Wolfram Hannemann

Filmkritiker · Freelance Journalist · Filmemacher

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Mittwoch, 19. August 2026
Ein Roboter für den Pflegefall
Mit ihrer neuen Tragikomödie hat mich Doris Dörrie in die heutige Pressevorführung gelockt

FRAU WINKLER VERLÄSST DAS HAUS (1:2.35, 5.1)
Verleih: Wild Bunch
Land/Jahr: Deutschland 2026
Regie: Doris Dörrie
Darsteller: Angela Winkler, Laura Tonke, Josef Ellers, Via Jikeli, Eugene Boateng, Zoë Baier, Sabrina Amali, Yvonne Yung Hee Bormann, Doris Kunstmann, Bettina Stucky, Klara Lange, Cathérine Seifert, Greta Sänger
Kinostart: 01.10.2026

Filmposter: FRAU WINKLER VERLÄSST DAS HAUS Als die einstige Schauspielerin Frau Winkler in ihrem Haus stürzt, wird sie zum Pflegefall. Ihre Tochter, die kurz vor dem Durchstarten als Theaterschauspielerin steht, ist komplett überfordert und engagiert einen Pflegeroboter. Den lehnt ihre Mutter anfänglich zwar komplett ab, doch mit der Zeit gewöhnt sie sich an ihn. Er sorgt gut für sie und unterhält sie auch. Und er kann sie auch umbringen, falls das ihr Wunsch ist... Doris Dörries in einer nahen Zukunft angesiedelter Film thematisiert eines der großen gesellschaftlichen Themen: wie umgehen mit einem Pflegefall? Die Antwort der Wissenschaft darauf sind KI-gestützte Pflegeroboter. Man überlässt also alte Menschen einfach einem Roboter, der wird's dann schon richten. Dass es nicht ganz so einfach ist zeigt Dörrie in ihrem Spielfilm. Denn schließkich ist man auch noch als Pflegefall ein Mensch. Durch den Einsatz von KI in allen Lebensbereichen jedoch geht genau das verloren. Ein Beispiel dafür ist die Pflegekraft, die den Roboter bei Frau Winkler installiert. Sie lässt sich nur noch auf eine KI ein und hat jedwede Perpektive auf eine lebenswerte Zukunft verloren. Oder Frau Winklers Nachbarin, die zwar jeden Morgen ihren Vorhang bewegt um zu sigmalisieren, dass sie noch lebt, aber mit Frau Winkler noch nie Kontakt hatte. Dörries Film ist eine berührende Tragikomödie mit ernstem Hintergrund. Ihr Film gibt den Zuschauenden Denkanstöße mit auf den Heimweg.
Dienstag, 18. August 2026
Aardman und Chopin
Das heutige Presse Double Feature war sehr abwechslungsreich

SHAUN DAS SCHAF - SPUK IM KÜRBISFELD (1:1.85, 5.1 + Atmos)
OT: Shaun The Sheep: The Beast Of Mossy Bottom
Verleih: Studiocanal
Land/Jahr: Großbritannien, Frankreich, USA 2026
Regie: Steve Cox, Matthew Walker
Kinostart: 01.10.2026

Filmposter: SHAUN DAS SCHAF - SPUK IM KÜRBISFELD Aufgrund einer Sperrfristvereinbarung gibt es die Kurzkritik zum Film erst ab 14.09.2026 an dieser Stelle

CHOPIN - EINE SONATE IN PARIS (1:2.00, 5.1)
OT: Chopin, Chopin!
Verleih: Neue Visionen
Land/Jahr: Frankreich, Polen 2025
Regie: Michal Kwiecinski
Darsteller: Eryk Kulm, Victor Meutelet, Lambert Wilson
Kinostart: 22.10.2026

Filmposter: CHOPIN - EINE SONATE IN PARIS Mitte der 1800er Jahre ist der polnische Musiker Frederic Chopin in seiner Wahlheimat Paris zu einem Star der Musikszene geworden. Doch dunkle Wolken am Horizont ziehen in Form einer Tuberkulose-Erkrankung auf. Zu jender Zeit unheilbar. Chopin muss sich entscheiden, ob er seine letzten Jahre noch mit der Gründung einer Familie verbringen möchte oder sich ganz und gar seiner Musik hingibt. Eine Romanze mit der Schriftstellerin George Sand könnte eine Entscheidung herbeiführen... Interessant ist die musikalische Ausgestaltung des Films, die klassischen On-Screen Klavierstücken von Franz Liszt und Frederic Chopin einen von Technopuls getriebenen Score entgegensetzt. Vermutlich will man damit auch ein jüngeres Publikum für den Film gewinnen. Doch angesichts der Geschichte dürfte das ziemlich schwer sein, da diese auch für ältere Zuschauer recht belanglos Chopins letzte Jahre in Szene setzt – und das obgleich der Film vor Release um gute 20 Minuten gekürzt wurde. Will heissen: da wurde dem geneigten Zuschauenden wohl einiges erspart.
Montag, 10. August 2026
Junghexentanz
Jetzt warte ich noch auf das Crossover: Bibi Blocksberg in der Schule der magischen Tiere

BIBI BLOCKSBERG - DIE TOTAL VERHEXTE ZEITREISE (1:2.35, 5.1)
Verleih: Leonine Studios
Land/Jahr: Deutschland, Österreich 2026
Regie: Gregor Schnitzler
Darsteller: NALA, Carla Demmin, Philomena Amari, FIA, Carmen Diego, Aithonas Avgoustakis, Jakob Eberle, Rosalie Thomass, Friedrich Mücke, Palina Rojinski, Fritzi Haberlandt, Nilam Farooq, Thorsten Merten, Ludger Bökelmann, Langston Uibel
Kinostart: 24.09.2026

Filmposter: BIBI BLOCKSBERG - DIE TOTAL VERHEXTE ZEITREISE Aufgrund einer Sperrfristvereinbarung gibt es die Kurzkritik zum Film erst ab 21.09.2026 an dieser Stelle
Dienstag. 04. August 2026
Neues aus Niederkaltenkirchen
Der Eberhofer hat mich heute in die Pressevorführung gelockt

STECKERLFISCHFIASKO (1:1.85, 5.1)
Verleih: Constantin Film
Land/Jahr: Deutschland 2026
Regie: Ed Herzog
Darsteller: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Thomas Kügel, Ferdinand Hofer, Castro Dokyi Affum, Michael Ostrowski, Pelle Küffner, Lara Mandoki, Ruby O. Fee, Milan Peschel, Petra Berndt, Niklas Marian Müller
Kinostart: 13.08.2026

Filmposter: STECKERLFISCHFIASKO Für Dorfpolizist Franz Eberhofer ist einmal mehr Ausnahmezustand. Nicht nur darf er in der nagelneuen Küche im nagelneuen Häuschen keine Spiegeleier mit Speck braten, jetzt soll er auch noch seine Susi bei ihrer Kandidatur zur Bürgermeisterwahl unterstützen! Damit aber nicht genug: Oma geht in Kur und eine Haushaltshilfe aus Ungarn soll sie ersetzen. Da kommt dem Eberhofer ein neuer Mord ganz gelegen. Denn in der Dusche des Niederkaltenkirchener Golfclubs wird der "Steckerlfischkönig", einer der beiden konkurrierenden Schausteller, erschlagen aufgefunden... Was wäre schon ein Sommer ohne Eberhofer? Richtig langweilig wär's. So kommt pünktlich zum Hochsommer die inzwischen zehnte Verfilmung nach Rita Falk in die bundesdeutschen Kinos und in die Open Air Locations. Das wird eine Gaudi! Nicht nur wegen Eberhofers Spezl Birkenberger, der sich vollkommen abgehalftert, verwahrlost und mit langen Zotteln unaufgefordert in die Ermittlungen einschaltet. Und der Mann stinkt dermaßen, dass man es sogar hören kann! Achten Sie mal auf die Schmeißfliege auf der Tonspur. Wie immer gibt es herrlich bayrische Schimpftiraden insbesondere von Papa Eberhofer, aber auch die anderen Protagonisten nehmen kein Blatt vor den Mund. Auch wenn der neue Eberhofer im Tempo etwas gemächlicher ist als bisher (man merkt, dass das Ensemble inzwischen gealtert ist), so unterhält er trotzdem prächtig. Vor allem wenn man sich den Film in einem vollen Kinosaal anschaut. Denn wenn man selbst nicht lachen kann, so wirkt das Lachen der Anderen doch ziemlich ansteckend. Passend zum Film empfehle ich nicht nur Steckerlfisch, sondern auch ein zünftiges Weißbier. Prost!