren Kollegen genannt wird) danach das abgeriegelte Schulgelände, in dem sie sich regelrecht verbarrikadiert hat, verlässt, wirkt das wie ein Befreiungsschlag für die mehr als engagierte Lehrerin. Denn Florence fängt erst da richtig an, wo andere längst aufgegeben hätten. Mit einer Wahnsinnsgeduld hilft sie beispielsweise einem kleinen Chinesenmädchen Lesen zu lernen. “Alle, die meine Klasse verlassen, können lesen”, ist ihr Motto – und wenn es manchmal länger dauert. Regisseurin Hélène Angels Dramödie ist ein gelungenes Loblied auf eine der wichtigsten Institutionen auf dem Weg vom Kind hin zum Erwachsenen: die Grundschullehrer. Neben der äußerst charmanten Sara Forestier sind die heimlichen Stars des Films die Kinder, die ihre Rollen mit solcher Inbrunst spielen, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, eine echte Schulklasse vor sich zu haben. Auch der Stress, mit dem die Lehrer tagtäglich konfrontiert werden, wird spürbar. Hier trennt sich auch die Spreu vom Weizen. Denn für viele Lehrer ist es nur ein Beruf, für Flo dagegen eine Berufung. Allerdings eine, die sie oft bis an den Rand ihrer Leistungsgrenze führt. DIE GRUNDSCHULLEHRERIN ist bewegendes und witziges Kino mit Tiefgang.
Donnerstag, 01.02.2018
Geld ohne Arbeit
Mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens beschäftigt sich ein neuer Dokumentarfilm, der jetzt im Kino Premiere feierte

FREE LUNCH SOCIETY – KOMM KOMM GRUNDEINKOMMEN (1:2.35, 5.1)
Verleih: OVALmedia
Land/Jahr: Österreich, Deutschland 2017
Regie: Christian Tod
Kinostart: 01.02.2018

Eine Idee geht um die Welt: die vom bedingungslosen Grundeinkommen. Was passiert, wenn jeder Bürger Monat für Monat einen festen Geldbetrag vom Staat erhält und damit nicht mehr darauf angewiesen wäre zu arbeiten? Ein Frage, die bereits in den 1960er-Jahren mittels eines Experiments in Kanada nachgegangen wurde. Und sogar die USA hatten eine solche Fallstudie beauftragt. Da wurden jede Menge Daten gesammelt, fein säuberlich archiviert und – nie ausgewertet! So erfahren wir das aus Christian Tods unterhaltsam gestaltetem Dokumentarfilm, der alle Aspekte des bedingungslosen Grundeinkommens abzudecken versucht und eben auch auf die Geschichte dieser revolutionären Idee eingeht. Mit interessanten Interviewpartnern wie z.B. Götz Werner, dem Gründer der DM-Drogeriemarktkette, wird analysiert, was es für den Einzelnen und für die Gesellschaft bedeutet, wenn Arbeit und Geld getrennt werden. Aber nicht nur etablierte Wissenschaftler und Wirtschaftsexperten kommen zu Wort. Da gibt es auch noch den Taxifahrer in New York oder den Ziegelhersteller in einem kleinen Dorf in Namibia, die sich zum Thema äußern. Tods Film deckt damit ein breites Spektrum ab und liefert jede Menge neue Impulse, die zum Diskutieren anregen. Illustriert wird sein Film mit einer wahren Fülle an Archivmaterial, das auch gerne mal zum Schmunzeln einlädt. Besonders gelungen: Filmanfang und Filmende bilden jeweils eine Szene aus STAR TREK: THE NEXT GENERATION, in der Captain Picard über eine Gesellschaft diskutiert, die keine materiellen Nöte mehr kennt. Dass sich Tods Film vor allem an eine sehr junge Generation wendet (warum?), findet seinen Niederschlag im Off-Kommentar: die Sprecherin duzt die Zuschauer. Das ist dann etwas störend, aber man gewöhnt sich irgendwann daran.

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