Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

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FANTASY FILMFEST NIGHTS 2017
(Stuttgart, 29.-30.04.2017)


Meine persönliche Auswahl an Spielfilmen



PET (1:2.35, 5.1)
USA 2016 / 94 min / englische OV
REGIE: Carles Torrens
DARSTELLER: Ksenia Solo, Jennette McCurdy, Dominic Monaghan, Nathan Parsons
DREHBUCH: Jeremy Slater
PRODUZENT: Nick Phillips, Kelly Wagner
VERLEIH: Pandastorm Pictures

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Seth ist vom Leben nicht gerade verwöhnt: Der scheue Außenseiter hat kaum soziale Kontakte und einen trostlosen Job im örtlichen Tierheim. Die zufällige Begegnung mit seiner alten Highschool-Flamme Holly reißt ihn eines Tages aus seiner Lethargie. Hoffnungsvoll beginnt er ihr den Hof zu machen, bekommt aber wie immer eine Abfuhr. Doch dank Hollys Tagebuch, das er heimlich an sich bringen konnte, keimt in dem Verschmähten bald eine hinterhältige Idee: Er entführt die Angebetete in einen Stahlkäfig im Untergeschoss des Tierheims. Statt der gewünschten Widerspenstigen Zähmung beginnt sich allerdings zwischen den zwei ein perverses psychologisches Verwirrspiel zu entspinnen, dessen Ausgang ungewiss ist.

Kurzkritik:
Ein Regisseur ist immer gut beraten, wenn er auf Darsteller setzt, die seine Geschichte auch tatsächlich transportieren können. Mit Dominic Monaghan hat Carles Torrens einen solchen Darsteller gefunden. Er haucht echtes Leben in die Figur des Seth, jenem Stalker, der etwas zu weit geht. Und Drehbuchautor Jeremy Slater gelingt es vorzüglich, in diese Horrormär zu artgerechter Käfighaltung einen fiesen Plot Twist zu integrieren, mit dem der Boden des Verließes blutrot beschmiert werden wird. Da werden Menschen nicht nur den ein oder anderen Finger verlieren, sondern auch ihr Leben.


IT STAINS THE SANDS RED (1:2.35, 5.1)
USA 2016 / 92 min / englische OV
REGIE: Colin Minihan
DARSTELLER: Brittany Allen, Juan Riedinger, Merwin Mondesir, Kristopher Higgins, Michael Filipowich
DREHBUCH: Colin Minihan, Stuart Ortiz
PRODUZENT: Bic Tran, Colin Minihan, Stuart Ortiz
VERLEIH: Eurovideo

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Molly ist mit ihrem Freund, dem zwielichtigen Nick, auf dem Weg zu einem Deal in der Wüste von Nevada, als ihr Wagen stecken bleibt. Just in diesem Moment ist anderswo eine Zombie-Apokalypse ausgebrochen, und der langsam heranstolpernde Wanderer hat es auf Nicks Innereien abgesehen. Der entsetzten Molly bleibt nichts anderes übrig als quer durch die lebensfeindliche Wüste zu fliehen – stets mit ihrem hartnäckigen neuen Verehrer im Schlepptau. Bis an die Zähne bewaffnet mit Wodka, Kokain, Kippen und Tampons versucht sich die erschöpfte junge Frau in Richtung Zivilisation durchzuboxen. Doch während der glutheißen Tage und dunklen Nächte, in denen sie Sandstürmen, Skorpionen und ihrer eigenen Verzweiflung trotzt, wird ihr klar, dass eine wandelnde Leiche noch das Geringste ihrer Probleme ist ...

Kurzkritik:
Bislang firmierten Colin Minihan und Stuart Ortiz stets als “Vicious Brothers”, doch jetzt scheinen sie zu ihren eigenen Identitäten zurückzukehren. Die anfangs noch als recht nette Idee begrüßte Geschichte erweist sich leider im Laufe des Films als etwas zu wenig, um einen ganzen Spielfilm zu versorgen. Damit verliert der gut fotografierte Film schon ab der Hälfte seinen Reiz und beginnt langweilig zu werden. Auch die Balance zwischen Horror und Komödie wirkt etwas unausgeglichen.


GOING TO BRAZIL (1:2.35, 5.1)
Frankreich 2016 / 94 min / französische OmeU
REGIE: Patrick Mille
DARSTELLER: Christine Citti, Joseph Malerba, Vanessa Guide, Margot Bancilhon, Alison Wheeler, Philippine Stindel
DREHBUCH: Sabrina Amara, Julien Lambroschini, Patrick Mille
PRODUZENT: Benjamin Elalouf, Dimitri Rassam
VERLEIH: Ascot Elite

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
“Long live Pussy!” – das ist das Motto der drei Pariser Girls Lily, Chloé und Agathe. Ihre Ex-WG-Mitbewohnerin Katia hat sich einen schwerreichen Politikersohn geangelt und iegt die alte Gang kurzerhand zur Hochzeit nach Rio de Janeiro ein. Dort vergnügen sich die drei am Vorabend der Feierlichkeiten auf einer ausschweifenden Sexparty samt Todesfall. Von nun an stolpern die Stilettoträgerinnen von einem Schlamassel in die nächste Katastrophe.

Kurzkritik:
In seiner schwarzen Action-Komödie rückt Regisseur und Co-Autor Patrick Mille (der im Film die Rolle des französischen Konsuls übernahm) den Bitch-Faktor in den Fokus des Geschehens. Die Idee, den Bräutigam der Einen durch die anderen drei Mädchen unfreiwillig in en Tod zu schicken, verbraucht sich leider viel zu schnell. Was folgt ist eine Nabelschau mit schweren Waffen quer durch Brazilien, die zwar immer versucht irre witzig zu sein, es aber letztlich nicht schafft. Mehr als gute Ansätze gibt es hier leider nicht.


EAT LOCAL(S) (1:1.85, 5.1)
OT: Eat Local
Großbritannien 2016 / 94 min / englische OV
REGIE: Jason Flemyng
DARSTELLER: Charlie Cox, Freema Agyeman, Mackenzie Crook, Dexter Fletcher, Eve Myles, Ruth Jones, Vincent Regan, Annette Crosbie, Nick Moran
DREHBUCH: Danny King
PRODUZENT: Jonathan Sothcott, Neil Jones, Rod Smith
VERLEIH: Splendid Film

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Ein einsam gelegenes Farmhaus irgendwo im Nirgendwo. Es brennt noch Licht. Hier versammeln sich heute Nacht die Mitglieder einer Geheimgesellschaft zu ihrem allfünfzigjährlichen Meeting. Ihre Zahl ist auf acht festgelegt. Doch einer von ihnen hat sich nicht an die strengen Regeln gehalten und muss nach seiner Ermordung ersetzt werden. Nichts Besonderes für ihre Nachtordnung also. Doch so geheim wie sie gedacht hat, ist die Gesellschaft nicht: Draußen bezieht das Militär bereits schwerbewaffnet Stellung. Und drinnen muss sich der neue Anwärter klar darüber werden, ob Blutdurst, spitze Zähne, fehlendes Spiegelbild und Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht ein adäquater Preis sind für die Unsterblichkeit.

Kurzkritik:
Vampirkomödien sieht man immer wieder gern. Und mit EAT LOCAL hat Regie-Debütant Jason Flemyng auch gleich eine wunderbar besetzte Variante abgeliefert, deren britischen Humor man einfach mögen muss. Allerdings wirkt die Inszenierung derart behäbig, dass es dem Film außerordentlich an Drive fehlt. 20 Minuten weniger und Flemyng hätte womöglich einen Volltreffer gelandet. Für Insider besonders gelungen: die Anspielung auf GESPRENGTE KETTEN – inklusive Elmer Bernsteins Musik.


SWEET, SWEET LONELY GIRL (1:1.85, 5.1)
USA 2016 / 76 min / englische OV
REGIE: A.D. Calvo
DARSTELLER: Erin Wilhelmi, Quinn Shephard, Susan Kellermann, Mike S. Ryan, Frances Eve, Hada Vanessa, Kristin Johansen, Lainie Ventura
DREHBUCH: A.D. Calvo
PRODUZENT: A.D. Calvo, Mike S. Ryan
DISTRIBUTION: Shudder

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Es ist die Zeit, in dem der Walkman unser ständiger Begleiter war. In der Telefone Wählscheiben hatten und wir es nicht fassen konnten, dass ein Ronald Reagan zum US-Präsidenten gewählt wird. Die unscheinbare Adele ist ein Kind dieser Zeit. Folgsam lässt sie sich von ihrer Familie als Haushaltshilfe zur reichen Erbtante abschieben. Die wohnt in einer düsteren Villa und verweigert jeden Kontakt zur Außenwelt. Per Notizzettel diktiert sie ihre strengen Hausregeln, doch persönlich begegnet Adele der Alten nie. Erst durch die Bekanntschaft mit der ungestümen Beth schafft es das stille Mädchen ihr überdimensionales Schneckenhaus ab und an zu verlassen und das Leben auszukosten. Denn Beth schert sich herzlich wenig um Verbote oder Rücksicht auf Aunt Dora. Doch so lebenslustig die schöne junge Frau zunächst wirkt, kommt zunehmend eine dunkle Seite in ihr zum Vorschein und eine verhängnisvolle Affäre nimmt ihren Lauf.

Kurzkritik:
Auf der Tonebene erweist sich der von A.D. Calvo geschriebene und inszenierte Film leider als ziemlich dilettantisch: während Dialoge schön platziert aus dem Center-Speaker ertönen, werden Geräusch nur in 2-Kanal Stereophonie über links und rechts wiedergegeben, was den Filmton insgesamt als recht unpräzise erscheinen lässt. Der Film selbst versucht sich als Geistergeschichte mit lesbischem Touch und gehört wohl eher in die Kategorie “versuchte Filmkunst”. Das Ergebnis ist alles andere als überzeugend.


BERLIN SYNDROM (1:2.35, 5.1)
OT: Berlin Syndrome
Australien 2017 / 116 min / englische/deutsche OmeU
REGIE: Cate Shortland
DARSTELLER: Teresa Palmer, Max Riemelt, Matthias Habich, Emma Bading
DREHBUCH: Shaun Grant, Melanie Joosten (Buchvorlage)
PRODUZENT: Polly Staniford
VERLEIH: MFA+ Filmdistribution

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Die Australierin Clare ist eine von vielen Backpackern, die es auf ihrer Reise ins aufregende und exotische Berlin verschlägt. Dabei trifft sie auf den Lehrer Andi und aus gegenseitiger Faszination entwickelt sich schnell ein spontaner heißer One-Night-Stand. Am nächsten Morgen wacht Clare allein in Andis Apartment inmitten eines verlassenen Wohnblocks auf und muss feststellen, dass die Eingangstür mit schweren Stahlbalken verrammelt ist. Zuerst glaubt sie an einen Irrtum, doch als Max zurückkehrt, offenbart sich sein wahres Gesicht. Clare, so macht er klar, gehöre ihm allein. Und so beginnt ein Albtraum, der keine Grenzen kennt. “Niemand kann dich hören.”

Kurzkritik:
Mit nahezu zwei Stunden Spielzeit überstrapaziert Cate Shortland ihr Publikum. Denn ihr Drehbuchstoff reicht leider nicht aus, um 116 Minuten spannend zu füllen. So ergeht sich der Film in Wiederholungen und spart auch kein Klischee aus. Und mit Logik nimmt es der Thriller auch nicht so genau. Genrefans dürften ziemlich enttäuscht sein, zumal der Film auch keine besonderen Härten ins Feld rückt. Mehr Langeweile als Spannung macht sich hier breit.


THE LIMEHOUSE GOLEM (1:2.35, 5.1)
Großbritannien 2016 / 105 min / englische OV
REGIE: Juan Carlos Medina
DARSTELLER: Bill Nighy, Olivia Cooke, Sam Reid, María Valverde, Daniel Mays, Douglas Booth, Eddie Marsan, Ameila Crouch, Henry Goodman, Morgan Watkins
DREHBUCH: Jane Goldman, Peter Ackroyd (Buchvorlage)
PRODUZENT: Elizabeth Karlsen, Joanna Laurie, Stephen Woolley
VERLEIH: Concorde Filmverleih

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Das Grauen schleicht durch London! Eine brutale Mordserie erschüttert das verruchte East End der 1880er Jahre, immer mehr Opfer werden verstümmelt aufgefunden. Die ängstlichen Bewohner flüstern von einer übersinnlichen Kreatur, dem Golem, der in den nächtlichen Straßen sein Unwesen treiben soll. Inspektor Kildaire soll die blutigen Taten aufklären, in die der Music Hall-Star Dan Leno und die junge Schauspielerin Elizabeth verwickelt zu sein scheinen, die für den Mord an ihrem Mann im Gefängnis auf ihr Urteil wartet.

Kurzkritik:
Ein Horror-Thriller im Gewande eines sogenannten “Period Piece”. Gut besetzt und aufwändig in der Ausstattung, bezieht der Film seine Spannung aus der Suche nach dem Mörder vom Kaliber eines Jack the Ripper. Bill Nighy überzeugt wie immer in seiner Rolle – dieses Mal als der Mann von Scotland Yard, der einen Wettlauf mit der Zeit absolvieren muss, um eine womöglich Unschuldige vom Galgen zu retten.


DAS BELKO EXPERIMENT (1:2.35, DD 5.1)
OT: The Belko Experiment
USA 2016 / 89 min / englische OV
REGIE: Greg McLean
DARSTELLER: John Gallagher Jr., Tony Goldwyn, Adria Arjona, John C. McGinley, Josh Brener, Michael Rooker, Sean Gunn, Melonie Diaz, Brent Sexton
DREHBUCH: James Gunn
PRODUZENT: James Gunn, Peter Safran
VERLEIH: Kinostar

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Während eines heimtückischen Sozialexperiments, ist eine Gruppe von 80 Amerikanern in ihrem Büro-Komplex in Bogata, Kolumbien, eingeschlossen. Sie werden von einer unbekannten Stimme aus dem firmeninternen Kommunikationssystem angewiesen, an einem mörderischen Spiel von Töten-oder-Getötet-werden teilzunehmen.

Kurzkritik:
Seit Filmen wie SAW oder auch THE HUNGER GAMES ist das Grundmuster von Greg McLeans Thriller bekannt: eine Stimme aus dem Off erklärt eingesperrten Menschen, wen sie töten müssen, um selbst weiterleben zu dürfen. Was man anfangs noch als eine Metapher auf unsere heutige Arbeitswelt betrachten könnte, entpuppt sich dann ziemlich schnell als ein Metzelfilm blutigster Sorte, der allerdings handwerklich gut umgesetzt ist. Wer’s mag...


ALONE (1:2.35, DD 5.1)
OT: Seuls
Frankreich/Belgien 2017 / 90 min / französische OmdU
REGIE: David Moreau
DARSTELLER: Sofia Lesaffre, Stéphane Bak, Jean-Stan Du Pac, Paul Scarfoglio, Kim Lockhart, Thomas Doret
DREHBUCH: David Moreau, Guillaume Moulin, Bruno Gazzotti & Fabien Vehlmann (Comicvorlage)
PRODUZENT: Abel Nahmias
VERLEIH: Studiocanal

Inhalt lt. www.fantasyfilmfest.com:
Und auf einmal ist Leila ganz allein ... Gerade noch hat sie auf dem Rummelplatz die Übergriffe der Schulbullys hinter sich gelassen. Nun findet sie sich verlassen in den menschenleeren Straßen der französischen Großstadt Fortville wieder. Selbst ihr komatöser Bruder ist aus dem Krankenhausbett verschwunden! Wo sind die 500.000 Einwohner so plötzlich hin? Evakuiert? Unwahrscheinlich. Von einer Seuche dahin gerafft? Dann müssten überall Leichen herumliegen. Bevor sie beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln, trifft Leila auf vier weitere Gestrandete, unter ihnen der Milliardärssprössling Yvan und der Kleinganove Dodji. Der ungleiche Trupp macht sich auf, das Geheimnis der verlassenen Stadt zu ergründen. Und das des maskierten Attentäters, der mit Flugdrohne, Messer und Armbrust Jagd auf sie macht ... Und dann kommt der Nebel.

Kurzkritik:
Eingefleischte Filmfans werden vermutlich schon nach den ersten 10 Minuten wissen, um was es hier geht und werden bestimmt spontan mindestens zwei oder drei andere Filme nennen können, die eine ähnliche Thematik haben. Trotzdem muss man Regisseur David Moreau schon alleine seiner souveränen Handwerkskunst wegen loben. Moreau zeigt sehr deutlich, dass derlei Filme nicht immer aus Übersee kommen müssen, sondern dass auch Europa (hier: Frankreich) hier echtes Potenzial besitzt. Als Sahnehäubchen kredenzt Moreau dann auch noch eine starke Frauenfigur, die einer Katniss Everdeen durchaus das Wasser reichen kann.


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