Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

Wolfram Hannemann | Talstr. 11 | D-70825 Korntal | Germany | Phone: +49 (0) 711 838 06 49 | Fax: +49 (0) 711 8 38 05 18
e-mail: info (at) wolframhannemann.de

Home      Referenzen      Filmblog      Videoproduktion    Jugendschutzbeauftragter      Impressum
Filmblog Aktuell           Filmblog-Archiv           Filmtitel-Index
Dienstag, 12. Februar 2019
Der alte Mann und die Zeit
Noch ein Nachsitztermin. Und wieder einer der sich lohnte

THE MULE (1:2.35, DD 5.1 + 7.1)
OT: The Mule
Verleih: Warner
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Michael Peña, Laurence Fishburne
Kinostart: 31.01.2019

Earl Stone dürfte den Rekord halten im Verpassen von Familienfeiern. Weder bei der Hochzeit seiner Tochter war er zugegen, noch hat er jemals an seinen Hochzeitstag gedacht. Viel wichtiger ist ihm seine Arbeit als Pflanzenzüchter. Jetzt ist der rüstige Rentner geschieden, aber kein bisschen weiser. Als er aufgrund der zunehmenden Konkurrenz durch den Onlinehandel seine Gärtnerei aufgeben muss, erhält er ganz zufällig ein lukratives Jobangebot, bei dem er eigentlich nur Auto fahren soll – quer durch Amerika. Nichtsahnend wird er zum Drogenkurier und hat bald schon einen engagierten Drogenfahnder an den Fersen hängen... Auch mit fast 90 Jahren lässt er sich nicht davon abhalten weiter fleissig Filme zu produzieren, in denen er selbst die Hauptrolle übernimmt und dazu noch selber Regie führt: Clint Eastwood. Es ist wirklich bemerkenswert, was diese Ikone des amerikanischen Films bewerkstelligt. Und Eastwood ist einer, der sein Handwerk beherrscht. Was er mit THE MULE ein weiteres Mal unter Beweis stellt. Mit welcher Leichtigkeit er die Geschichte des alten Earl Stone erzählt, der ganz zufällig zum besten Drogenkurier eines Kartells wird, verdient großen Respekt. Mit schwarzem Humor und viel menschlicher Wärme gewürzt, liefert Eastwood mit seinem Film auch gleichzeitig eine wichtige Botschaft: mit Geld kannst Du Dir alles kaufen, nur keine Zeit. Zeit, die notwendig wäre, um sie mit der Familie zu verbringen. Eastwood inszeniert seinen Film vollkommen unaufgeregt, verzichtet auf rasante Schnitte und suggestive Filmmusik und lädt den Zuschauer stattdessen dazu ein, sich seinem Tempo anzupassen. Eine Einladung, die man gerne annimmt. Am besten im englischen Original, denn Eastwoods deutsche Stimme klingt einfach nur schrecklich.

Montag, 11. Februar 2019
Ziemlich allerbeste Freunde
Es ist Berlinale. Daher pressevorführungsfreie Zeit. Die fülle ich mit Nachsitzen

GREEN BOOK – EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT (1:2.00, DD 5.1 + 7.1)
OT: Green Book
Verleih: Entertainment One (Fox)
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Peter Farrelly
Darsteller: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini
Kinostart: 31.01.2019

Eigentlich ist Tony Lip Türsteher in einem New Yorker Club. Doch weil sein Club renoviert wird, muss er sich einen neuen Job für zwei Monate suchen, um seine Familie über Wasser zu halten. Da kommt ihm das Angebot, für einen Doktor den Chauffeur zu spielen, gerade recht. Doch die Sache hat einen Haken: der Doktor ist gar kein richtiger Doktor, sondern ein extrem talentierter Pianist – und ein schwarzer dazu! Das passt dem Rassisten Tony ganz und gar nicht. Doch angesichts des lukrativen Honorars lässt sich Tony auf den Job ein. Ein Job, der beide Männer nachhaltig verändern wird... Auch wenn sich die Geschichte in den 1960er Jahren in Amerika zuträgt, gibt es durchaus Parallelen zu ZIEMLICH BESTE FREUNDE. Hier wie dort prallen zwei Männer aufeinander, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Und immer wird der Eine zum persönlichen Assistenten des Anderen. Im Laufe der Zeit werden aus den sich gegenseitig verachtenden Fremden tatsächlich Freunde. Dass man solche Geschichten trotzdem immer wieder gerne sieht, liegt in der Natur der Sache. Es sind jeweils wahre Geschichten, auf denen die beiden Filme beruhen. Geschichten, die viel über die Menschen erzählen, über Vorurteile und wie man sie überwindet. Umgeben von exquisitem Zeitkolorit schickt Peter Farrelly in GREEN BOOK seine beiden Protagonisten auf ihre Reise im amerikanischen Straßenkreuzer und lässt sie über Gott und die Welt und auch über das Essen diskutieren. Mahershala Ali mimt den begnadeten Pianisten Dr. Don Shirley als einen extrem feinen Pinkel, dem es fremd ist, einen Burger auch mal mit den Händen zu essen. Die schwierigere Rolle muss Viggo Mortensen absolvieren. Als Chauffeur gewordener Türsteher mit Schmalzlocke zieht er alle Register, um einen Mann des Volkes darzustellen. Einer der flucht, rassistisch ist und auf große Titten steht, der aber auch ein liebevoller Vater und Ehemann sein kann. Beide Männer lernen während ihrer Tour voneinander, haben am Ende sogar Respekt vor dem jeweils Anderen. Dank der großartigen Darsteller ist das alles nachvollziehbar und wirkt sehr überzeugend. Die sehr sparsam eingesetzte Filmmusik von Kris Bowers ist das berühmte Tüpfelchen auf dem “i”: sehr einfühlsam und auch erhaben. Kameramann Sean Porter gelingen Bilder mit wunderbarer 60er-Jahre Farbgebung. Selten sind 130 Filmminuten derart schnell vorbeigegangen. Anschauen!
Samstag, 09. Februar 2019
Einzigartige Momentaufnahme
Viele Kinos deutschlandweit weigerten sich, diesen Film zu zeigen, da er von Konkurrent Netflix produziert wurde. Jetzt hatte ich Glück, ihn in einem Stuttgarter Kino erleben zu dürfen.

ROMA (1:2.35, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: Roma
Verleih: Netflix
Land/Jahr: Mexiko 2018
Regie: Alfonso Cuarón
Darsteller: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Diego Cortina Autrey
Kinostart: 06.12.2018 (limitiert)

Der Stadtteil Roma in Mexiko-Stadt im Jahre 1970. Hier arbeitet die Mixtekin Cleo als Kindermädchen und Haushälterin für eine sechsköpfige Familie der Oberschicht. Putzen, Kochen und Kinderhüten prägen ihren eintönigen Alltag. Abwechslung bietet ihr nur Fermin, ein junger Kampfsportfan, mit dem sie anbandelt. Als sie ihm beim gemeinsamen Kinobesuch eröffnet, dass sie von ihm schwanger ist, verschwindet Fermin von der Bildfläche... ROMA ist nicht mehr als eine Momentaufnahme des Lebens in der mexikanischen Hauptstadt Anfang der 1970er Jahre. Regisseur Alfonso Cuarón, selbst gebürtiger Mexikaner und zum Zeitpunkt der Handlung seines Films gerade einmal neun Jahre alt, fängt diese Momentaufnahme in leuchtendem Schwarzweiß ein und streckt seine Bilder über die gesamte Breite der CinemaScope-Leinwand. Mit atemberaubender Schärfe und einem brillanten Sounddesign, das sämtliche Vorzüge des “Dolby Atmos”-Tonformats ausreizt, macht er den Zuschauer gleichsam zu einem Zeitzeugen, der alle Geschehnisse wie durch ein großes Fenster in die Vergangenheit beobachtet. Sein Film kommt ohne Filmmusik und mit sehr wenigen Schnitten aus, wodurch eine unglaubliche Authentizität erreicht wird. Cuarón schildert nicht nur das Leben einer Mittelklassefamilie und ihrem Dienstmädchen, sondern thematisiert gleichzeitig ein dunkles Kapitel seines Landes: das Fronleichnam-Massaker im Jahre 1971, bei dem Dutzende von Menschen im Rahmen von Studentenprotesten durch eine paramilitärische Gruppe getötet wurden. Ein dunkles Kapitel, das das Land bis heute nicht vergessen hat. Es ist jammerschade, dass ROMA ins Netzwerk von Netflix geraten ist und daher nur ganz wenige Filmfans in den Genuss einer Kinovorführung des Films kommen werden. Wer die Gelegenheit hat, sich den Film in einem mit Dolby Atmos ausgestatteten Kino zu sehen, sollte nicht zögern ihn dort anzuschauen. Das fast schon holographische Klangbild ist wirklich genauso einzigartig wie seine kraftvollen Bilder. Dieses Werk kann beim Streamen nur verlieren.
Donnerstag, 07. Februar 2019
Von Cyborgs und Pferden
Mal wieder ein sehr kontrastreiches Doppelprogramm

ALITA: BATTLE ANGEL (1:2.35, 3D, DD 5.1 + 7.1 + Atmos)
OT: Alita: Battle Angel
Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Rosa Salazar, Christoph Waltz, Keean Johnson, Jennifer Connelly, Mahershala Ali, Ed Skrein
Kinostart: 14.02.2019

Die Welt in einer fernen Zukunft. Nach einem großen Krieg ist sie in zwei Lager geteilt: die frei im Orbit schwebende Oberwelt namens Zalem und die auf den Resten der Erde entstandene Unterwelt namens Iron City. Genau dort findet der Cyborgchirurg Ido den noch intakten Oberkörper eines Cyborgmädchens. Er gibt ihr einen neuen Körper und erweckt sie aus ihrem Dornröschenschlaf und tauft sie Alita. Die kann sich an rein gar nichts mehr aus ihrer Vergangenheit erinnern. Doch als sie von finsteren Gestalten in die Enge getrieben wird, erwachen in ihr ungeahnte Kräfte: offenbar ist Alita eine voll funktionsfähige Wunderwaffe... Wer visuell überbordendes, immersives Kino mag, der sollte sich ALITA: BATTLE ANGEL nicht entgehen lassen. Insbesondere die Sequenzen in der Arena sind atemberaubend inszeniert. Auch wenn Filme wie ROLLERBALL und BLADE RUNNER hier Pate gestanden haben, bietet Robert Rodriguez‘ Action-Spektakel trotzdem perfekte Unterhaltung für die Zielgruppe der Teens, die sich nicht unbedingt für tiefschürfende Geschichten interessieren, sondern sich einfach auf ein Spektakel einlassen wollen. Anspruchsvollere Kinogänger werden ganz sicher die extrem dünne Story bemängeln, die ihrerseits wiederum FRANKENSTEIN-Elemente verarbeitet, diese aber nicht wesentlich vertieft. Die visuellen Effekte sind hier Trumpf – und das vollkommen zurecht. Auch das Dolby Atmos Sounddesign zieht hier alle Register, um den Zuschauer mitten ins Geschehen zu katapultieren. Daher der dringende Rat, sich den Film nicht in einem x-beliebigen Kinosaal anzuschauen, sondern in einem technisch sehr hochwertigen! Wer die Möglichkeit hat, den Film im IMAX-Format anzusehen, sollte dies nutzen, zumal Rodriguez Eröffnungs- und Endesequenzen in erweitertem Bildformat präsentiert. Großer Pluspunkt im Film: die starke weibliche Hauptfigur, dank VFX ständig zwischen Mensch und Maschine pendelnd. Aber Achtung: auch wenn der Film eine Freigabe ab 12 Jahren erhält, sollten zart Besaitete Abstand davon nehmen, den Film anzuschauen. Denn leider sind die Gewaltsequenzen ziemlich radikal, auch wenn es sich meist um Cyborgs handelt. Negativ im Film fällt leider Christoph Waltz auf, der seit gefühlten zwanzig Jahren immer dieselbe Rolle spielt. Auch wirkt er irgendwie lustlos in der Rolle von Alitas Ziehvater. Ebenfalls negativ fällt die extrem sterile deutsche Synchronisation auf. Wer kann, sollte sich für die englische Originalfassung entscheiden.

STILLER KAMERAD (1:1.78, 5.1)
Verleih: ImFilm
Land/Jahr: Deutschland 2019
Regie: Leonhard Hollmann
Kinostart: 07.02.2019

Posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS, nennt sich jene psychische Krankheit, mit der insbesondere Soldaten nach Kriegseinsätzen zu kämpfen haben und die oft erst Jahre danach auftritt. Ist sie erst einmal diagnostiziert, kann sie nur schwer behandelt werden, da niemand genau weiß wie. Selbst das Bundeswehrkrankenhaus kann hier nicht wirklich helfen. Filmemacher Leonhard Hollmann porträtiert in seiner bewegenden Dokumentation eine Soldatin (ein Hingucker mit ihrem leuchtend pinken Haar und dem Ganzkörpertattoo) und zwei Soldaten, die sich aufgrund ihrer PTBS einer vollkommen andersartigen Therapie unterziehen. Unter Anleitung einer Therapeutin sollen sie im Umgang mit Pferden lernen wieder zu sich selbst zu finden. Hollmann lässt seine Protagonisten zu Wort kommen und beobachtet mit seiner Kamera sehr intensiv die Gespräche mit der Therapeutin und die Arbeit mit den Tieren. Dabei gelingen ihm sehr eindrucksvolle, sensible Bilder mit Gänsehauteffekt. Gleichzeitig wird auch die Tatsache thematisiert, dass diese ganz offensichtlich sehr positiv anschlagende Therapie von der Bundeswehr (noch) nicht finanziell unterstützt wird.

Dienstag, 05. Februar 2019
Zwei in Afrika und Drei im Untergrund
Mein Dienstagsdoppel: Reisefilm und NSU-Schocker

REISS AUS – ZWEI MENSCHEN. ZWEI JAHRE. EIN TRAUM (1:2.35, 5.1)
Verleih: Abgefahren GbR (24 Bilder)
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Lena Wendt, Ulrich Stirnat
Kinostart: 14.03.2019

Lena und Ulrich – das sind zwei junge Menschen, die ausziehen, um leben zu lernen. Er hat schon den ersten Burnout hinter sich, Sie liebt Afrika. Gemeinsam machen sich die Beiden von Hamburg aus mit dem Auto auf die lange Reise nach Südafrika – wo sie nie ankommen werden, wie ihre Doku es gleich zu Beginn verrät. Doch auch wenn sie den Süden nie erreichen, so bereist das Duo eine ganze Menge afrikanischer Länder, das jedes für sich ganz eigene Reize bietet. Mit Videokameras ausgerüstet wird die gesamte oft strapaziöse Reise dokumentiert – mal mittels Video-Tagebuch, mal mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen. Unterwegs treffen sie viele Menschen, die mal mehr und auch mal weniger große Auftritte im fertigen Film haben. Aus dem Off geben Lena und Ulrich ihre ganz persönliche Sichtweise auf die Reise zu Gehör. Eine Reise, die beide bis an ihre Grenzen führen wird. Bemerkenswert dabei ist die Offenheit, mit der das Paar über die oft aus der langwierigen Reise resultierenden Beziehungsprobleme spricht. REISS AUS gehört zu jener Kategorie von Film, die mit dem äußerst erfolgreichen WEIT eingeläutet wurde. Wer also die Schnauze voll hat von den üblichen Hochglanzreportagen, der wird sich bei Lena und Ulli sicher wohl fühlen.

WINTERMÄRCHEN (1:2.35, 5.1)
Verleih: W-film
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Jan Bonny
Darsteller: Thomas Schubert, Ricarda Seifried, Jean-Luc Bubert
Kinostart: 21.03.2019

Becky und Tommi fällt nicht nur die Decke ihrer winzig kleinen Wohnung auf den Kopf, auch ihre Beziehung ist in einer Sackgasse. Jetzt soll es mal wieder richtig knallen: als Terrorzelle will das Paar Ausländer killen um für Aufsehen zu sorgen. Unvermittelt stößt Maik zu dem Pärchen, die Karten werden unter seiner Führung neu gemischt. Und bald gibt es die ersten Toten... Was den verlockenden Titel WINTERMÄRCHEN trägt, ist alles andere als leichte Kost. Mit seinen Gewaltexzessen und den sehr ausführlichen Sexszenen provoziert Regisseur Jan Bonny sein Publikum. Farbentsättigte Bilder und viel Handkamera prägen den Film und geben ihm dadurch einen fast schon dokumentarischen Touch. Der Verzicht auf Filmmusik erhöht diesen Eindruck. WINTERMÄRCHEN ist explosives, radikales Kino aus deutschen Landen, das zwar ein wenig zu lang geraten scheint, dafür aber nachhaltig wirkt.
Freitag, 01. Februar 2019
Drei Geschwister
Ein sensibel erzähltes Drama brachte die magere Pressewoche heute zu ihrem Ende

DAS HAUS AM MEER (1:1.85, 5.1)
OT: La Villa
Verleih: Film Kino Text (Filmagentinnen)
Land/Jahr: Frankreich 2017
Regie: Robert Guédiguian
Darsteller: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan
Kinostart: 21.03.2019

Die Krankheit ihres Vaters bringt drei Geschwister nach langer Zeit wieder zurück in die alte Heimat, eine Villa direkt am Meer nahe Marseille: Die Schauspielerin Angèle, der Gewerkschaftler Joseph samt wesentlich jüngerer Freundin und Armand, der das kleine Lokal seines Vaters weiterführt. Während sich die Geschwister sich erst ganz zögerlich wieder annähern, wissen sie noch nicht, dass sie mit Ereignissen konfrontiert werden, die sich auf ihr zukünftiges Leben auswirken werden... Emotional bewegend inszeniert Regisseur Robert Guédiguian sein Drama um eine Familie und ihre Freunde, die sich angesichts ihres Zusammentreffens am Ort ihrer Kindheit mit dem Leben selbst konfrontiert werden. Bisherige Lebensentwürfe werden infrage gestellt und neue Möglichkeiten tun sich auf. Erinnerungen und ein noch nicht verarbeitetes Trauma bricht sich Bahn. Guédiguian inszeniert seinen Mikrokosmos vor malerischer Kulisse schlicht, ohne viel Schnickschnack und fast ohne Filmmusik, dafür aber mit einem sehr authentisch spielenden Ensemble. Empfehlenswertes Arthouse-Kino, das viele der sehr präsenten Themen unserer Zeit vereint.

© 2009-2019 Wolfram Hannemann
Datenschutzerklärung
All displayed Logos and Product Names may be ©, TM or ® by their respective rights holding companies.
No infringement intended.