Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

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Bollywood and Beyond Filmfestival #6 (14.-19.07.2009, Stuttgart)


Filmfragmente in einem Ghetto
Ein ganz persönliches Resumee zum 6. "Bollywood and Beyond"-Filmfestival in Stuttgart

Bereits zum sechsten Mal öffnete das indische Filmfestival “Bollywood and Beyond” seine Pforten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Ein Festival, dem es innerhalb von nur fünf Jahren gelungen ist, nicht nur die Besucherzahlen stetig zu steigern, sondern sich darüber hinaus auch international einen Namen zu machen. “Bollywood and Beyond” darf sich zu Recht als das zweitgrößte indische Filmfestival außerhalb Indiens bezeichnen. Die ausgewogene Mischung zwischen echten Bollywood-Blockbustern und indischen Arthaus-Produktionen sowie vielen Kurz- und Dokumentarfilmen lockten in den vergangenen Jahren auch immer häufiger renommierte indische Filmemacher ins “Ländle”, um hier ihre neuesten Produktionen vorzustellen. Das alles geht natürlich nicht ohne die vielen Helfer, die fast ausnahmslos ehrenamtlich für das Festival arbeiten. Aber ganz ohne Geld geht es natürlich auf keinem Festival. Auch nicht bei “Bollywood and Beyond”. Hier ist man auf Sponsorengelder angewiesen.

Bis zum Festival im letzten Jahr war das auch gar kein Problem, denn der Hauptsponsor der Veranstaltung, die Firma Lapp Kabel, sorgte in großzügiger Weise für ein entsprechendes finanzielles Polster. Doch die inzwischen stets präsente Finanzkrise macht auch vor einem Filmfestival keinen Halt. In diesem Jahr musste der Hauptsponsor krisenbedingt sein Budget auf etwa ein Drittel reduzieren. Die Folge davon: das Festival wechselte seine Location. Bislang gastierte das Festival in der Stuttgarter Innenstadt, wo ihm nicht nur die technisch anspruchsvollsten Kinosäle zur Verfügung standen, sondern es sich auch wunderbar in die dort angesiedelte Gastronomie integrieren konnte. In diesem Jahr nun zog Bollywood ins Stuttgarter SI-Zentrum. Keine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellte. Denn nicht genug damit, dass sich die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mehr als suboptimal gestaltet (eine einfache Anfahrtszeit von mindestens 30 Minuten ab Stuttgart Mitte muss in Kauf genommen werden – ganz zu Schweigen von der sich äußerst schwierig gestaltenden abendlichen Rückreise) – jetzt gastierten die Film-Screenings in einem sterilen, lieblosen Multiplex-Betrieb. Hier musste sich Bollywood jetzt mit den zwei kleinsten Kinosälen (170 bzw. 175 Plätze) begnügen, während Harry Potter 6 und Ice Age 3 den Zuschlag für die richtig großen Säle bekamen. Bollywood war sozusagen nur noch unter “ferner liefen” zu bestaunen.

Hinzu kommt noch, dass die kleinen Säle des Maxx-Filmpalastes über keinen Dolby Digital Ton verfügen. Wer Bollywood’sches Kino kennt, der weiß genau, dass die Inder sehr großen Wert auf ihre 5.1-Mischungen legen. So wurden die Filme in einer totalen Sparversion abgespult: in 4-Kanal-Dolby-SR-Lichtton. Echtes Kinofeeling, das einen so richtig in die Song & Dance Nummern hineinzieht, war damit nicht möglich. Immerhin ist die Bildgröße auch in den kleineren Sälen im Verhältnis zur Gesamtgröße der Säle riesig. Doch was nützt das alles, wenn sowohl das 1:1.85 wie auch das 1:2.35 Format deutlichen Bildbeschnitt auf der linken und rechten Seite aufweist, nur die untere Bildhälfte scharf ist und das Bild insgesamt einfach zu dunkel wirkt? Man fragt sich, ob sich die Veranstalter bereits im Vorfeld darüber im Klaren waren, dass die zur Verfügung stehenden Säle technisch in keiner Art und Weise dem Anliegen eines Filmfestivals gerecht werden. Es kann hier nur vermutet werden, dass man sich aufgrund eines vermutlich extrem preisgünstigen Angebotes seitens der SI-Betreiber derart blenden ließ, dass man seine Hausaufgaben gar nicht erst gemacht hatte. Das ist umso erschreckender, als den Reden von Oberbürgermeister Schuster und Hauptsponsor Lapp am Eröffnungsabend eindeutig zu entnehmen war, dass man mit diesem Festival im SI-Zentrum bleiben wolle. Man ging sogar soweit zu sagen, dass man Dank der Finanzkrise nun endlich die richtige Örtlichkeit für dieses Filmfestival gefunden habe. Und das war nicht sarkastisch gemeint. Leider.

Zugegeben: das SI-Zentrum, das nicht nur ein Multiplexkino enthält, sondern auch gleich zwei Musical-Hallen, ein Spielcasino, Hotels und Gastronomie beherbergt, ist natürlich für das satte Rahmenprogramm des Bollywood-Festivals (z.B. Tea Talks oder Workshops) bestens geeignet, doch sollte bei einem Filmfestival das Hauptaugenmerk auf der Filmpräsentation liegen. Und dafür bedarf es bekanntlich technisch einwandfreier Säle. Auf mich wirkte das SI-Zentrum wie ein Ghetto, aus dem es kein Entrinnen gab. Wohin denn auch? Da gibt es weit und breit keine Alternativen. Und das kleine Apfelschorle zum Wucherpreis von über drei Euro leistet man sich auch nicht täglich. Von der Wunschvorstellung der Festivalmacher, endlich die optimale Stätte für ihr Festival gefunden zu haben, haben sie sich mit der sechsten Ausgabe von “Bollywood and Beyond” meilenweit entfernt.

Auch organisatorisch ließ das Festival zu wünschen übrig. Da wurden Filme im Hindi-Original entgegen Ankündigungen ohne Untertitel gezeigt (man scherzte bereits: “Die Untertitel sind den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen!”) oder wurden mangels Filmkopie in grenzdebiler Qualität von DVD oder gar Video per Beamer auf die Leinwand geworfen. Selbst der Kartenverkauf bereitete große Probleme, so dass teilweise eine halbe Stunde auf die Tickets gewartet werden musste. Da fragt man sich, warum es denn unzählige freiwillige Helfer gab. Möglicherweise gilt hier der alte Spruch “Viele Köche verderben den Brei”? Ein weiteres Manko der beschlossenen Sparmaßnahmen war das Fehlen eines Festivalkataloges. Der war zwar bereits komplett fertig, aber leider zu teuer um ihn drucken zu lassen. Dafür gab’s dann einen bunten Flyer, in welchem jedoch die Anfangszeiten der Screenings falsch abgedruckt waren. What a waste of money!

Ein paar Tage lang habe ich das Chaos dort trotz aller Widrigkeiten ausgehalten, wollte ich doch unbedingt ein paar der gezeigten Filme sehen. Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht. Bei mir war es am letzten Festivaltag soweit, an dem ich mit Abwesenheit glänzte. Mein Fazit: sollte “Bollywood and Beyond” weiterhin im SI-Zentrum mit suboptimaler Filmpräsentation stattfinden, dann habe ich an dem Festival kein Interesse mehr. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Besucher, die in diesem Jahr erstmals das Festival besucht haben, konnten einem wirklich Leid tun. Ihnen blieb die ganze Pracht des indischen Kinos vorenthalten.


Mein Filmprogramm

Dienstag, 14. Juli 2009

LUCK BY CHANCE (1:2.35, DD 5.1 EX)
Drama
IND 2008, 156 min.
Regie: Zoya Akhtar
Darsteller: Farhan Akhtar, Konkona Sen Sharma, Isha Sharvani, Dimple Kapadia, Rishi Kapoor
Produktion: Farhan Akhtar, Ritesh Sidhwani
Drehbuch: Zoya Akhtar, Javed Akhtar
Kamera: Carlos Catalán
Musik: Shankar Mahadevan, Loy Mendosa, Ehsaan Noorani
Vorgeführt in 35mm mit 6-Kanal Dolby Digital Ton / Hindi mit deutschen Untertiteln

Inhalt:
Der junge Schauspieler Vikram zieht nach Mumbai um dort ein berühmter Star zu werden. Er nimmt Schauspielunterricht und versucht um jeden Preis Kontakte zu knüpfen, die ihm bei seinem Vorhaben berühmt zu werden hilfreich sein könnten. Als er auf Romy Rolly trifft, einen erfolgreichen, aber abergläubischen Produzenten, der nur mit den größten Stars der Filmindustrie arbeitet, erhält er eine einmalige Chance: Der HauptDarsteller für Rollys neusten Blockbuster ist abgesprungen und nun soll Virkam die Rolle übernehmen. ‚Luck by Chance’ gibt einen Blick hinter die Kulissen der glitzernden Bollywood Welt, und zeigt deutlich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und Ruhm auch seine Schattenseiten hat. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Ein Film über die Filmindustrie Bollywood, der nicht nur die schönen Momente präsentiert, sondern sich auch mit den Schattenseiten des Geschäfts auseinandersetzt. Nicht der übliche Bollywood-Kitsch wird hier aufgefahren, sondern recht anspruchsvolles Kino. Natürlich sind auch Song & Dance Einlagen vorhanden, die jedoch bei einer Laufzeit von über zweieinhalb Stunden spärlich gestreut sind. Die erste richtige Tanzeinlage hat es aber dafür so richtig in sich: eine perfekt gestylte Zirkusnummer. LUCK BY CHANCE ist gespickt mit unzähligen kleinen Gastauftritten von Bollywood-Größen: von Rani Muhherjee bis Shah Rukh Khan fehlt hier niemand. Letzterer ist es dann auch, der den entscheidenden Satz im Film spricht: “Gute Freunde vergisst man nicht!” LUCK BY CHANCE war der einzige Film, der in einem der größeren Säle des Kinocenters vorgeführt wurde. Hier gab es immerhin (zwar nicht sonderlich brillanten) Dolby Digital Ton, aber das Bild war leider viel zu dunkel.

Mittwoch, 15. Juli 2009

KALER RAKHAL (1:2.35, D-SR)
Drama
IND 2009, 142 min.
Regie: Sekhar Das
Darsteller: Parambrta Chatterjee, Nandana Sen, Supriyo Banneijee, Rudranil Ghosh, Roopa Ganguly
Produktion: Shampa Chatterjee
Drehbuch: Nilanjan Chatterjee
Kamera: Premendu Bikash Chaki
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Bengali & Englisch mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Ein Paar reist in die ländlichen Gebiete Indiens, um einen Dokumentarfilm über volkstümliche Theatertraditionen zu drehen. Die Schönheit der Natur und die Unschuld der Menschen beeindrucken sie sehr, aber schon bald werden sie in den erschreckenden Nexus politischer Mächte verwickelt. Mittelpunkt der Geschichte ist ein armer Künstler, der von den gefühllosen regionalen Mächtigen ausgenutzt wird, die von den korrupten örtlichen Polizeibeamten unterstützt werden. Vorstellungen von Prinzipien und Moral werden auf Grund von persönlichen Interessen und Bestrebungen außer Kraft gesetzt. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Ein mir überlang und etwas konfus erscheinender Film, der sich mir letztendlich auch nicht ganz erschlossen hat. Nach Aussage des vor Ort anwesenden Regisseurs ist es ein politischer Film. Es gibt hier auch nicht die üblichen Song & Dance Nummern, sondern stattdessen sehr viel folkloristische Klänge. Interessant war das Dialog-Panning, das an die gute alte Zeit des 4-kanaligen Magnettons der frühen CinemaScope-Filme erinnerte.


A WEDNESDAY (1:2.35, DD 5.1 EX)
Drama
IND 2008, 104 min.
Regie: Neeraj Pandey
Darsteller: Anupam Kher, Naseeruddin Shah, Jimmy Shergill
Produktion: Ronnie Screwvala
Drehbuch: Neeraj Pandey
Kamera: Fuwad Khan
Musik: Sanjoy Chowdhury
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Hindi mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Polizeikommissar Prakash Rathod steht kurz vor der Rente, als ein letztes Mal sein Einsatz gefragt ist: Ein anonymer Anrufer behauptet, in Mumbai mehrere Bomben versteckt zu haben, die nacheinander gezündet werden, wenn die Polizei nicht der Freilassung von vier inhaftierten Terrorverdächtigen zustimmt. Nun muss Rathod entscheiden, ob er die Drohung ernst nehmen und den Forderungen des Unbekannten nachkommen soll oder das Leben von tausenden Zivilisten riskiert. Er stellt ein Team seiner besten Agenten zusammen und beginnt mit der Jagd auf den unbekannten Anrufer. Als jedoch die Zeit knapp wird, scheint es keinen anderen Ausweg zu geben, als die Gefangenen freizulassen – doch dann wendet sich das Blatt schlagartig. . (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Ein typischer Vertreter des Bollywood’schen Action-Kinos. Mit den üblichen “Wuuschs” und “Huuschs” inszenierter Thriller mit einer überraschenden Wendung gegen Ende. Sehr zweifelhaft allerdings erscheint die Propagierung von Folter als Ermittlungswerkzeug der Polizei. Andere Länder, andere Sitten. In den Hauptrollen gut gespielt und hervorragend fotografiert.



Donnerstag, 16. Juli 2009

SHAURYA (1:2.35, DD 5.1 EX)
Drama
IND 2008, 140 min.
Regie: Samar Khan
Darsteller: Rahul Bose, Kay Kay Menon, Minissha Lamba
Produktion: Haresh Dayani
Drehbuch: Samar Khan, Jaydeep Malhotra, Aparna Malhotra
Kamera: Carlos Catalán
Musik: Adnan Sami
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Hindi ohne Untertitel

Inhalt:
Major Siddhant Chaudhary und Major Akash Kapoor sind beide Anwälte bei der indischen Armee und außerdem enge Freunde. Als jedoch beide an dem gleichen Fall arbeiten, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Siddhant soll den jungen Soldaten Javed verteidigen, der angeblich seinen Vorgesetzten erschossen hat. Akash übernimmt hingegen die Anklage. Siddhant beginnt seine Rolle jedoch erst ernst zu nehmen, als er auf die ambitionierte Journalistin Kavya trifft, die ihm aufzeigt, dass der Fall nicht so einfach ist, wie zunächst angenommen. Sein besonderes Augenmerk fällt schon bald auf den Brigardier Rudra Pratap Singh, den hochdekorierten Führer von Javeds Division. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Der Film über einen Militärprozess wurde zwar mit einer in Sachen Bildschärfe extrem guten Kopie gezeigt, jedoch gestaltete das Fehlen jeglicher Untertitel das Filmerleben äußert schwierig. Der Film könnte Indiens Antwort auf Filme wie EINE FRAGE DER EHRE sein.

DELHI-6 (1:1.85, DD 5.1 EX)
Komödie
IND 2009, 138 min.
Regie: Rakeysh Omprakash Mehra
Darsteller: Abhishek Bachchan, Soman Kapoor, Om Puri, Rishi Kapoor
Produktion: Ronnie Scrwvala, Rakeysh Omprakash Mehra
Drehbuch: Prasoon Joshi, Kamlesh Pandey, Rakeysh Omprakash Mehra
Kamera: Binod Pradhan
Musik: A.R. Rahman
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Hindi mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Zusammen mit seiner kranken Großmutter Annapurna reist der in Amerika geborene Roshan zum ersten Mal nach Indien in seine Heimatstadt Delhi. Dort angekommen werden die beiden überschwänglich begrüßt und Roshan ist erstaunt über die Sympathie und Anteilnahme zahlreicher Nachbarn. Er macht viele neue Bekanntschaften und sammelt Eindrücke über die Kultur seines Heimatlandes. Schon bald hat sich Roshan in die pulsierende Millionenstadt verliebt – und nicht nur in sie, sondern auch in die hübsche Nachbarin seiner Großmuter Bittu. ‚Delhi 6’ ist eine Hommage an Regisseur Mehras Heimatstadt und seine Bewohner. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Eine Liebeserklärung an Delhi und seine Einwohner. Für meinen Geschmack verwendete der RANG DE BASANTI Regisseur zu oft die Handkamera, was zu extrem verwackelten Bildern führte. Ungewöhnlich das Bildformat: kein CinemaScope, sondern nur kaschiertes Breitwand im Format 1:1.85. Wer nicht sonderlich vertraut ist mit den diversen indischen Gottheiten, dem dürfte das Folgen der Handlung recht mühselig erscheinen. Für mich persönlich die größte Enttäuschung auf dem Filmfestival.


Freitag, 17. Juli 2009

TAHAAN (1:2.35, DD 5.1 EX)
Drama
IND 2008, 98 min.
Regie: Santosh Sivan
Darsteller: Victor Banerjee, Purav, Bhandare, Rahul Bose, Ankush Dubey
Produktion: Shripal Morakhia, Mubina Rattonsey
Drehbuch: Santosh Sivan
Kamera: Santosh Sivan
Musik: Taufiq Qureshi
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Hindi mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Der kleine Tahaan lebt mit seiner Mutter, seiner älteren Schwester und seinem Großvater in Kaschmir. Sein Vater ist seit Jahren verschwunden und als der Großvater stirbt, steht die kleine Familie vor Geldproblemen. Die verzweifelte Mutter sieht keinen anderen Ausweg, als ihren ganzen Besitz zu verkaufen, auch Tahaans geliebten Esel Birbal. Tahaan versucht alles, um Birbal zurück zu kaufen, aber als er genügend Geld gespart hat, muss er erfahren, dass Birbal weiterverkauft wurde und nun als Lastentier auf einer Tour durch die Berge dient. Doch auch das hält den Jungen nicht davon ab, seinen Esel zu suchen. Allerdings gestaltet sich dies schwieriger als gedacht, bis Tahaan auf Idrees trifft, der ihm verspricht, Birbal zu ihm zurückzubringen. Alles was er dafür tun muss, ist ein Päckchen über die Grenze tragen. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Ein sehr ruhiger Film, der ohne Song & Dance Nummern auskommt, dafür aber heikle Themen wie Terrorismus und Krieg kindgerecht aufarbeitet. Anspruchsvolles Kino. Der Ton der gezeigten Kopie war leider extrem linkslastig.


ROCK ON!! (1:2.35, D 5.1 EX)
Drama
IND 2008, 145 min.
Regie: Abhishek Kapoor
Darsteller: Farhan Akhtar, Arjun Rampal, Purab Kohli, Luke Kenny, Shahana Goswami
Produktion: Farhan Akhtar, Ritesh Sidhwani
Drehbuch: Farhan Akhtar, Pubali Chaudhury, Abhishek Kapoor
Kamera: Jason West
Musik: Shankar Mahadevan, Loy Mendonsa, Ehsaan Noorani
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Hindi mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Die aufstrebende Rock-Band ‚Magik’ um die vier Mitglieder Aditya, Joe, Rob und Kedar will mit einem Plattenvertrag den großen Durchbruch schaffen. Doch Kurz vor dem Ziel streiten sich die jungen Hitzköpfe und die Band löst sich auf. Zehn Jahre später treffen sie zufällig wieder aufeinander und stellen schnell fest, dass sich jeder von ihnen verändert und einen anderen Weg eingeschlagen hat. Doch die Begegnung lässt die Erinnerungen an die alten Zeiten mit der Band wieder aufkeimen und sie entdecken die verloren geglaubten Rock-Musiker in sich. Ihre gemeinsame Leidenschaft für die Musik belebt ihre Freundschaft und ‚Magik’ will wieder auftreten – bis ein tragischer Zwischenfall dies zu verhindern droht. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Dass es sich bei diesem exzellent fotografierten Film um einen indischen Film handelt, vergisst man sehr schnell – denn so westlich wirkt alles in dieser “Dramödie”. Ob nun die eingesetzte Rockmusik oder die hervorragend inszenierten Live-Auftritte der Band: hier haben wir kein Bollywood-Nischenkino vor Augen, sondern einen Film mit internationalem Potenzial. Jammerschade nur, dass die fetzige Rockmusik aufgrund fehlender Technik im Kinosaal saft- und kraftlos wirkte.


Samstag, 18. Juli 2009

BILLU BARBER (1:2.35, DD 5.1)
Komödie
IND 2009, 142 min.
Regie: Priyadarshan
Darsteller: Irrfan Khan, Kareena Kapoor, Shah Rukh Khan, Lara Dutta, Om Puri
Produktion: Gauri Khan
Drehbuch. Srinivasan
Kamera: V. Manikandan
Musik: Pritam Chakraborty
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Hindi mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Bilas Rao Pardesi, alias “Billu Barber”, ist Frisör und lebt einfach aber glücklich mit seiner Frau Bindiya und seinen zwei Kindern in einem kleinen indischen Dorf. Doch als Filmidol Sahir Khan für Dreharbeiten in das Dorf kommt, ist plötzlich nichts mehr wie es war: Ein jeder will vom Ruhm des Superstars etwas abhaben. Nur Bilas bleibt bescheiden und zurückhaltend. Dabei verbindet die beiden so viel mehr, als der Schein vermuten lässt. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Eine nette kleine Komödie mit einem Quentchen Rührseligkeit wie man es von Bollywood eben kennt. In der Titelrolle von Irrfan Khan hervorragend gespielt und mit gut choreografierten Song & Dance Nummern von Farah Khan (der Regisseurin von OM SHANTI OM). Shah Rukh Khan in der Rolle des Filmstars spielt sich praktisch selber.

ANTAHEEN (1:2.35, DD 5.1 EX)
Drama
IND 2009, 120 min.
Regie: Anuriddha Roy Chowdhury
Darsteller: Radhika Apte, Rahul Bose, Biswajit Chakraborty, Barun Chanda
Produktion: Anuriddha Roy Chowdhury, Jeet Banerjee, Indrani Mukerjee
Drehbuch: Shyamal Sengupta
Kamera: Abhik Mukhopadyay
Musik: Shantanu Moitra
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Bengali mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Abhik Chowdhury ist ein Polizist mit Herz – ehrlich, geradlinig und unkompliziert. Da er den Glauben an eine Beziehung verloren hat, sucht er Zuflucht in der Welt des Internet. Während seiner Streifzüge durch die virtuelle Welt beginnt er eine Online-Beziehung mit Brinda, von der er so gut wie nichts weiß. Zwischen den beiden entwickelt sich eine sehr intensive Beziehung und sie verlieben sich ineinander, auch wenn sie weder ihre wirklichen Namen, noch ihren Aufenthaltsort kennen. Dann treffen die beiden zufällig in der realen Welt aufeinander und geraten in einen heftigen Streit – nicht wissend, dass sie sich über das Internet bereits kennen und lieben. Nun muss ihre Liebe den Test der Realität bestehen. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Ein Bollywood-Film ohne das bewährte Happy End. Song & Dance Nummern gibt es auch nicht, dafür aber einige Szenen, die mit Songs unterlegt sind. In der Hauptrolle von Rahul Bose exzellent gespielt.

MUMBAI MERI JAAN (1:2.35, DD 5.1 EX)
Drama
IND 2008, 141 min.
Regie: Nishikant Kamat
Darsteller: Paresh Rawal, Kay Kay Menon, Irrfan Khan, Madhavan, Soha Ali Khan
Produktion: Ronnie Screwalla
Drehbuch: Yogesh Vinayak Joshi, Upendra Sidhaye
Kamera: Sanjay Jadhav
Musik: Samir Phatarpekar
Vorgeführt in 35mm mit 4-Kanal Dolby SR Ton / Hindi mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Am 11. Juli 2006 erschütterten mehrere Detonationen die Millionen-Metropole Mumbai: Terroristen versteckten sieben Bomben in Nahverkehrszügen, die kurz nacheinander explodieren. Die Anschläge änderten das Leben von vielen Betroffenen grundlegend – zum Beispiel von Rupali Joshi, einer TV-Journalistin, die den Verlust ihres Verlobten verarbeiten muss oder von Suresh, der beginnt, in allen Moslems Terroristen zu sehen. Nikhil dagegen entwickelt regelrecht eine Paranoia vor Zügen und denkt darüber nach, mit seiner Frau in die USA auszuwandern. ‚Mumbai Meri Jaan’ schildert die Auswirkungen des Terrors auf sechs Personen und wie ein solches Ereignis die Menschen verändern kann – zum Guten sowie zum Schlechten. (Quelle: bollywood-festival.de)

Mein Kommentar:
Auch wenn er in bester Bollywood-Manier hier und da etwas zu dick aufträgt, vermittelt der Film seine Botschaft klar und deutlich. Irrfan Khan in der Rolle eines armen Mannes, der zum Trittbrettfahrer wird und anonyme Bombendrohungen verbreitet, liefert hier eine Glanzleistung ab. Sehenswertes Kino.

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