Wolfram Hannemann
Filmkritiker / Freelance Journalist / Filmemacher

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FANTASY FILMFEST NIGHTS 2018
(Stuttgart, 21.-22.04.2018)


Meine persönliche Auswahl an Spielfilmen



DAS LETZTE OPFER (1:2.35, 5.1)
OT: Het Tweede Gelaat / Control
Belgien 2017 · 127 Min · Niederländische OmeU
REGIE Jan Verheyen
DARSTELLER Koen De Bouw, Werner de Smedt, Greg Timmermans, Sofie Hoflack
DREHBUCH Jef Geeraerts, Carl Joos
PRODUZENT Peter Bouckaert
VERLEIH Atlas Film

Synopsis (www.fantasyfilmfest.com):
Sechs Frauenleichen ohne Kopf tauchen in einem Waldstück auf. Das bewährte Team Eric Vincke und Freddy Verstuyft wird auf den grausigen Fall angesetzt. Doch während Freddy jede Regel missachtet und einzig seinem Bauchgefühl folgt, befürchtet Eric, der Fall ist eine Nummer zu groß für die Abteilung und zieht einen Profiler hinzu. Dessen angebliche Expertise führt zu verschiedenen skurrilen Tatverdächtigen, ohne handfestes Ergebnis. Freddy indes ist sich sicher, dass die heiße Spur zum Serienkiller von der Zeugin Rina kommen wird. Die wurde halbnackt und mit Gedächtnislücken in der Nähe des Tatortes gefunden und beginnt sich allmählich an Einzelheiten zu erinnern. Dass Freddy immer besessener von der jungen Frau wird, stürzt die Ermittlungen bald ins komplette Chaos.

Kurzkritik:
Der vom ZDF mitfinanzierte Spielfilm gehört in jene Sparte von Thrillern, mit denen mittlerweile sowohl Fernsehen als auch Kino geradezu überschwemmt werden: düstere Geschichten aus Skandinavien oder auch wie hier Belgien, in denen sich die ermittelnden Kommissare ganz beiläufig auch ihren eigenen Dämonen stellen müssen. Alles läuft hier nach bekanntem Muster ab. So bekannt, dass zumindest ich von Anfang an wusste, wer der eigentliche Täter ist. Damit war freilich zumindest für mich die Spannung genommen. Fazit: muss man nicht unbedingt anschauen, weil man es ganz sicher in ähnlicher Weise anderswo schon gesehen hat.

THE CURED – INFIZIERT. GEHEILT. VERSTOSSEN (1:2.35, 5.1)
OT: The Cured
Irland 2017 · 95 Min · Englische OV
REGIE David Freyne
DARSTELLER Ellen Page, Tom Vaughan-Lawlor, Sam Keeley, Stuart Graham, Patrick Murphy, Amy De Bhrún, Peter Campion, Chelsea Morgan
DREHBUCH David Freyne
PRODUZENT Rory Dungan, Rachael O'Kane, Ellen Page
VERLEIH Splendid Film

Synopsis (www.fantasyfilmfest.com):
Die Seuche ist unter Kontrolle! Über Jahre hat das Maze Virus in Europa gewütet: In rasendem Blutrausch fielen die Infizierten über ihre Mitbürger her. Doch das Heilmittel wirkt! Nicht nur Irland steht nun vor der Bewährungsprobe: Wie umgehen mit den Geheilten, die Freunde und Verwandte massakrierten? Und wie verarbeiten die Genesenen selbst ihre (Un)Schuld? Die junge Witwe Abbie wählt den Weg der Versöhnung. Allen Anfeindungen zum Trotz holt sie ihren geheilten Schwager zu sich. Wenn Abbie nur wüsste …

Kurzkritik:
David Frenyes ambitionierter Zombie-Film gehört in jene Kategorie des “Untoten”-Genres, mit dem bereits 2004 der französische Film LES REVENANTS von Robin Campillo “experimentierte”. Beide Filme kehren das Zombie-Genre um, indem sie es von hinten aufzäumen und soziale Aspekte in den Fokus rücken. In Freyenes Film geht es um Ausgrenzung und Vorurteile, verpackt in einen spannenden Thriller mit exzellentem Sounddesign. Die Besetzung mit Ellen Page in einer der Hauptrollen signalisiert sofort, dass sich hier kein oberflächlicher Nullachtfünfzehn Horrorfilm Bahn bricht, sondern ein weitaus anspruchsvolleres Werk.

REVENGE (1:2.35, 5.1)
Frankreich 2017 · 108 Min · Englisch/Französische OmeU
REGIE Coralie Fargeat
DARSTELLER Matilda Anna Ingrid Lutz, Kevin Janssens, Vincent Colombe, Guillaume Bouchède
DREHBUCH Coralie Fargeat
PRODUZENT Marc-Etienne Schwartz, Marc Stanimirovic
VERLEIH Koch Media

Synopsis (www.fantasyfilmfest.com):
Unmenschlich heiß die flirrende Wüste, in der sich das mörderische Katz- und Mausspiel der Protagonisten entspinnt. Heiß und begehrenswert der makellose Körper der lasziv Lollypop lutschenden Gespielin Jen, die sich von ihrem reichen Lover in ein paradiesisches Hideaway einladen lässt und die im Laufe der für alle sehr schmerzhaften Entwicklungen von den Männern im Bunde bodenlos unterschätzt wird

Kurzkritik:
Coralie Fargeats Fingerübung zum Thema “Rape & Revenge” gehört zu jener Art von Genre-Filmen, die mit großem Enthusiasmus sämtliche Gesetze der Physik und Medizin außer Kraft setzen. Als Dauergast beim Fantasy Filmfest ist man das bei solchen Filmen natürlich längst gewohnt und macht sich nichts mehr daraus. Denn hier liegt das Hauptaugenmerk eigentlich nur auf dem “Wie”. Und genau damit punktet die Regisseurin. Ihre Bilderwucht in breitem CinemaScope und knalligen Farben (Kamera: Robrecht Heyvaert) spielt geradezu mit dem blutrünstigen Genre, für das sie inszeniert. Geradezu voyeuristisch umgarnt sie ihre Protagonistin (extrem sexy: Matilda Lutz) immer wieder mit der Kamera und zeigt uns jedes kleinste Detail ihres geschundenen und meist kaum verhüllten Körpers. Keime Frage: Frau Fargeat hat ein männliches Publikum im Visier! Wenn sich Jen im Laufe der Blutorgie inmitten einer menschenleeren Wüstenlandschaft vom kleinen, dummen Blondchen in eine extrem taffe Rächerin verwandelt, dann geschieht das nicht ohne parodistische Züge. So stattet sich die Heldin quasi unfreiwillig mit einem hübschen Bauchtattoo aus: dem Label einer Bierdose, die ihr beim Ausbrennen ihrer tiefen Bauchwunde hilft! Man darf hier wirklich nichts ernst nehmen, sondern muss es als das betrachten was es ist: Genre um des Genres Willen. Trotz einer netten Plansequenz wirkt der Film zum Ende allerdings etwas in die Länge gezogen. Wer Probleme damit hat, Blut zu sehen, der sollte allerdings tunlichst die Hände von dem Werk lassen!

PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH (1:2.35, DD 5.1)
OT: Pyewacket
Kanada 2017 · 90 Min · Englische OV
REGIE Adam MacDonald
DARSTELLER Nicole Muñoz, Laurie Holden, Chloe Rose, Eric Osborne
DREHBUCH Adam MacDonald
PRODUZENT Jonathan Bronfman, Victoria Sanchez Mandryk
VERLEIH Pierrot Le Fou

Synopsis (www.fantasyfilmfest.com):
Seit dem Tod ihres Vaters ist das Verhältnis der jungen Leah zu ihrer Mom (Laurie Holden aus THE WALKING DEAD) nur noch die Hölle. Halt und Trost sucht sie bei ihren Freunden, Heavy Metal und okkulter Literatur. Als die Mutter plötzlich die wahnwitzige Idee hat, raus aus der Stadt in ein einsames Haus im Wald zu ziehen und Leah von ihrer Clique wegreißt, eskaliert es zwischen den beiden völlig. Im Affekt erfleht Leah dunkle Mächte herbei. Und der Dämon Pyewacket antwortet.

Kurzkritik:
Gemäß dem Motto “Sei vorsichtig mit dem, was Du Dir wünscht” beschreitet Adam MacDonalds Dämonenfilm diesen Weg von Anfang bis zum bitteren Ende. Neben einigen besonders atmosphärischen und gruseligen Momenten bietet sein Film mit Nicole Muñoz eine überzeugende Darstellerin als rebellischer sowie angstvoller Teenager Leah.

HAGAZUSSA – DER HEXENFLUCH (1:2.35, 5.1)
Deutschland/Österreich 2017 · 102 Min · Deutsche OmeU
REGIE Lukas Feigelfeld
DARSTELLER Aleksandra Cwen, Celina Peter, Claudia Martini, Tanja Petrovsky, Haymon Maria Buttinger
DREHBUCH Lukas Feigelfeld
PRODUZENT Lukas Feigelfeld, Simon Lubinski
VERLEIH Forgotten Film Entertainment / Indeed Film

Synopsis (www.fantasyfilmfest.com):
Ein abgeschiedenes Alpendorf im 15. Jahrhundert: der ideale Nährboden für fromme Verblendung. Der Aberglaube richtet sich gegen die Einsiedlerin Albrun, die in ihrer Isolation mehr und mehr Paranoia und Halluzinationen verfällt. Keine Frage: Die junge Ziegenhirtin muss eine Hexe und mit bösen Mächten im Bunde sein! Zunächst ist Albrun die Zielscheibe der Dorfjugend. Doch die Übergriffe bleiben nicht bei Jungenstreichen.

Kurzkritik:
Gesprochen wird nicht viel in Lukas Feigelfelds Diplomfilm, gezeigt dafür umso mehr. Die atmosphärisch alptraumhaften Bilder in voller CinemaScope-Breite erzeugen stets ein Gefühl des Unbehagens. Inzucht, Hexerei und sogar Kannibalismus werden thematisiert in dieser Arthouse-Horrormär, die am Ende allerdings ziemlich in die Länge gezogen wird.

THE STRANGERS: OPFERNACHT (1:2.35, 5.1)
OT: The Strangers: Prey At Night
USA 2018 · 85 Min · Englische OV
REGIE Johannes Roberts
DARSTELLER Bailee Madison, Christina Hendricks, Lewis Pullman, Martin Henderson, Damian Maffei, Emma Bellomy
DREHBUCH Bryan Bertino, Ben Ketai
PRODUZENT Wayne Godfrey, James Harris, Robert Jones
VERLEIH SquareOne Entertainment / Universum Film

Synopsis (www.fantasyfilmfest.com):
Die Eltern Cindy und Mike schleppen ihre wenig begeisterten Teenager-Kinder Kinsey und Luke auf einen Campingtrip. Außerhalb der Saison kommen sie spät in der Nacht auf dem völlig verlassenen Trailerpark-Gelände an, und soeben im Ferienheim eingerichtet, da klopft es an der Tür. “Ist Tamara da?”, fragt ein unheimliches Mädchen und verschwindet in der Dunkelheit – um im nächsten Moment schon wieder mit zwei maskierten Kumpel und einer Axt in der Hand auf der Matte zu stehen

Kurzkritik:
Genau zehn Jahre ist es her, dass Liv Tyler im Home Invasion Schocker THE STRANGERS auf das Übelste malträtiert wurde. Jetzt wird die Geschichte neu aufgerollt – mit neuen Darstellern und neuer Location, aber demselben Trio Infernale. Wieder wird in nur einer Nacht gestochen, gehackt und geschossen. Der Blutzoll ist auch im Trailerpark ziemlich hoch. “Warum tut ihr das?” fragt eines der Opfer seinen Meuchler. “Warum nicht?” ist die Antwort. Hier wird nicht lange herumdiskutiert – lasst die Waffen sprechen, nicht die Worte! Der Fortsetzungsfilm richtet sich an Splatter begeistertes Publikum, dem es nur darum geht, auf welch grauenvolle Weise jemand das Zeitliche segnet. Johannes Roberts inszeniert sein Blutbad souverän für die ganz große Bildwand und sorgt ganz nebenbei noch für die ein oder andere Schrecksekunde. Ich muss zugeben, dass auch ich selbst an einer Stelle vor Schreck fast in den Boden gesunken wäre. Das war allerdings dem plötzlichen Aufschrei meines Nebensitzers geschuldet!


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