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Dienstag, 29. Dezember 2025 Neues von den Sullys Am Jahresende geht es noch einmal zurück nach Pandora AVATAR: FIRE AND ASH (1:2.35, HFR, 3D, 5.1 + 7.1 + Atmos) OT: Avatar: Fire And Ash Verleih: The Walt Disney Company Germany Land/Jahr: USA, Kanada 2025 Regie: James Cameron Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldaña, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Oona Chaplin, Cliff Curtis, Britain Dalton, Trinity Bliss, Jack Champion, Bailey Bass, Kate Winslet Kinostart: 17.12.2025
Ex-Marine Jake Sully muss seine Na’vi-Familie nicht nur weiter gegen seinen Erzrivalen Colonel Quaritch
verteidigen, sondern auch gegen ein äußerst brutales Naturvolk unter Führung von Alpha-Weibchen
Varang... Drei Jahre sind schon wieder vergangen seit der erste Fortsetzungsfilm zu James Camerons
erstem AVATAR-Film in die Kinos kam. Jetzt folgt Teil 3, der gleichsam das Ende der AVATAR-Trilogie
besiegelt. Zumindest darf man das hoffen. Denn wie schon sein Vorgänger mangelt es auch Teil 3 an einer
richtigen Story, die die Zuschauenden packt. Stattdessen fackelt Cameron einmal mehr ein Feuerwerk
visueller Effekte ab, um eine nur als Fragment vorhandene Handlung zu kaschieren. Zweifelsohne sind die
visuellen Effekte grandios und vermutlich auch die 3D-Technik. Vermutlich deshalb, weil ich das aufgrund
eines Augenfehlers leider nicht beurteilen kann. Im Dolby Cinema zumindest war die Bildqualität sensationell
gut: knackscharf, extrem kontrastreich und leuchtend hell. Enttäuschend dagegen die Tonmischung, der es
in der von mir besuchten Vorführung an Dynamik fehlte. Hier war ich mir nicht ganz sicher ob das einfach nur
an einer falsch eingestellten Lautstärke lag oder ob es eine Eigenheit der deutschen Fassung ist. Wie auch
immer – Camerons Film ist ein emotionsloses, brachiales Kriegsepos, das sich über 197 Minuten erstreckt.
Wer möchte so etwas sehen? Offenbar die ganze Welt, schaut man auf das Einspielergebnis. James, wann
gibst Du uns endlich mal wieder richtig gute Filme wie TITANIC oder TERMINATOR 2? Noch ein kleiner
Tipp: wer sich in der Familienkonstellation der Sullys zurechtfinden möchte, sollte wohl besser Teil 2 nochmal
anschauen.
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Sonntag, 28. Dezember 2025 Systemsprenger Ein tief berührender Dokumentarfilm am letzten Sonntag des Jahres DAS FAST NORMALE LEBEN (1:1.85, 5.1) Verleih: mindjazz pictures Land/Jahr: Deutschland 2025 Regie: Stefan Sick Kinostart: 26.01.2026
Lena, Leni, Eleyna und Lisann verbindet ein gemeinsames Schicksal: die vier Mädchen kommen aus
zerrütteten familiären Verhältnissen und teilen sich eine Wohngruppe in einer Kinder- und
Jugendhilfeeinrichtung irgendwo im Schwäbischen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren hat Filmemacher
Stefan Sick die Mädchen in ihrem Alltag begleitet, stets nur als stiller Beobachter und ohne jedwede
Interviews. 135 Minuten lang ist sein Langzeitdokumentarfilm geworden – 135 Minuten, in denen die vier
Mädchen unterschiedlichen Alters den Zuschauenden ganz sicher ans Herz wachsen werden. Auch wenn
nicht immer ganz klar ist, was die Hintergründe für die Unterbringung der Mädchen in der
Jugendhilfeeinrichtung sind, so lässt sich extrem gut nachvollziehen, woher die Trauer und Aggression rührt,
die jedes der Mädchen in sich trägt. Da gilt es mit Hilfe der Betreuerinnen tiefliegende Traumata zu
überwinden. Dies geschieht in Einzelgesprächen oder auch in etwas größerer Runde, wenn Elternteile mit
hinzugezogen werden. Eine wichtige Erkenntnis dabei ist, dass auch die Eltern an sich selbst arbeiten
müssen, bevor die Kinder wieder in deren Obhut übergeben werden können. Die Arbeit, die die
Betreuerinnen leisten, ist bewundernswert und kostet viele Nerven. Insbesondere dann wenn die Schützlinge
ausrasten. Da braucht es dann oft viel Liebe, viel Umarmung, viel Trost, wenn die Mädchen verzweifelt sind
und Tränen fließen. Immer wieder bricht Sick seinen emotional berührenden Film auf und zeigt glückliche
Momente im Leben der Kids – meist in Slow Motion und getragen von optimistischer Filmmusik. Damit setzt
er den perfekten Kontrast zu den Bildern, die die Probleme der Mädchen zeigen und macht damit auch
deutlich, dass es sich immer noch um Kinder handelt, denen der Halt im Leben genommen wurde. Ein
Dokumentarfilm der nachhallt.
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Sonntag, 21. Dezember 2025 Ein Bär im Jura Mein Nachsitztermin hat erst beim zweiten Anlauf geklappt HOW TO MAKE A KILLING (1:2.35, 5.1) OT: Un Ours Dans Le Jura Verleih: Weltkino Land/Jahr: Frankreich, Belgien 2024 Regie: Franck Dubosc Darsteller: Franck Dubosc, Laure Calamy, Benoît Poelvoorde, Joséphine de Meaux, Louka Meliava Kinostart: 06.11.2025
Ein Bär ist schuld daran, dass Michel auf verschneiter Straße mitten im Wald ins Schleudern gerät und dabei
ein parkendes Auto streift, das wiederum eine gerade pinkelnde Dame so schwer verletzt, dass sie auf der
Stelle tot ist. Auch dem Fahrer des parkenden Autos widerfährt ein ähnlich tödliches Schicksal. Dass im
Kofferraum dann auch noch zwei Millionen Euro in Cash liegen, überfordert Michel komplett. Doch seine Frau
Cathy behält einen kühlen Kopf und nimmt die Sache in die Hand... Wer auf der Suche nach einem
alternativen Weihnachtsfilm ist, wird sich hier besonders wohl fühlen. Eisige Kälte, viel Schnee und ein
respektabler Body Count dominieren die schwarze Thriller-Komödie, die sich in FARGO-Gefilde bewegt,
auch wenn es nur der Jura ist. Benoît Poelvoorde gibt den ein wenig gelangweilten und vor allem
überforderten Gendarmen, dessen vorweihnachtliche Stimmung durch ein paar Leichen getrübt wird. An
seiner Seite agiert Joséphine de Meaux als Polizistin Florence, die den Laden am Laufen hält. Frank Dubosc,
Regisseur und einer der Hauptdarsteller, hat gemeinsam mit Sarah Kaminsky ein Drehbuch gestemmt, das
nur so gespickt ist mit Plot Twists. Trotzdem bleibt die rabenschwarze Komödie über weite Strecken etwas
verhalten, was dem Timing schadet. Wer Stoffe wie diesen schon zur Genüge gesehen hat, wird sich ein
bisschen langweilen. Neueinsteiger dagegen werden sich vermutlich köstlich amüsieren.
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Freitag, 19. Dezember 2025 Der Weg allen Fleisches und eine Influencerin Deutsches Kino im Doppelpack HOLY MEAT (1:2.35, 5.1) Verleih: Camino Land/Jahr: Deutschland 2025 Regie: Alison Kuhn Darsteller: Jens Albinus, Homa Faghiri, Pit Bukowski, Lou Strenger, Jeremias Meyer, Christian Pätzold, Amelie Gerdes, Bärbel Schwarz, Roberto Martinez, Hiltrud Hauschke, Lars Brygmann, Christopher Læssø Kinostart: 01.01.2026
Ein dänischer Priester mit mysteriöser Vergangenheit lässt sich in eine schwäbische Kirchengemeinde
versetzen, die kurz vor der Auflösung steht. Mittels eines Theaterstücks, inszeniert von einem gefallenen
Berliner Regisseur, will er die Gemeinde wieder attraktiv machen... Regisseurin Alison Kuhn hat ihren
bitterbösen und sarkastischen Film passend zum Christentum als Triptychon inszeniert und präsentiert ihre
groteske Satire damit aus drei Perspektiven. Mit schwäbischem Dialekt und teils verstörenden Bildern nimmt
Kuhn in ihrem Spielfilmdebüt die Scheinheiligkeit speziell der katholischen Kirche aufs Korn. Das trifft zwar
nicht immer ins Schwarze, doch die Botschaft ist unverkennbar. Beeindruckend: die mit großem Chor
arbeitende Filmmusik von Christian Dellacher.
BABYSTAR (1:1.85, 5.1) Verleih: tba Land/Jahr: Deutschland 2025 Regie: Joscha Bongard Darsteller: Maja Bons, Bea Brocks, Liliom Lewald, Joy Ewulu, Maximilian Mundt, Verena Altenberger Kinostart: tba
Schon seit ihrer Geburt ist die 16jährige Luca ein Medienstar. Millionen von Menschen folgen ihr und ihren
Eltern in den sozialen Netzwerken und haben der Influencer-Familie damit zu Wohlstand und einem schönen
Haus mitsamt Swimmingpool verholfen. Als die Eltern jedoch beschließen, noch ein zweites Kind zu
bekommen, bekommt Lucas Weltbild erste Risse... Seelenlos und kalt wirken die Bilder (Kamera: Jakob
Sinsel), die Joscha Bongard in seinem Spielfilm präsentiert. Sie reflektieren die künstliche Welt, in der Luca
und ihre Eltern existieren. Ohne Unterlass wird mit dem Handy gefilmt und gepostet. Von wahrer Liebe ist
nicht viel zu spüren. Nachwuchsschauspielerin Maja Bons brilliert mit ihren ausdrucksstarken Augen in der
Rolle der Luca und lässt Zuschauende dadurch tief eintauchen in die Welt der jungen Influencerin.
BABYSTAR, auf der Filmschau Baden-Württemberg 2025 als ”Bester Spielfilm” ausgezeichnet, setzt sich
kritisch mit der Welt sozialer Netzwerke auseinander und zeigt deutlich die damit einhergehenden Gefahren
für das Seelenheil auf.
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Samstag, 13.12.2025 Chronik eines Scheiterns Eine Doku am Samstag JETZT.WOHIN. MEINE REISE MIT ROBERT HABECK (1:1.85, 5.1) Verleih: Pandora Film Land/Jahr: Deutschland 2025 Regie: Lars Jessen Kinostart: 07.12.2025
Filmemacher Lars Jessen, Freund und (Medien)Berater des Grünen-Politikers Robert Habeck, hat dessen
Wahlkampf 2025 von Anfang bis Ende mit der Kamera begleitet. Entstanden ist dabei ein 90minütiger
Dokumentarfilm, der nicht nur tief hinter die Kulissen des Wahlkampfs blickt, sondern auch selbstkritisch den
Ausgang der Wahl betrachtet und herauszufinden versucht, wie das desaströse Ergebnis zustande kam. In
Interviews und Gesprächen mit Habeck selbst sowie vielen seiner Weggefährten sucht Jessen nach
Antworten, auch wenn diese oft unbequem sind.
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Mittwoch, 03. Dezember 2025 Es ist doch alles wurscht Political Correctness und ihre Folgen heute in der Pressevorführung EXTRAWURST (1:2.35, 5.1) Verleih: Studiocanal Land/Jahr: Deutschland 2025 Regie: Marcus H. Rosenmüller Darsteller: Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke, Gaby Dohm, Milan Peschel Kinostart: 15.01.2026
Die Sitzung des Tennisvereins in einem kleinen Kaff in Deutschland gerät zum Fiasko, als über die
Anschaffung eines neuen Grills abgestimmt werden soll. Denn plötzlich steht die Frage im Raum, ob man
nicht für das einzig muslimische Mitglied im Verein einen eigenen Grill benötigt... Regisseur Marcus H.
Rosenmüller hat das sehr erfolgreiche Theaterstück ”Extrawurst” der Comedy-Autoren Dietmar Jacobs und
Moritz Netenjakob (beide u.a. für STROMBERG tätig) jetzt für die große Leinwand umgesetzt. Mit allem was
dazugehört: ein handverlesener prominenter Cast und flächendeckendes CinemaScope. Nun ist es oftmals
ja ein recht schwieriges Unterfangen, ein Theaterstück fürs Kino zu inszenieren. Denn Kino verlangt natürlich
auch nach Schauwerten. Im Fall von EXTRAWURST ist dies leider nicht ganz gelungen, denn die
Bühnenvorlage haftet dem Film nach wie vor an. Rosenmüller versucht zwar gegen Ende noch ein wenig
Action einzuflechten, doch das wirkt dann fast schon wie ein Fremdkörper und ist einfach nur ”klamottig”. Das
Wichtigste im Film sind freilich die Dialoge. Und die kommen dann Schlag auf Schlag, wenn sich der Cast die
Vorwürfe nur so um die Ohren haut. Aber ganz ehrlich: so etwas hatten wir inzwischen fast schon zu oft. Man
erinnere sich beispielsweise an DER VORNAME und DER NACHNAME. Political Correctness und
Gutmenschengetue geht einem dann doch irgendwann kolossal auf die Nerven und man wünscht sich nach
den gefühlt stundenlangen Streitdialogen sehnlichst wieder Ruhe herbei.
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Dienstag, 02. Dezember 2025 Vorwärts in die Zukunft Eine Zeitreise-Komödie aus Frankreich eröffnete meinen Kinotag DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER (1:2.35, 5.1) OT: C’Était Mieux Demain Verleih: Neue Visionen Land/Jahr: Frankreich, Belgien 2025 Regie: Vinciane Millereau Darsteller: Elsa Zylberstein, Didier Bourdon, Mathilde Le Borgne, Maxim Foster, Romain Cottard Kinostart: 22.01.2026
Frankreich 1958. Bei Michel und Gattin Hélène sind die Rollen festgelegt: Er verdient als Bankangestellter
das Geld, Sie kümmert sich um Haushalt und Kinder. So war es schon immer, so soll es auch bleiben. Doch
ein Kurzschluss an der Waschmaschine katapultiert das Ehepaar ins Jahr 2025. Und dort ist eben alles
anders und nichts mehr so, wie es mal war... Übersetzt lautet der Originaltitel des Films in etwa ”Morgen war
alles besser”, was den Kern des Films besser trifft als sein deutscher Titel. Regisseurin Vinciane Millereau
nimmt eine Zeitreise als Anlass, die gesellschaftlichen Veränderungen im Laufe der vergangenen 60 Jahre
aufs Korn zu nehmen. Dabei geben Elsa Zylberstein und Didier Bourdon das Paar ab, bei dem die
Rollenverteilung von jetzt auf gleich komplett umgekehrt wird. Das kann zwar recht lustig sein, doch ist die
Inszenierung einfach zu steif geraten. Da bleibt alles irgendwie an der Oberfläche und plätschert vor sich hin,
ohne je richtige Dynamik zu entwickeln. Ich möchte den Film jetzt keineswegs schlecht reden, aber für den
Gang ins Kino darf man etwas mehr Gegenleistung als nur eine Hochglanzoptik erwarten.
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Montag, 01. Dezember 2025 Scheinheilig Einen Mord während der Messe in der Kirche galt es heute aufzuklären KNIVES OUT 3: WAKE UP DEAD MAN (1:1.85, 5.1 + Atmos) OT: Wake Up Dead Man: Aknives Out Mystery Verleih: Netflix Land/Jahr: USA 2025 Regie: Rian Johnson Darsteller: Daniel Craig, Josh O’Connor, Glenn Close, Josh Brolin, Mila Kunis, Jeremy Renner Kinostart: 27.11.2025
Der Mord an einem zwielichtigen Priester in einer kleinen Gemeinde ruft Benoit Blanc auf den Plan, ein
Privatdetektiv, der mit Glauben nichts am Hut hat. Doch je tiefer er in den Fall eintaucht, desto mehr wird
seine eigene Überzeugung in Frage gestellt... Wer die kniffligen Krimirätsel von Agatha Christie mag, wird
auch den dritten Fall von Meisterdetektiv Benoit Blanc mögen. Skurrile Charaktere, aberwitzige Plot-Twists
und jede Menge Doppelbödigkeit machen die von Rian Johnson geskriptete und inszenierte Thriller-Komödie
zu einer extrem kurzweiligen Tour-de-Force. Perfekt besetzt und bild- und tontechnisch auf höchstem
Niveau, vergehen die 140 Minuten wie im Flug. Ein ”Whodunnit”-Film der Meisterklasse mit jeder Menge
Seitenhiebe auf die Kirche und den Glauben allgemein und die katholische Kirche im Speziellen. Mein
Kinotipp.
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